Semmeringbahn

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Harald 41

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#1
Massengrab bei Semmeringbahnbau

Wie gerade bei den 19 Uhr Nachrichten zu sehen war sind beim Bau der Carl Ritter von Ghega Semmeringbahn 1848 Menschen verstorben und gleich Vorort in einem Massengrab beerdigt worden.
Heute gab es dazu eine Gedenkfeier.

http://www.meinbezirk.at/breitenste...er-tot-sind-nur-die-vergessenen-d1120959.html


ÖsterreichNiederösterreichBreitensteinMagazinSEMMERINGBAHN GEDENKFEIER - TOT SIND NUR DIE VERGESSENEN
SEMMERINGBAHN GEDENKFEIER - TOT SIND NUR DIE VERGESSENEN
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Breitenstein: Ghega Museum | Den Erbauer der Semmeringbahn Carl Ritter von Ghega kennen wohl die meisten Menschen. Ganz sicher sogar, denn dieses Genie war auf unserer guten alten 20 Schilling Banknote abgebildet. Dieses bahnbrechende und weltweit bekannte österreichische Juwel und Weltkulturerbe Semmeringbahn wird im heurigen Jahr 160 Jahre alt.

Das von Georg Zwickl in Privatinitiative dazu liebevoll und mit Treue zum Detail eingerichtete Ghega-Museum im ehemaligen Bahnwärterhaus in Breitenstein am Semmering kennen hingegen leider nur wenige.

Das Gebäude wurde von ehrenamtlichen Mitgliedern des Fördervereins in unzähligen Stunden generalsaniert. Das Museum fristet abseits von – ob zu Recht oder zu Unrecht - geförderten niederösterreichischen Renommierprojekten leider ein eher kärgliches Schattendasein ohne Subventionen und wurde - sicher nicht mit Absicht - bisher weitgehend von Politik und Prominenz übersehen.

Ein solch einmaliges und bahnbrechendes Bauwerk wie die Semmeringbahn und das dazugehörige Ghega-Museum dürfen aber nicht in Vergessenheit geraten, das sollte eigentlich unser aller Anliegen sein.

1848 starben als Folge der damals auftretenden Krankheiten wie Cholera und Pest auch viele Arbeiter, die beim Bau der Semmeringbahn eingesetzt waren und diese wurden - Kinder, Frauen und Männer gemeinsam - in einem Massengrab bei Klamm beigesetzt.

Das Fest Allerheiligen und Allerseelen ist traditionell dem Gedenken der Toten gewidmet und es wäre für uns alle eine hohe Verpflichtung, zu Ehren der beim Bau der Semmeringbahn ums Leben gekommenen Arbeiter und Arbeiterinnen am 2.11.2014 um 15 Uhr „Danke“ zu sagen und an der würdigen Gedenkfeier an eben diesem Massengrab teilzunehmen. Bei Schlechtwetter findet die Feier in der Kirche von Klamm bei Schottwien statt.

Vielleicht wird dadurch auch das Interesse am oben erwähnten Ghega-Museum geweckt, wenn jemandem die Geschichte seiner näheren Heimat am Herzen liegt…

Öffnungszeiten des Museums: Von 3. Mai bis Ende Oktober 2014, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 10:00 – 16:00 Uhr bzw. nach telefonischer Vereinbarung unter Tel. Nr. 0676 524 8397

Adresse Ghega-Museum: 2673 Breitenstein, Kalte Rinne Straße 45

Näheres unter www.ghega-museum.at

http://www.ghega-museum.at/galerie-14.html


LG Harry
 
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josef

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#3
Bezirksblatt hat geschrieben:
...1848 starben als Folge der damals auftretenden Krankheiten wie Cholera und Pest auch viele Arbeiter, die beim Bau der Semmeringbahn eingesetzt waren und diese wurden - Kinder, Frauen und Männer gemeinsam - in einem Massengrab bei Klamm beigesetzt.[/I]
Harry, genauer :lesen:

