Tüpl Allentsteig

josef

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#21


80 Jahre TÜPL: 42 Dörfer mussten weichen
1938 wurde von den Nationalsozialisten im Waldviertel ein Truppenübungsplatz (TÜPL) errichtet. 40 Dörfer wurden entvölkert, 7.000 Menschen ausgesiedelt. Dieses Ereignisses wurde nun in Döllersheim (Bezirk Zwettl) gedacht.
„Hearst das net, wia die Zeit vergeht“, sang der Kinder- und Jugendchor aus Kirchberg am Walde bei der Gedenkfeier in der Friedenskirche Döllerheim am südlichen Rand des heutigen Truppenübungsplatzes Allentsteig, kurz „TÜPL“ genannt. Rund um die Döllersheimer Kirche sieht man auch, wie die Zeit vergeht: Die Ruinen der ehemaligen Schule, des Pfarrhofes oder des ehemaligen Gasthauses sind mit Pflanzen und Moos überwuchert, davor sind Fotos aufgestellt, die zeigen, wie die Häuser hier einmal ausgesehen haben.


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Die Friedenskirche Döllerheim, links daneben die Ruine der ehemaligen Volksschule

Alljährlich zu Allerseelen wird zu einer Gedenkveranstaltung in die Friedenskirche von Döllersheim geladen. Sie war heuer dem Thema „80 Jahre Truppenübungsplatz“ gewidmet, mehr als 200 Pesonen waren der Einladung zum Gedenken gefolgt. „Diese Veranstaltung hat auch den Zweck, dass das Wissen nicht verschwindet. Ich kenne viele Leute, die nicht wissen, dass hier einmal mehr als 40 Dörfer bestanden haben mit einem regen Dorfleben“, sagt Bernhard Lehr, Obmann des Vereins „Freunde der alten Heimat“, der die Gedenkveranstaltung mitorganisierte.

Statt Aufschwung kam die Aussiedelung
Bernhard Lehr ist ein Nachkomme Ausgesiedelter. „Die Mutter meines Vaters hat sehr gelitten. Sie hat sich sehr schwergetan, etwas Neues zu finden. Sie hat oft geweint. Mein Vater war damals 18 Jahre alt. Er besaß damals eine Fotokamera und hat vor dem Verlassen den Ort nochmals fotografiert. Eines davon zeigt einen Lastwagen vollbeladen mit Hausrat.“


Bernhard Lehr
Ein Lkw verlässt Oberndorf (1938)

Zuerst erhofften sich 1938 viele Bewohner des Döllersheimer Ländchens einen Aufschwung ihrer Region, weil Adolf Hitler hier seine Wurzeln hatte, wie dies auch ein „Ostmark-Wochenschaubericht“ knapp nach dem Anschluss feierte. Doch das Blatt wendete sich rasch, bereits wenige Wochen später war der Truppenübungsplatz beschlossene Sache, vielleicht auch, um Hitlers ärmliche Herkunft zu verschleiern.

„Im Juni 1938 wurde im Waldviertel verkündet: Innerhalb von sechs Wochen müssen die ersten acht Ortschaften im inneren Kern des jetzigen Truppenübungsplatzes geräumt sein. Diese Betroffenen haben nichts mehr angreifen dürfen“, schildert Bernhard Lehr die damalige Situation. „Alle haben entsetzt reagiert und gar nicht glauben wollen, was da passieren soll. Mein Vater hat gesagt, dafür hätten wir den Hitler auch nicht gebraucht“, erinnerte sich die Zeitzeugin Stefanie Leuzmezer an ihre Kindheit.


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Ehrenwache vor dem Haus von Hitlers Vater in Döllersheim (1938)

Aus Aussiedelung wird Vertreibung
Die Aussiedelung vollzog sich in mehreren Wellen. Anfangs gab es noch relativ faire Entschädigungen und Neubauten als Ausweichquartier, doch wandelte sich die Aussiedelung im Laufe des Krieges immer mehr zur Vertreibung.

