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#41
TÜPL: Wärmebildkameras spüren Glutnester auf
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Der Waldbrand auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig (Bezirk Zwettl) beschäftigt die Einsatzkräfte mittlerweile seit vier Tagen. Die größte Gefahr geht weiter von verstreuten Glutnestern aus. Seit Dienstag spürt das Bundesheer diese auch aus der Luft auf.
Online seit gestern, 17.13 Uhr
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Aus dem Hubschrauber spüren Soldaten des Österreichischen Bundesheeres die letzten Brandherde auf – am Dienstag erstmals auch mit Hilfe von Wärmebildkameras, die Aufschluss über bisher unentdeckte Glutnester liefern sollen, „die jederzeit und sehr rasch einen Flächenbrand entfachen können“, so Herbert Gaugusch, der Kommandant des Truppenübungsplatzes Allentsteig.

Erste Erfolge brachte etwa ein Erkundungsflug gegen 15.00 Uhr im Bereich Dietreichser Graben. Die Einsatzkräfte des Bundesheeres bilden mit Unterstützung von zehn freiwilligen Feuerwehren eine neue „Auffanglinie“ nördlich dieses Brandherdes – einen Brandschutzstreifen, den die Einsatzkräfte zusätzlich bewässert haben, um das Feuer aufzuhalten. Bisherige „Auffanglinien“ hätten das Feuer gehalten, so Gaugusch.

Luftaufklärung/BMLV
Dienstagnachmittag lieferte ein Aufklärungsflug Bilder eines wieder aufgeflammten Brandherdes (heller Fleck; Anm.) im Bereich Dietreichser Graben

Die Glutnester sind jedoch bekanntlich nicht das einzige Problem in dem Gebiet, sondern auch die zahlreichen potenziellen Blindgänger auf dem Truppenübungsplatz. Selbst wenn Erkundungsflüge in der Luft Brandherde zutage fördern, muss man dem Kommandanten zufolge erst genau prüfen, in welchem Gebiet die Feuerquelle liegt.

Splittergeschützte Fahrzeuge wegen Blindgängern
Besteht am jeweiligen Ort tatsächlich erhöhte Gefahr durch Blindgänger, dürfen nur spezielle splittergeschützte Löschfahrzeuge anrücken. Andernfalls bräuchte es weitere „Auffanglinien“. „Wir hatten mit Hilfe der ‚Auffanglinien‘ zuletzt keine weiteren Ausbreitungen, aber natürlich müssen wir die Lage weiterhin sehr gut beobachten“, so Gaugusch.

Im Moment sind die großen Flächenbrände zwar gelöscht. Doch auch wenn derzeit keine hohen Flammen mehr zu sehen sind, mit einem „Brand aus“ rechnet Gaugusch erst gegen Ende der Woche – mit Unterstützung der prognostizierten Niederschläge. Momentan ist die Gefahr eines erneuten Entfachens des Feuers durch die Kombination aus verstreuten Glutnestern und ausgetrockneter Vegetation jedenfalls nicht gebannt.
30.02.2022, Veronika Berger, noe.ORF.at
TÜPL: Wärmebildkameras spüren Glutnester auf
 

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#42
1957: Ein Neubeginn am Truppenübungsplatz
NÖN Zwettl. 30. MÄRZ 2022, JB Joachim Brand


Schon 1957 standen von den ehemaligen Orten am Truppenübungsplatz nur mehr Ruinen ...
Fotos: Stadtarchiv Zwettll

Keine Liegenschaft des Österreichischen Bundesheeres ist so bekannt wie der TÜPl Allentsteig im Waldviertel. Seit Gründung durch die Deutsche Wehrmacht hat sich hier viel verändert.

Von Truppenübenden oft verwünscht, von Militärs gerne beübt und von der angrenzenden Zivilbevölkerung manchmal missverstanden. Auf seine Art ist dieses militärische Übungsgelände einzigartig in Österreich.

Während der Regierungszeit von Julius Raab wurde der Truppenübungsplatz 1957 an das Bundesheer übergeben. Vorangegangen war die Enteignung des Gebietes 1938 durch die Deutsche Wehrmacht. Danach nützte die Rote Armee die Baulichkeiten als Kriegsgefangenenlager und später die Schießbahnen und die Infrastruktur als militärisches Übungsgebiet. Nach dem Abzug der Roten Armee wurde das weitläufige Gelände sowohl dem Bundesheer als auch ein nicht unbeträchtlicher Teil der Windhag’schen Stipendien Stiftung zugesprochen.

Im Laufe seiner wechselhaften Geschichte geriet das nunmehr unbesiedelte Gebiet in den Fokus zahlreicher Begehrlichkeiten. Neben nachvollziehbaren Forderungen zur Wiederbesiedelung erfolgten Planungen zum Straßenausbau. Weiters war das Gebiet als Atomendlager, Mülldeponie, als bevorzugtes Jagdrevier oder mit einem neuen Campingplatz im Stauseebereich immer wieder im Gespräch. Zwischenzeitlich rücken selbst Windräder immer näher. Trotz des zusätzlichen Schutzes des Geländes als Natura 2000-Gebiet wurde sogar über die Errichtung eines Gefängnisses nachgedacht.