Gedenken an mehr als 1000 Tote beim Bahnbau

1048 Arbeiter starben von 1848 bis 1854 beim Bau der Semmeringbahn. Zu Allerseelen gedenkt man in der Region immer noch der Toten.
In den Kirchen der Semmeringregion gedenkt man auch heuer zu Allerheiligen und Allerseelen der 1048 Todesopfer, die beim Bau der Semmeringbahn in den sechs Jahren von 1848 bis 1854 zu beklagen waren. Die Arbeiter, die aus etlichen Ländern der damaligen Monarchie kamen, wurden vor allem Opfer einer Cholera- und Typhusepidemie, die in den Barackensiedlungen entlang der Baustelle wütete. Denn die hygienischen Verhältnisse in den Behausungen der Arbeiter waren unvorstellbar. So hausten manche der Taglöhner nicht nur in den Baracken, sie errichteten auch Notquartiere in Höhlen, Erdlöchern und Felsspalten.

In diesen sechs Baujahren waren insgesamt mehr als 20.000 Arbeiter beschäftigt. Die Tagelöhner kamen vor allem aus Slowenien, Kroatien, Böhmen, Mähren und Ungarn, aber auch Tausende Arbeitslose aus Wien fanden Beschäftigung am Semmering. Für die Steinarbeiten wurden hauptsächlich Facharbeiter aus Italien eingesetzt, für die Tunnelarbeiten wurden vor allem Bergknappen aus Österreich und der Slowakei verpflichtet.

Gedenkstein
Heute erinnert ein schlichter Gedenkstein im Friedhof Klamm-Schottwien, nur etwa hundert Meter von der Semmeringbahn entfernt, an die mehr als 1000 Toten. Und in unmittelbarer Nähe des Viadukts "Kalte Rinne" gibt es eine Tafel zum Gedenken an Pfarrer Johann Sedlak. Der Seelsorger betreute die Arbeiter, predigte in mehreren Sprachen, und er nahm auch die Einsegnung der verstorbenen Arbeiter am Friedhof unter der Burg Klamm vor.

GUSTL DAMBERGER
Text u. Bild: http://www.kleinezeitung.at/steierm...01/gedenken-mehr-1000-tote-beim-bahnbau.story
 

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josef

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#4
Baudokumentation Semmeringbahn im Südbahnmuseum Mürzzuschlag

Fand noch einige Fotos von meinem Besuch im "Südbahnmuseum Mürzzuschlag" 2009 über den Bau der Semmeringbahn:

1. Schnellzuglok 33.132 (ehemalige Reihe 113.xx) vor der ehemaligen Werkstättenhalle, in der seit mehr als 10 Jahren das Südbahnmuseum untergebracht ist.
2. Teilansicht der Ausstellung.
3. -4. Historische Fotos vom Bau der Viadukte der Semmering-Nordrampe.
5. -6. Darstellung von Baustellenszenarien...
 

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josef

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#5
Semmeringbahn: Viadukte werden restauriert
Seit Anfang September ist die Bahnstrecke über den Semmering komplett gesperrt. Wegen der hohen Belastung muss die 160 Jahre alte Strecke alle 20 Jahre saniert werden. Die Viadukte müssen dabei originalgetreu restauriert werden.
Die Signalampeln stehen derzeit alle auf Rot, statt den Zügen sind Baufahrzeuge und 350 Mitarbeiter auf und neben den Schienen unterwegs. Alle 20 Jahre muss die Strecke saniert werden, öfters als andere Strecken. Denn neben täglich 180 Zügen setzt vor allem das Wetter der 41 Kilometer lange Strecke zu, sagt ÖBB-Sprecher Christopher Seif: „Die Infrastruktur ist starken Witterungen, Frost und Schnee, ausgesetzt, aber auch starken Temperaturschwankungen.“


ORF

Heuer werden zehn Kilometer Schienen ausgetauscht und die einzelnen Gleise - erstmals auf der Strecke - miteinander verschweißt. Der Vorteil für die Anrainer: Die Schienenteile können nicht mehr aneinander stoßen, der Lärmpegel der Züge sinkt, verspricht ÖBB-Bauleiter Heinrich Grundner. Gleichzeitig wird dadurch auch die Lebensdauer der Schienen erhöht.