„Mein Vater ist in der näheren und weiteren Umgebung herumgefahren, sogar bis in die Steiermark, aber man stand da schon vor verschlossenen Türen. Viele haben gesagt, ja, ich verkaufe meinen Hof, aber erst nach dem Krieg. Das war furchtbar für unsere Familie“, erzählte Stefanie Leuzmezer in einem Interview im Jahr 1983. Die späten Aussiedler erhielten während der Kriegszeit eine geringe Entschädigung, die von den NS-Behörden auf ein Sperrkonto gelegt wurde und nach dem Zusammenbruch 1945 durch die Währungsreform nahezu wertlos geworden war.

Ein Truppenübungsplatz unterschiedlicher Heere
Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand kurz Hoffnung, dass die Sowjets eine Rückkehr der Ausgesiedelten ermöglichen könnten. 80 Prozent der Vertriebenen sollen sich dafür auf einer Liste eingetragen haben, erzählt Bernhard Lehr. Doch mit der Eingliederung des TÜPL in die USIA-Betriebe der Sowjets war die Hoffnung dahin. Nun veranstalteten die Besatzer dort Schießübungen und verkauften auf dem Schwarzmarkt Ziegel der zerschossenen Häuser.


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Erstes Bundesheer-Manöver in Allentsteig (1957)

1957 übernahm das noch junge österreichische Bundesheer in verkleinerter Form den Übungsplatz. „Es gab allein schon wegen der vielen gefährlichen Kriegsrelikte und Blindgänger keine Chance auf Rückgabe an die Bevölkerung. Bis heute finden wir jedes Jahr 100 Blindgänger auf dem Gelände“, erläutert Julius Schlepschy, der Betriebskommandant des TÜPL, die Gründe für die Übernahme des Gebietes durch das Bundesheer im Jahr 1955.

Interesse an der Familiengeschichte
Heute dominiert bei den Nachkommen der Aussiedler weniger der Gram über das Schicksal der Familie, sondern das Interesse an der eigenen Familiengeschichte. „Ich freue mich, dass vor allem die Jugend, die dritte Generation, wissen will, woher stammt meine Familie, wie sind sie durch die schwierigen Zeiten gekommen. Das fasziniert mich“, erklärt Julius Schlepschy gegenüber noe.ORF.at.

Solch ein Unrecht solle nie wieder über einen Teil der österreichischen Bevölkerung hereinbrechen, sagte er bei der Gedenkveranstaltung. Der Verein „Freunde der alten Heimat“ und das Bundesheer arbeiten gut zusammen, man veranstaltet unter anderem gemeinsam solche Gedenktage und pflegt die Gedenkstätte rund um die Friedenskirche Döllersheim.

Hannes Steindl, noe.ORF.at

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Publiziert am 03.11.2018
80 Jahre TÜPL: 42 Dörfer mussten weichen
 
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Senator74

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#22

josef

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#23


Allentsteig: Politik am Truppenübungsplatz
Am Mittwoch haben Landtagsabgeordnete aller politischen Fraktionen den Truppenübungsplatz in Allentsteig (Bezirk Zwettl) besucht. Betont wurde dort die Bedeutung des Übungsgeländes - nicht nur für das Bundesheer.
Der Truppenübungsplatz Allentsteig ist nicht nur gemessen an seiner Fläche der größte Übungsplatz des österreichischen Bundesheeres. Etwa 500 Bedienstete sind in Allentsteig beschäftigt. An 220 Tagen im Jahr wird geschossen, die Soldatinnen und Soldaten kommen aus ganz Österreich. Beim Besuch der Landtagsabgeordneten am Truppenübungsplatz wurde ihnen demonstriert, wie wichtig das militärische Trainingsgelände auch außerhalb der niederösterreichischen Grenzen sei.