157 Quadratkilometer Fläche mit vielen Aufgaben
Die ursprünglich beabsichtigte Übernahme der Forst- und Jagdaufgaben des TÜPl durch die Bundesforste hätte sich für das Bundesheer fatal ausgewirkt. Es wäre nur mehr Untermieter mit beschränkten Möglichkeiten gewesen. Nachdem im Frühjahr 2012 das Vorhaben, das TÜPl- Gelände an die österreichischen Bundesforste zu vergeben, endgültig ad acta gelegt wurde, ging es wieder aufwärts. Ab 2019 wurde mit der neuen Bezeichnung Gefechtsübungszentrum ein fortschrittlicher Weg vorgezeichnet. Inzwischen erhielt das TÜPl-Kommando eine ganz neue Organisationsstruktur.

Während für den militärischen Bereich das TÜPl-Kommando verantwortlich zeichnet, sind im MSZ 6 (Militärisches Servicezentrum 6) die Aufgaben der Buchhaltung und der Materialbuchhaltung zusammengeführt. Beim Leiter des MSZ 6 Andreas Berger laufen die Fäden für Finanzmittel, der Kontrolle, aber auch der Geschäftsgebarung aus den Bereichen Forst, Landschaftspflege, Jagd, Holzernte und Steinbruch zusammen. Der Mistelbacher Andreas Berger ist für diese Position durch sein Studium als Forstakademiker im Anschluss an seine Berufsoffizierausbildung gut gerüstet.

An der Spitze der gesamten Organisation steht der TÜPl- Kommandant. Seine Aufgabe besteht darin, die unterschiedlichen Fachbereiche des 157 Quadratkilometer großen Gebietes zu koordinieren und zu leiten. Oberst Herbert Gaugusch ist seit Jahren geschäftsführender Leiter.


Der TÜPl ist heute ein riesiges Trainingsgelände, aber auch noch mehr.
FOTO: Joachim Brand

„Ich sehe die Zukunft des TÜPl in der Weiterentwicklung zu einem Trainingszentrum für Österreichs Sicherheit. Selbstverständlich schließt das die Mitbenützung der örtlichen Strukturen durch die Blaulichtorganisationen ein,“ betont Gaugusch. Er sieht die weiteren Schwerpunkte im Ausbau der urbanen Trainingsanlage Steinbach, der Erweiterung der simulationsgestützten Ausbildungsmittel und der Modernisierung der Betriebsinfrastruktur.


Die urbane Trainingsanlage Steinbach soll in Zukunft weiter ausgebaut werden.
FOTO: Joachim Brand
Bundesheer: Ein Neubeginn am Truppenübungsplatz
 

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#43
Allentsteig: Bundesheer-Eurofighter üben gemeinsam mit der deutschen Luftwaffe Luft-Boden-Schießen
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Das Bundesheer führt bis 15. April am Truppenübungsplatz in Allentsteig ein Luft-Boden-Schießen mit Eurofightern durch. Auch Piloten aus Bayern nehmen teil. Durch die Kooperation mit der deutschen Luftwaffe will das Bundesheer Erfahrungen austauschen.
Online seit gestern, 18.52 Uhr
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In einer Zeit, in der wenige hundert Kilometer von Österreich entfernt Krieg herrscht, sind viele Menschen besonders sensibel, wenn sie am Himmel Militärflugzeuge sehen und hören. Ein lautes Rauschen sei im Waldviertel in den nächsten Tagen jedenfalls kein Grund zur Sorge, betont Eurofighter-Pilot Patrick Wöss gegenüber noe.ORF.at: „Wir informieren die Bevölkerung, damit sich niemand wundert oder Angst hat, wenn plötzlich Eurofighter fliegen.“

Die Eurofighter-Piloten trainieren in Allentsteig (Bezirk Zwettl) in den nächsten Tagen gemeinsam mit ihren deutschen Kollegen des „Taktischen Luftwaffengeschwaders 74“ aus Neuburg an der Donau in Bayern ein sogenanntes Luft-Boden-Schießen.

Schüsse aus der Luft auf Zielscheiben
Wöss erklärt, was genau geübt wird: „Es gibt dort gewisse Sicherheitsvorkehrungen und es sind gewisse Ziele aufgebaut, die wir aus der Luft bekämpfen können – Zielscheiben, durch die wir eine genaue Trefferauswertung haben, bis hin zu Konvois aus alten Fahrzeugen.“ Das diene dazu, die Fähigkeiten einsetzen und erhalten zu können. Geübt wird der Einsatz der 27-Millimeter-Bordkanone.