Regen und Schnee sorgen für Frostschäden
Die Tunnel werden wiederum statisch und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Das Kartnerkogel-Viadukt muss komplett saniert werden. Weil Regen oder Schnee nicht versickern können, treten immer wieder Frostschäden auf. Deshalb wird die Oberfläche jetzt betoniert.

Weil die Semmeringbahn zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, muss das Viadukt jedoch originalgetreu restauriert werden. „Um diesem Kulturgut gerecht zu werden, werden die Gesimssteine derzeit gesäubert, restauriert und danach wieder in der richtigen Reihenfolge auf ihrem ursprünglichen Platz eingesetzt“, erklärt Seif.

Die Sperre wird aber auch genutzt, um abseits der Schienen lockere Gesteinsbrocken und Bäume zu entfernen, die auf die Gleise stürzen könnten. Im Bereich des Roten Bergs zwischen Breitenstein und Semmering (beide Bezirk Neunkirchen) können die Bäume jedoch nicht mit dem Zug abtransportiert werden. „Im steilen Gelände müssen wir auf den Hubschrauber zurückgreifen“, erklärt Grundner.

Bis 1. Oktober ist die Strecke der Semmeringbahn noch komplett gesperrt. Danach springt die Signalampel zumindest für die Fernzüge wieder auf Grün. Der Schienenersatzverkehr für den Nahverkehr bleibt aber noch bis 13. Oktober bestehen.

Links:
Publiziert am 24.09.2017
http://noe.orf.at/news/stories/2867550/
 

josef

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#6


Semmeringbahn: ÖBB sanieren drei Viadukte

Temperaturschwankungen, Schnee und Frost verlangen der Semmering-Bergstrecke einiges ab. Seit 2016 wird die Strecke saniert, darunter auch drei Viadukte, auf denen heuer und im nächsten Jahr das Hauptaugenmerk liegt.

Bis der Semmering-Basistunnel in Betrieb geht, rollen täglich etwa 180 Züge über die 164 Jahre alte Semmeringstrecke. Nicht nur Witterungsbedingungen, sondern auch der tägliche Personen- und Güterverkehr setzen der Strecke zu. Die Semmering-Bergstrecke wird deshalb seit 2016 Schritt für Schritt saniert. In den Jahren 2018 und 2019 werden die Gleise in Breitenstein (Bezirk Neunkirchen) erneuert und die Viadukte über Wagnergraben, Gamperlgraben und Rumplergraben generalüberholt. Auf einem der beiden Gleise wird gearbeitet, während auf dem anderen die Züge vorbeifahren.


ÖBB/Wolf
Seit März werden die Viadukte eingerüstet

Schienenersatzverkehr ab Mitte Juni
Da die Viadukte unter Denkmalschutz stehen, müssen alle Steine erhalten bleiben. Daher werden die Viadukte zunächst eingerüstet, um die bestehenden Brüstungsmauern in der Folge abtragen zu können. Ab Mai werden die einzelnen Steine abtransportiert, in einem Steinmetzwerk saniert und dann wieder eingebaut. Beim Wagnergraben-Viadukt werden die Brüstungsmauern in 740 Steine, beim Gamperlgraben-Viadukt in 724 Steine zerlegt.


ÖBB/Wolf
Die Steine müssen einzeln abgetragen werden

Mitte Juni beginnen die Arbeiten, die einen Schienenersatzverkehr für die Regionalzüge zwischen Payerbach-Reichenau und Semmering (beides Bezirk Neunkirchen) bzw. Mürzzuschlag (Steiermark) erfordern. Im Jahr 2018 werden für die Maßnahmen auf der Semmering-Bergstrecke 17 Millionen Euro investiert. Die Hauptarbeiten an der Semmering-Bergstrecke sollen 2020 beendet sein.