„Wir haben immer wieder auch in Resolutionen des Landtages beschlossen, dass das österreichische Bundesheer ausreichend Mittel braucht und darüber hinaus uns als Land Niederösterreich bemüht, diese Region zu unterstützen“, sagte Landtagspräsident Karl Wilfing (ÖVP). Er zeigte sich darüber hinaus optimistisch, dass die Bundesregierung dem Bundesheer in Zukunft mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stellen werde.


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Am Truppenübungsplatz Allentsteig sind 500 Bedienstete aus ganz Österreich beschäftigt

Übungsgelände auch für nicht-militärische Zwecke
Allentsteig wird als Trainingsgelände auch von zivilen Organisationen genützt. Der Wert der niederösterreichischen Trainingsanlage bemesse sich nicht ausschließlich an seiner militärischen Nutzung, so Karin Renner, dritte Landtagspräsidentin (SPÖ): „Allentsteigt ist für sämtliche andere Blaulichtorganisationen wie die Polizei, die Rettung, die Suchhunde oder andere Institutionen ein hervorragender Platz zum Üben in Niederösterreich“, so Renner.

Udo Landbauer, der geschäftsführende Klubobmann der FPÖ, betonte bei seinem Besuch das Ansehen des österreichischen Bundesheeres im Ausland. „An den ausländischen Gästen, die zum Trainieren nach Allentsteig kommen, sehen wir, dass hier ein wertvoller Beitrag zur Sicherheit geleistet wird“, so Landbauer.


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An 220 Tagen im Jahr wird am Truppenübungsplatz Allentsteig geschossen

Der Truppenübungsplatz habe auch positive Wertschöpfungseffekte für die gesamte Region, sagte Landtagsabgeordneter Georg Ecker (Die Grünen): „Dass vor allem auch die Unternehmen hier im Waldviertel davon profitieren und dass zunehmend mehr lokale Betriebe hier wieder verstärkt eingebunden werden - das sehe ich sehr positiv.“

Auf Bundesebene setzen sich die Neos in der Sicherheitspolitik für ein europaweites Heer ein. Indra Collini betonte, dass Allentsteig auch auf europäischer Ebene punkten könne: „Allentsteig ist ein großer Wert, den Österreich in der Europäischen Union einbringen kann, indem dieser Truppenübungsplatz allen zur Verfügung steht, um sich im militärischen Bereich weiterzuentwickeln“.

Ausbau zum Gefechtsübungsplatz
Die Kapazitäten des Truppenübungsplatzes im Waldviertel liegen bei 2.320 Betten. Im Jahr 2018 wurden 912 Schießübungen mit insgesamt 44.510 Schützen abgewickelt. Derzeit befinden sich niederländische Truppen in Allentsteig. Sie nutzen eine moderne Simulationstechnik, die Bewegungen und Aktionen ganzer Brigaden in Echtzeit aufnimmt und im Anschluss unmittelbar analysiert werden kann.

Diesen Bereich wolle man ausbauen, sagt der niederösterreichische Militärkommandant Martin Jawurek: „Allentsteig soll sich weiterentwickeln zu einem Gefechtsübungsplatz, auf dem wir vor allem mit modernster Simulation und mit modernster Computertechnik arbeiten können.“ In Teilen setze man schon darauf, in Zukunft solle es mehr werden, so Jawurek. Derzeit würde es jedoch noch an den erforderlichen finanziellen Mitteln mangeln.

Publiziert am 27.03.2019
Allentsteig: Politik am Truppenübungsplatz
 

Bunker Ratte

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#24
Forsthäuser beim Haidhof in Allentsteig:
zuletzt im Waldviertel, fuhr ich auf der L75 durch den Tüpl, nahe der Landesstrasse kamen die einstiegen Forsthäuser des Haidhofes zum Vorschein.
die Gebäude sind denkmalgeschützt!

bei den Geocachern konnte ich lesen:
An diesem Lost Place stehen die Häuser schon seit einigen Jahren komplett leer. Meines Wissens nach wurden sie im 2. Weltkrieg errichtet und dienten als Forsthäuser für den auf der anderen Straßenseite liegenden Haidhof. In den letzten Jahrzehnten waren hier immer Offiziere des Bundesheeres mit ihren Familien wohnhaft bis eben die letzte Familie vor etlichen Jahren umgezogen ist. Hinter den Häusern befindet sich das Lager Kaufholz (Übungslager des Österreichischen Bundesheeres).