Die Flüge für das Schießtraining finden immer wochentags statt. Trainiert wird nur tagsüber. Am Karfreitag wird nicht geschossen. Flüge im Überschall – also so, dass die Bevölkerung einen lauten Knall wahrnimmt – wird es nicht geben. Die Eurofighter fliegen mit 700-800 km/h.

Übungen finden kurze Zeit nach Brand statt
Dass diese Übungen nicht einmal zwei Wochen nach dem großen Brand am Truppenübungsplatz in Allentsteig stattfinden, sei kein Problem, heißt es vom Bundesheer. „Wir schießen nicht mit bezündeter Munition. Das heißt, das sind nur Vollmantelgeschosse. Salopp gesagt ist das ein Metallprojektil, es kann da also nichts in die Luft gehen und nichts zu brennen beginnen“, so Wöss.

Im Rahmen der Kooperation mit Deutschland ist neben dem Austausch von Erfahrungen eine weitere Vertiefung der Fähigkeiten geplant. Dadurch, dass deutsche Luftstreitkräfte in Allentsteig trainieren, können österreichische Soldaten im Gegenzug ein Luft-Luft-Schießen über dem offenen Meer in Deutschland absolvieren.
06.04.2022, red, noe.ORF.at/Agenturen
Allentsteig: Bundesheer übt mit Eurofightern
 

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#44
SCHLOSS ALLENTSTEIG
Sitz des Heeres erstmals der Öffentlichkeit präsentiert
NÖN-Zwettl, 07. MAI 2022
Sonja Eder

Informationsoffizier Oberst Julius Schlapschy erzählt prickelnd die Geschichte von Schloss Allentsteig, gespickt mit vielen Anekdoten.


Die Besucher der allerersten öffentlichen Führung durch das Schloss Allentsteig genossen die interessanten Einblicke.


Das Schloss wechselte oftmals den Besitzer. Dies bezeugen unterschiedliche Familienwappen am Gebäude.
Fotos NÖN-Sonja Eder


Schloss Allentsteig ist heute der Sitz des TÜPl-Kommandos. Seit letzter Woche darf ein Teil davon besichtigt werden. Julius Schlapschy führt durchs Gemäuer.

Noch nie zuvor war das Schloss Allentsteig der Öffentlichkeit zugänglich. Bis 1938 war es in Privatbesitz, danach nutze es das Deutsche Reich als Sitz des Kommandos nach der Errichtung des Truppenübungsplatzes Allentsteig. Und auch während der russischen Besatzung diente es dem Militär als Sitz. „In dieser Zeit verschwand viel vom Mobiliar, sogar ziervolle Türstöcke wurden herausgerissen“, so Informations-Offizier Julius Schlapschy, der die allererste öffentliche Führung am vergangenen Samstag durchführte.

Als es nach der Besatzung an die Republik Österreich überging, wurde das Schloss am 8. Mai 1957 der Sitz des Truppenübungsplatz-Kommandos. Heute befinden sich darin Büros, Arbeits- und Besprechungsräume.

Zur Begrüßung der Gäste der ersten Schlossführung zeigt Schlapschy das große Wappen der Familie Hager mit der Jahreszahl 1544. Diese baute die Burg in ein Renaissance-Schloss um. Der Innenhof, dreigeschoßig mit Flachbögen über toskanischen Säulen, gehört zu den schönsten dieser Art. Schon allein diesen Innenhof bewundern zu können, ist der Besuch des Schlosses wert. Seit 2013 auch die Heeresforstverwaltung ins Schloss einzog, zieren jagdliche Trophäen die Arkaden. Auch der Ausblick vom Bergfried über Allentsteig ist wunderschön, allein der Aufstieg über die engen Treppen bis kurz unters Dach des 42 Meter hohen Turmes ist nicht jedermanns Sache. Informationsoffizier Julius Schlapschy erzählt freudvoll und prickelnd über die Geschichte des Schlosses, unweigerlich verbunden mit der Geschichte von Allentsteig und dem Truppenübungsplatz, von Quarzminen und bei Renovierungen entdeckten Symbolen. Dazu erzählt er persönliche Erlebnisse mit Nachfahren ehemaliger Schlossbewohner und auch die eine oder andere Sage.

Schlossführungen sind auch Initiative der Stadtgemeinde
Nachdem die TÜPl-Rundfahrten, die es seit 2015 gibt, so boomen, fragte Bürgermeister Jürgen Koppensteiner bei der TÜPl-Führung wieder an. „Nach der letzten ASTEG-Sitzung war es mit Kommandant Herbert Gaugusch fixiert, und wir hatten im Nu Termine für die diesjährigen Schlossführungen vereinbart“, so Schlapschy.
Siehe auch hier...

Termine und Buchungen: www.allentsteig.gv.at/schlossfuehrungen


Sitz des Heeres erstmals der Öffentlichkeit präsentiert
 
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