Zu Pfingsten werden sowohl an der Pottendorfer Linie als auch an der Gutensteiner Bahn Arbeiten durchgeführt. Im Bahnhof Achau (Bezirk Mödling) an der Pottendorfer Linie werden erst Weichen und anschließend zwei neue Gleise verlegt. An der Gutensteiner Bahn werden in Bad Fischau-Brunn (Bezirk Wr. Neustadt) von 14. bis 23. Mai die Gleisanlagen erneuert.

Im Abschnitt zwischen Wöllersdorf und Gutenstein (beides Bezirk Wr. Neustadt) werden von 19. Mai bis 28. Mai Eisenbahnkreuzungen saniert sowie Instandhaltungsarbeiten durchgeführt. Auf der Pottendorfer Linie gibt es zwischen Wien-Blumental und Ebreichsdorf (Bezirk Baden) von 19. bis 21. Mai 2018 einen Schienenersatzverkehr, ebenso zwischen Wiener Neustadt und Gutenstein von 19. bis 21. Mai und am 26. und 27. Mai 2018.

Links:
Publiziert am 13.05.2018
http://noe.orf.at/news/stories/2911653/
 

josef

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#7


Semmeringbahn: Mit Alt und Neu in die Zukunft
Die 1854 eröffnete Semmeringbahn hat am Samstag ihr 20-jähriges Bestehen als UNESCO-Weltkulturerbe gefeiert. Obsolet wird sie auch 2026 nach der Eröffnung des neuen Semmeringbasistunnels nicht werden.
Anlässlich des Jubiläums fand am Samstag eine Sonderzugfahrt samt Festakt vor dem Ghega-Denkmal in Semmering (Bezirk Neunkirchen) statt. „Die Semmeringbahn hat unglaublich viel Potenzial und ist eine wichtige Lebensader für Niederösterreich und die Steiermark“, hielt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner dabei fest. Der Semmering erlebe seit einigen Jahren ein Revival, sagte Mikl-Leitner. Die Villa Antoinette sei revitalisiert worden, im Kurzentrum am Semmering und im Südbahnhotel würden viele Veranstaltungen angeboten. Seitens des Landes werde man daher weiter in Infrastruktur und das kulturelle Angebot am Semmering investieren.


ORF
Seit 1998 ist die Semmeringbahn Weltkulturerbe

„Die alte Strecke und die bald neue Strecke werden sich sehr gut ergänzen“, meinte die steirische Landesrätin Doris Kampus. Die Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums und Präsidentin der österreichischen UNESCO-Kommission, Sabine Haag, sagte bei der Jubiläumsfeier: „Weltkulturerbestätte zu sein ist eine große Auszeichnung, auf die wir sehr stolz sein können.“ Diese Auszeichnung sei aber auch mit vielen Verpflichtungen verbunden.


ORF
Die Semmeringbahn verläuft von Gloggnitz bis nach Mürzzuschlag in der Steiermark

Tunnel soll Bergstrecke nicht ersetzen
Derzeit wird am Semmering viel gebaut. Zum einen werden unter anderem zahlreiche Viadukte saniert, zum anderen wird auch im Berg gearbeitet. Bis 2026 soll der Semmeringbasistunnel, der Niederösterreich und die Steiermark verbindet, fertig sein. Ab dann sollen schnelle Personenzüge und der Güterverkehr durch den Tunnel Richtung Graz fahren, die historische Strecke soll der Tunnel allerdings nicht zur Gänze ersetzen.


ORF
Zurzeit werden mehrere Viadukte aufwändig saniert

„Die alte Strecke brauchen wir, weil der neue Eisenbahntunnel eine Erhaltung benötigt, die Erhaltung wird zwei bis drei Mai acht Stunden in der Woche erforderlich sein, wo eine Tunnelröhre gesperrt ist. Der Restverkehr, der nicht mehr in der einen Tunnelröhre Platz hat, wird dann über die Bergstrecke geführt“, sagt Gerhard Gobiet, Projektleiter des Semmeringbasistunnels.