Der Haidhof, eine Gehöftgruppe, etwas abseits der Straße Allentsteig-Edelbach, liegt zwischen dem Kaufholz und dem Malerteich. Hier dürfte früher ein Zehenthof der Allentsteiger Herrschaft gestanden haben und es ist wahrscheinlich, dass sich der Haidhof an der Dorfstelle der abgekommenen Siedlung Dörfleins erhob. Diese Vermutung bestärkt urkundliche Nachrichten, die von einer Haidstatt sprechen, auf der sich vormals der Ort Dörflein befunden habe. Nähere Mitteilungen über die Geschichte des Haidhofes liegen nicht vor, die bekannten Beschreibungen führen nur ein im 17. Jahrhundert begangenes Verbrechen des Mordes und seiner Sühne an, doch ist anzunehmen, dass die Herrschaft Allentsteigs ihren Wirtschaftshof an Bauern ausgab, als die josefinische Reformen die Aufteilung von Meierhöfen in Bauernwirtschaften gestattete.
Quelle: Alte Heimat, Deutsche Umsiedlungsgesellschaft Berlin 1942

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Anhänge

#26
Bei den "Geochachern" zu lesen:
Kleiner Hinweis:
Wenn auch als LP ausgewiesen, die Männer der "Militärstreife" (für die Kollegen in D -> Feldjäger) kennen keinen Pardon!
Gelten diese Häuser noch als militärische Anlage? Dann könnte die MP handeln (Sicherheitsdienst), ansonsten können sie nur gegen Militärangehörige aktiv werden. Bei Zivilisten könnens sie nur die Polizei rufen ;-) (und wahrscheinlich anhalten wegen Gefahr im Verzug...)
Oder hat sich da die Gesetzgebung in den letzten 20 Jahren geändert?
 

josef

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#28
Bundesheer baut Übungsdorf in Allentsteig aus
Die urbane Trainingsanlage Steinbach am Truppenübungsplatz (TÜPL) Allentsteig (Bezirk Zwettl) wird ausgebaut. Soldatinnen und Soldaten können hier moderne Gefechte in verbauten Gebieten üben.
Der Boden vibriert, Rauch versperrt die Sicht und dazu gibt es Lichteffekte: So wird im urbanen Trainingslager Steinbach eine Explosion in einem Haus simuliert. Das entspreche einem modernen Gefecht, sagt der Sprecher des Truppenübungsplatzes Allenststeig, Dietmar Butschell. Übungsmöglichkeit besteht für eine Kompanie, also etwa für 100 Personen, nach dem Ausbau soll die Kapazität für ein gesamtes Bataillon vorhanden sein.


Bundesheer
In der urbanen Trainingsanlage können Soldatinnen und Soldaten, aber auch Einsatzkräfte der Polizei oder der Feuerwehr üben

Silhouettenhäuser aus Eschenholz
Bisherige Ausbaupläne waren aufgrund Budgetmangels verworfen worden. Doch nun genehmigte das Bundesministerium für Landesverteidigung den Ausbau der Anlage mit Eigenmitteln. Die ersten Ausbauschritte werden daher mit TÜPL-Totholz, Schüttmaterial und Schotter aus den TÜPL-Steinbrüchen sowie mithilfe von Heerespersonal und -maschinen bewerkstelligt. So werden etwa Silhouettenhäuser in erster Linie aus Eschenholz gebaut, denn „von dem gibt es aktuell aufgrund der Borkenkäferplage sehr viel“, sagt Butschell.

Schon jetzt kommen auch andere Einsatzkräfte für Übungen zur urbanen Trainingsanlage Steinbach sowie zur dazugehörigen Rette- und Bergeausbildungsanlage. „Polizistinnen und Polizisten proben das Verhalten bei Demonstrationen, Feuerwehrleute simulieren die Suche nach Verschütteten nach dem Einsturz eines Hochhauses“, erklärt Butschell.


Bundesheer
Die ehemalige Ortschaft Steinbach wurde für Übungszwecke adaptiert

Bei der urbanen Trainingsanlage Steinbach im Bereich Mitte-Nord des TÜPL Allentsteig handelt es sich um eine ehemalige Ortschaft. Steinbach wurde 1939 durch die Deutsche Wehrmacht abgesiedelt - mehr dazu in 80 Jahre TÜPL: 42 Dörfer mussten weichen(noe.ORF.at; 3.11.2018). Einige wenige Gebäude sowie die Ortskapelle wurden später wieder durch das Österreichische Bundesheer instandgesetzt und für Ausbildungs- und Übungsvorhaben adaptiert. Die Eröffnung der Trainingsanlage erfolgte im November 2011.

Publiziert am 05.05.2019
Bundesheer baut Übungsdorf in Allentsteig aus
 

josef

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#29
Übungsdorf...
Schon jetzt kommen auch andere Einsatzkräfte für Übungen zur urbanen Trainingsanlage Steinbach sowie zur dazugehörigen Rette- und Bergeausbildungsanlage. „Polizistinnen und Polizisten proben das Verhalten bei Demonstrationen...
Hoffentlich für das Verhalten gegenüber den "echten" gefährlichen Radaumachern und nicht gegen friedliche, von ihren demokratischen Rechten gebrauch machenden Demonstranten...
 

kallepirna

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#30
Braucht man sowas Wirklich, schade ums Geld. Das Militär gehört abgeschafft, wenn die Regierungschefs sich unéins sind sollen sie es unter sich ausmachen. Warum soll der Kleine Mann immer den Kopf hinhalten, und die Herrschaften die es verzapft haben sitzen im Sicheren Bunker. mfg.kallepirna
 

adasblacky

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#31
Braucht man sowas Wirklich, schade ums Geld. Das Militär gehört abgeschafft, wenn die Regierungschefs sich unéins sind sollen sie es unter sich ausmachen. Warum soll der Kleine Mann immer den Kopf hinhalten, und die Herrschaften die es verzapft haben sitzen im Sicheren Bunker. mfg.kallepirna
Also die Anlage gibt es schon ewig, sie wird nur erweitert, und wer sich informiert, erkennt dass die Anlage vor allem zum Üben von Schutzaufgaben dient. Deshalb wird auch die Feuerwehr und Polizei dort üben.
Tüpl Allentsteig - Bundesheer Truppenübungsplatz Jagd Trainingsanlage: UTA-Steinbach

Ach ja, die militärische Landesverteidigung ist eine von 4 Säulen/Aufgaben des Bundesheeres. Ich find das schon sehr cool, dass die Burschen für uns schneeschaufeln, erntehelfen, Sandsäcke füllen, Aufräumungsarbeiten durchführen, Leute retten, ...
Während der Jugoslawienkrise waren die Steirer heilfroh über das BH und frag mal die Burgenländer ob das BH im Grenzsicherungseinsatz so schlecht war.
Lass uns mal den Krieg abschaffen und den Terrorismus besiegen, dann red ma über Militär abschaffen.
 