Neue Hoffnungen für touristische Nutzung
In der Gemeinde hofft man, dass sich durch die Entlastung der Semmeringstrecke durch den neuen Tunnel neue Möglichkeiten ergeben. „Wir können dann hoffentlich die Semmeringbahn wirklich touristisch nutzen, vielleicht mit Waggons mit gläsernen Dächern und wer sagt, dass man nicht mit einem Touristenzug fünf Minuten auf der Kalten Rinne stehen bleibt und die Landschaft erklärt“, sagt Horst Schröttner, Welterbemanager und Bürgermeister in Semmering.

Sommmerfrische für Wiener
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fuhren vor allem viele Wiener in den Luftkurort Semmering.
Die Semmeringbahn war die erste normalspurige Gebirgsbahn Europas und wurde 1854 eröffnet. Sie wurde von Carl Ritter von Ghega erbaut und führt auf 42 Kilometern von Gloggnitz bis Mürzzuschlag. Der Streckenverlauf ist von 14 Tunneln, 16 Viadukten und über 100 gewölbten steinernen Brücken und Durchlässen geprägt. 1998 wurden die Bahn und die umliegende Landschaft von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Links:
Publiziert am28.07.2018
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Semmeringbahn: Mit Alt und Neu in die Zukunft
 

HF130C

Well-Known Member
#8
Nach Fertigstellung des Semmeringbasistunnels wird sich erweisen, ob man die alte Strecke betriebsfähig erhält oder auch nicht.

Durchaus stehen Befürchtungen im Raum, dass die alte Trasse spätestens dann stillgelegt wird, wenn Investitionen bei Brücken oder Tunnels notwendig werden.

So wirklich wird die alte Trasse wegen der eingeschränkten Profilfreiheit (Doppelstockwagen können z.B. derzeit nicht verkehren), den Radien und den Steigungen nicht als 1:1 Umleitungsstrecke im Falle eines gesperrten Tunnels herhalten können. Es gibt zwar Pläne, die Profilfreiheit durch einen Umbau auf nur 1 Gleis herzustellen, Steigung und Radien bleiben dennoch.

Eine reine Touristikbahn wird niemand auf Dauer finanzieren können. Es ist durchaus zu erwarten, dass die Semmeringbahn letztendlich als funktionsloses Kulturdenkmal erhalten bleibt, ähnlich der geschützten, aber letztlich verfallenden Badlwandgalerie bei Frohnleiten in der Steiermark.

Ein langfrisitiger zukünftiger Betrieb auf der Ghegastrecke wäre - ein absolut wünschenswertes - österreichisches Kulturwunder.
 

josef

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#9


Semmeringbahn: Stein für Stein wird versetzt
Seit dem Jahr 2016 werden die drei Viadukte entlang der Semmering-Strecke generalüberholt. Jeder Stein muss einzeln ausgebaut, saniert und wieder eingesetzt werden. Kurz vor der Winterpause liegt man mit den Arbeiten im Plan.
Die 1854 eröffnete Semmering Bergstrecke, die von Gloggnitz (Bezirk Neunkirchen) bis nach Mürzzuschlag in der Steiermark führt, ist in die Jahre gekommen. Große Temperaturschwankungen, Schnee und Frost hinterließen bei den Viadukten über den Wagnergraben, den Gamperlgraben und den Rumplergraben ihre Spuren. Gearbeitet wird Tag und Nacht, denn die Sanierung ist aufwändig. Jeder Stein wird nummeriert, abtransportiert und zum Steinmetz nach Kapfenberg in der Steiermark gebracht, wo jeder einzeln bearbeitet und zugeschnitten wird.