josef

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#32
1939: Kriegsvorbereitungen in Döllersheim
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Am 1. September 1939 hat der Zweite Weltkrieg begonnen. In Niederösterreich haben die Vorbereitungen auf den Krieg bereits ein Jahr zuvor begonnen. Im Waldviertel, im sogenannten Döllersheimer Ländchen, haben die Nazis einen Truppenübungsplatz angelegt.
Im März 1938, nach dem „Anschluss“ Österreichs, machten sich viele Waldviertler Hoffnungen auf einen Aufschwung der Region, denn Adolf Hitler hatte in der Region familiäre Wurzeln. Damals berichtete auch noch die „Ostmark Wochenschau“ stolz über die „Heimat des Führers“ und zeigte die Orte, in denen Hitlers Vorfahren gelebt hatten: „Wir sehen das Geburtshaus der Großmutter, Anna Maria Schicklgruber, und das Geburtshaus des Vaters, Alois Hitler, ein Kleinbauernhaus in Strones.“ Bald darauf erließ Hitler ein Verbot, an den ehemaligen Wohnhäusern seiner Familie und Verwandten Gedenktafeln anbringen zu lassen. Die Waldviertler verloren ohnehin bald den Stolz und den Grund, ihre Region als die „Führerheimat“ zu bezeichnen.

Doch nur wenige Wochen später war alles vorbei. Etwa 7.000 Menschen in 42 Dörfern mussten ihre Häuser und Höfe verlassen. Der Grund: Die deutsche Wehrmacht plante, im Döllersheimer Ländchen, einem Landstrich zwischen Zwettl, Horn und Allentsteig, einen Truppenübungsplatz zu errichten.

„Wo sollen wir denn hingehen?“
In Interviews mit dem ORF Niederösterreich erinnerten sich 1988 Menschen, die 50 Jahre zuvor von der Aussiedelung betroffen waren, an die Ereignisse des Jahres 1938. Sie alle mussten damals mit ihren Familien ihre Dörfer verlassen, hatten aber in anderen Gemeinden des Waldviertels einen neuen Wohnsitz gefunden. Johanna Schaidl: „Jeder hat geschrien, dass es das nicht geben kann, dass sie uns von unseren Häusern verscheuchen. Wo sollen wir denn hingehen?“ Franziska Klein: „Es hat geheißen, Döllersheim und alle 42 Ortschaft müssen weg.“ „Jetzt sind wir schon so viele Jahre hier, schon unsere Großeltern, wo sollen wir denn hin. Es war wie eine kalte Dusche“, sagte Elfriede Schiller.

ORF
„Bei unserem Nachbarn war die erste Zusammenkunft. Da ist nur geweint worden, als wir den Ernst der Lage erfahren haben“, erzählte der von der Aussiedlung betroffene Friedrich Hochleitner.

Bereits im August 1938 waren die ersten Soldaten auf dem neuen Truppenübungsplatz im Döllersheimer Ländchen. Für die deutsche Wehrmacht war es schon längere Zeit klar, dass sie für die Umsetzung ihrer militärischen Pläne Möglichkeiten zur Vorbereitung braucht, erklärt Stefan Eminger vom Niederösterreichischen Landesarchiv: „Die Wehrmachtsgeneräle haben etwas Passendes gesucht. Im Bereich des Waldviertels haben sie so einen Platz gefunden: eine strukturschwache Region, relativ dünn besiedelt, relativ kleine Hofgrößen und eine relativ hohe Zustimmung zum Nationalsozialismus. Man hat sich dort den geringsten Widerstand erwartet.“

80 Jahre Zweiter Weltkrieg
Christian Rapp, Wissenschaftlicher Leiter des Hauses der Geschichte in Sankt Pölten: „Gründe für die Schaffung des Truppenübungsplatzes waren auch, dass diese Gegend mit Wäldern und Wiesen möglichst abwechslungsreich war. Sie war aber auch verkehrstechnisch gut angebunden. Der Truppenübungsplatz gehörte zum Wehrbezirk XVII, der damals Nieder- und Oberdonau sowie Wien umfasste. Das heißt, man musste sowohl von Linz als auch Wien schnell den Truppenübungsplatz erreichen können.“

„Jeder hat auf sich schauen müssen“
Den Betroffenen im Döllersheimer Ländchen blieb damals nur wenig Zeit für die Aussiedelung. Sie mussten den Befehlen gehorchen, Widerstand war zwecklos, wie Johann Weixlberger im Jahr 1988 erzählte: „Man kann sagen, dass auch die hundertprozentigen Nationalsozialisten einen heimlichen Groll im Bauch mit sich getragen haben. Es war ihnen nicht alles eins, wenn sie ihre Heimat jetzt verlassen müssen.“ Friedrich Hochleitner: „Bei unserem Nachbarn war die erste Zusammenkunft, da ist nur geweint worden, als wir den Ernst der Lage erfahren haben.“ Auch Anton Jonas war einer der zahlreichen Betroffenen: „Jeder hat auf sich selbst schauen müssen, und keiner hat sich um den anderen gekümmert.“

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gab es kurz Hoffnung, dass die Menschen in ihre Dörfer zurückkehren können. Doch bis 1955 war das Areal unter sowjetischer Verwaltung, 1957 übernahm es – in verkleinerter Form – das Österreichische Bundesheer.
Reinhard Linke, noe.ORF.at
Links:
Wissenschaft: 1939: Kriegsvorbereitungen in Döllersheim
 

josef

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#33
Rauchsäulen vom Truppenübungsplatz Allentsteig
Trockene Wiese fing bei Scharfschießübung Feuer. Kleinbrand kann sich nicht ausbreiten.


privat

Zu einem Brandausbruch kam es am 19. September am Truppenübungsplatz (TÜPl) Allentsteig. Die Rauchsäule konnte man bereits von Schrems aus sehen.

„Es brennt kein Wald“, konnte TÜPl-Pressesprecher Dietmar Butschell gleich Entwarnung geben. In der Nähe von Poppen entstand ein Kleinbrand, „wie es ihn 100 Mal pro Jahr am TÜPl gibt“, so Butschell. Bei einer Scharfschießübung ist durch die Munition eines Überschweren Maschinengewehrs eine trockene Wiese in Brand geraten.

Den Brand zu löschen kommt nicht in Frage, weil sich dieser in einer Blingängergefährdeten Zone befindet. „Die übende Truppe beobachtet den Brand weiter. Dort in der Nähe wurden Brandschutzstreifen angelegt. Dadurch wird das Feuer kleinräumig bleiben und sich nicht ausbreiten“, betont Butschell gegenüber der NÖN.


privat

Von René Denk.
Rauchsäulen vom Truppenübungsplatz Allentsteig

Weitere Links zu vorhergegangenen Flurbränden am Tüpl:
Zwei Brände nach Schießübungen am TÜPl Allentsteig

TÜPl kontert Kritik nach Bränden
 

josef

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#34
Allentsteig: Blindgänger erschweren Rodung

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Wie dramatisch die Situation rund um den Borkenkäfer im Waldviertel ist, zeigt sich am Truppenübungsplatz in Allentsteig, wo derzeit Tausende Hektar Fichten abgeholzt werden. Dort sind europaweit einzigartige Spezialfahrzeuge im Einsatz, weil die Gefahr von Blindgängern besteht.
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In der Zone A des Truppenübungsplatzes in Allentsteig (Bezirk Zwettl) zeigt sich ein beinahe gespenstisches Bild. Wo einst dichte Wälder standen, sind mittlerweile alle Fichten abgestorben. Das betroffene Gebiet zu betreten, ist verboten. Zu groß ist die Gefahr von Blindgängern im Übungsareal des Österreichischen Bundesheeres.

Dadurch ist eine Rodung der durch den Borkenkäfer geschädigten Bäume ein aufwendiges Unterfangen, das Spezialgeräte erfordert. 6.000 Hektar Fichte standen ursprünglich am Truppenübungsplatz. Seit mehr als einem Jahr wird daran gearbeitet, den vom Borkenkäfer stark befallenen Wald abzuholzen.