Sanierung der Semmering-Viadukte
Erst aus der Luft sind die imposanten Viadukte erkennbar, die 1854 errichtet wurden. Jeden Tag fahren 180 Züge über die Strecke.
Danach werden die Steine wieder mit der Bahn auf den Semmering gebracht, wo sie in Millimeterarbeit versetzt werden. Aufgrund der schmalen Gleisanlage kann jeder Stein aber nur versetzt werden, wenn gerade kein Zug vorbeifährt. Die Takte sind knapp, denn jeden Tag passieren 180 Züge die Baustelle in fast 40 Metern Höhe. „Das Versetzen der Steine dauert zwar nicht lange, etwa zwei bis drei Minuten, aber die Möglichkeit den Stein zu versetzen, sich mit dem Bagger zu drehen, das gibt es untertags weniger, in der Nacht ist es etwas flotter“, erklärt ÖBB-Regionalleiter Günter Novak.

Viadukte werden saniert und modernisiert
Alle Steinblöcke müssen erhalten bleiben, weil die Viadukte unter Denkmalschutz stehen. Ersatzsteine gibt es keine mehr. „Es ist so, dass diese Steinbrüche, wo die Steine anno dazumal abgetragen wurden, geschlossen wurden. Das bedeutet, wir müssen alle Steine schonend behandeln und das Material, das weggeschnitten wird, für die Aufbereitung der Aufbruchstellen verwenden. Das Material, das nicht verwendet wird, wird für zukünftige Projekte gelagert“, sagt Projektleiter Daniel Gödl gegenüber noe.ORF.at.


ORF/Margit Laufer

Gleichzeitig werden die Viadukte auch modernisiert, so wurde unter der Gleisanlage etwa eine Platte eingebaut, die das Viadukt nicht nur vor Niederschlag schützen, sondern auch die Last besser verteilen soll. Carl Ritter von Ghega konnte beim Bau vor 164 Jahren wohl kaum damit rechnen, dass heute die bis zu 40-fache Last über die Strecke rollt, als ursprünglich berechnet wurde.

Nach Winterpause wird im Frühling weitergebaut
In wenigen Tagen sollen alle Steine wieder an ihrem Platz sitzen, dann gehen die Arbeiten in die Winterpause, beide Gleise sind dann wieder befahrbar. „Im März 2019 geht es mit der anderen Seite weiter, es werden wieder Steine angepasst, saniert und wieder versetzt. Den großen Abschluss gibt es dann von 18. bis 28. Mai, wo wir in einer Doppelgleissperre die Mittelfuge schließen“, erklärt Novak. Zu dieser Zeit werden auch zahlreiche andere Arbeiten durchgeführt, für Bahnreisende wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Die Arbeiten sollen dann 2020 beendet werden. Alleine heuer werden für die Sanierung der Semmeringstrecke 17 Millionen Euro ausgegeben. Es sei eine Investition für die Zukunft heißt es bei den ÖBB, denn selbst wenn im Jahr 2026 der Semmeringbasistunnel fertig ist, soll der Zugverkehr während regelmäßiger Instandhaltungsarbeiten weiterhin über die historische Bergstrecke geführt werden.
Margit Laufer, noe.ORF.at
Publiziert am 11.11.2018









Alle Fotos ORF/Margit Laufer

Semmeringbahn: Stein für Stein wird versetzt
 
#11
Jubiläumshäuschen der Semmeringbahn in Payerbach, errichtet 1904:
1901-1903 anstelle eines Holzlagerplatzes (Holzschwemme auf der Schwarza bis 1877) unter Leitung des Schloßgärtners Gottlieb Zajic aus Mühlhof bei Payerbach angelegt. Semmeringhäuschen - Modell einer Semmeringvilla um 1900- aus dem Jahre 1904 vom Festzug "50Jahre Semmeringbahn", 1906 neben dem Tennisplatz aufgestellt. Neuaufstellung 1954 zum 100-jährigen Semmeringbahnjubiläum.
Quelle: Bildtafel 315

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