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Die Kabine des Harvesters ist splittergeschützt

Seit Jänner ununterbrochene Abholzung der Fichten
Gefällt werden können die Fichten am Truppenübungsplatz ausschließlich mithilfe eines hochmodernen und splittergeschützten Harvesters. Ergänzt wird der Spezialfuhrpark von zwei ebenso gepanzerten Vorlader-Fahrzeugen. Diese Arbeiten sind an ein Unternehmen vergeben worden, das zu Beginn 24 Stunden am Tag sieben Tage die Woche geschlägert hat.

„Das ist reinste Militärtechnik. Der Stahlbau ist wie bei den Panzern vom Leopard mit 20 Millimeter starkem gewalztem Stahl. Außerdem wurde ein Monocoque in die ganze Kabine verbaut. Die Fenster sind 96 Millimeter dick und komplett schuss- und splittersicher. Das ist in Europa einzigartig“, erzählt Peter Kerschbaumer, Einsatzleiter der Klade-Group, die das Holz erntet. Auch die beiden Vorlader sind auf diese Art splittergeschützt.

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Jede Woche verlassen 120 Lkw-Ladungen mit Schadholz den Truppenübungsplatz Allentsteig

Als die Holzernte im Jänner begann, wurden sogar noch größere Mengen abgeholzt als heute. Fast rund um die Uhr standen Spezialgeräte und Arbeitskräfte dafür im Einsatz, erzählt Einsatzleiter Kerschbaumer. „Wir sind zu Beginn 18 bis 20 Stunden in zwei Schichten mit zwei Fahrern gefahren, aber durch die Nachtschichten mit eingeschränkter Sicht und die psychische Belastung haben wir die Schichten umgestellt auf ein Zehn-Stunden-System.“ Trotz der inzwischen reduzierten Abholzarbeiten verlassen den Truppenübungsplatz wöchentlich 120 Lkw-Ladungen mit Borkenkäferholz. Geschlägert wird nach wie vor täglich.

Drei Viertel des Waldbestandes vom Borkenkäfer befallen
In der sogenannten Kernzone des Truppenübungsplatzes spricht das Österreichische Bundesheer von einem „Totalausfall der Fichte“. Der Fichtenanteil betrug vor dem starken Borkenkäferbefall circa 75 Prozent. „Ebendieser Anteil ist jetzt befallen. Wir sprechen hier von einer Größenordnung von circa 1.500 Hektar Wald“, sagt Herbert Gaugusch, Kommandant des Truppenübungsplatzes Allentsteig.

Ab November kommen zusätzlich Minenräum-Roboter zum Einsatz. Durch die Trockenheit kommt es bei Schießübungen immer wieder zu Bränden in den Wäldern der Kernzone, die wegen der Explosionsgefahr nicht bekämpft werden können, erzählt Kommandant Gaugusch: „Mit den Minenräum-Robotern können Blindgänger geräumt werden, ohne dass Personen gefährdet werden. Außerdem ermöglichen sie eine Bodenbearbeitung wie beispielsweise die Herstellung von Brandschutzstreifen.“

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Neuerdings werden auch Minenräum-Roboter eingesetzt

Schlägerungen werden noch Jahre dauern
Die Waldflächen werden aber ohnehin täglich weniger, der Käfer behielt in Allentsteig bislang die Oberhand. „In der Zone A war der Käfer bisher stärker. Hier haben wir den Kampf verloren und müssen sehen, dass wir mit dieser Situation entsprechend umgehen“, so Gaugusch. Die völlige Schlägerung würde noch Jahre dauern, erzählt er. Daher wird derzeit angedacht, einen Teil des Totholzes stehen zu lassen und den Wald darin natürlich aufwachsen zu lassen.
Robert Salzer, noe.ORF.at

Link:
Umwelt: Allentsteig: Blindgänger erschweren Rodung
 
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