USA - Israel: Angriff auf den Iran bzw. israelische Angriffe auf proiranische Hisbollah-Milizen im Libanon

josef

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#81
Trotz Waffenruhe
Gegenseitige Angriffe von USA und Iran
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Nach einem iranischen Drohnenangriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus hat das US-Militär am späten Freitagabend Ziele im Iran bombardiert. Beide Länder warfen einander gegenseitig vor, eine erst in der vergangenen Woche vereinbarte Waffenruhe gebrochen zu haben. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) teilte mit, Kampfflugzeuge hätten Raketen- und Drohnenlager sowie Küstenradaranlagen angegriffen. Die iranische Revolutionsgarde erklärte daraufhin, die Marine des Landes habe als Vergeltung US-Militärziele in der Region attackiert.
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Aus der iranischen Stadt Sirik wurden iranischen Berichten zufolge in der Nacht auf Samstag Explosionsgeräusche gemeldet. Das berichtete unter anderem das Staatsfernsehen Irib. Die Stadt in der Provinz Hormusgan liegt am Persischen Golf nahe der Straße von Hormus und war bereits in der Vergangenheit immer wieder Ziel von US-Angriffen. Auch von der Insel Gheschm wurden demnach Einschläge von Projektilen gemeldet.

Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf einen US-Beamten, dass sechs Kampfflugzeuge der US-Luftwaffe vier iranische Stellungen entlang der Straße von Hormus und auf der Insel Gheschm angegriffen hätten. Die Angriffe dauerten demnach etwa 90 Minuten.

Am Donnerstag war ein Angriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus bekanntgeworden. Nach Angaben des US-Militärs traf der Iran das unter singapurischer Flagge fahrende Handelsschiff mit einer Drohne, als dieses die Straße von Hormus entlang der omanischen Küste verließ.
Der Vorfall vor der Küste des Omans ereignete sich wenige Stunden, nachdem Irans Revolutionsgarden gewarnt hatten, dass Durchfahrten nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien.

Weltschifffahrtsorganisation unterbricht Evakuierung
Als Reaktion auf den Angriff auf das Schiff unterbrach die Weltschifffahrtsorganisation IMO zunächst ihre Evakuierung festsitzender Schiffe. Bis zu der Unterbrechung ihrer Mission in der Straße von Hormus konnte sie nach eigenen Angaben 2.500 Seefahrer evakuieren. Im Zuge der US-israelischen Angriffe auf den Iran hatte die Islamische Republik Anfang März die wichtige Meerenge durch Drohungen und Angriffe für den Schiffsverkehr weitestgehend gesperrt. Die USA reagierten im Verlauf mit einer eigenen Seeblockade für Schiffe, die iranische Häfen anliefen oder verlassen sollten. Das Rahmenabkommen sollte beide Blockaden aufheben.

Washington und Teheran hatten sich nach mühsamen Verhandlungen jüngst auf diese Vereinbarung geeinigt. Sie trat vergangene Woche in Kraft und umfasst unter anderem ein vorläufiges Ende der Kampfhandlungen sowie die Wiederöffnung der für den weltweiten Ölhandel zentralen Straße von Hormus.

Verhandlungen laufen weiter
Das Rahmenabkommen gilt zudem als Ausgangspunkt für vertiefte Verhandlungen. Diese sind zunächst auf 60 Tage angesetzt und sollen unter anderem das umstrittene iranische Atomprogramm in den Fokus nehmen. Nach den jüngsten Angriffen war zunächst unklar, was nun daraus wird.
US-Vizepräsident JD Vance schrieb nach den Angriffen seines Landes auf der Plattform X, dass der Iran ein Abkommen über eine Waffenruhe unterzeichnet habe. Die USA hätten sich daran gehalten. Sollten iranische Vertreter Einwände gegen die Umsetzung der Vereinbarung haben, könnten sie sich telefonisch melden. „Gewalt wird jedoch mit Gewalt beantwortet“, betonte er.

Die iranische Revolutionsgarde verwies in ihrer Stellungnahme zu Gegenschlägen ebenfalls auf die vereinbarte Waffenruhe. Laut Rahmenvereinbarung liege die Verantwortung der Regelung des Verkehrs durch die Straße von Hormus beim Iran, hieß es dort. In der veröffentlichten Vereinbarung ist dies indes nicht explizit so beschrieben.

Das „Wall Street Journal“ zitierte einen hochrangigen US-Beamten mit der Aussage, dass die Waffenruhe trotz der erneuten Angriffe weiterhin bestehe. Die US-Angriffe seien ausschließlich eine Vergeltungsmaßnahme für den Angriff auf das Frachtschiff, hieß es.

Rahmenabkommen zwischen Libanon und Israel
Eng verbunden mit dem Kriegsende zwischen den USA und dem Iran ist auch der Konflikt im Libanon zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz. Am Freitag einigten sich der Libanon und Israel auf ein Rahmenabkommen. Die Vereinbarung sei ein „erster Schritt“ in Richtung eines dauerhaften Friedens zwischen beiden Ländern, sagte US-Außenminister Marco Rubio in Washington.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lobte die Vereinbarung und bezeichnete sie als schwere Niederlage für den Iran. Die Hisbollah-Miliz lehnte das Abkommen jedoch ab und sieht sich nicht daran gebunden. Die Schiiten-Miliz – die als wichtigster nicht staatlicher Verbündeter Irans gilt – nahm an den mehrere Tage dauernden Gesprächen in der US-Hauptstadt nicht teil. Die libanesische Regierung wiederum ist keine Kriegspartei.
27.06.2026, red, ORF.at/Agenturen

Trotz Waffenruhe: Gegenseitige Angriffe von USA und Iran
 

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#82
Nach US-Attacken
Iran greift US-Basen in Kuwait und Bahrain an
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Inmitten der Waffenruhe im Krieg zwischen den USA und dem Iran scheint die Lage erneut zu eskalieren. Nachdem mehrere Schiffe in der Straße von Hormus beschossen worden waren, flogen die USA eigenen Angaben zufolge in der Nacht auf Mittwoch Angriffe auf mehr als 80 Ziele im Iran. Teheran drohte mit Vergeltung und griff nach eigenen Angaben Mittwochfrüh US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain an. Teheran und Washington arbeiten derzeit an einem Abkommen zur Beendigung des Krieges.
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Die iranischen Streitkräfte hätten mit Raketen und Drohnen „85 wichtige US-Armeeanlagen“ in den beiden Ländern angegriffen, hieß es in einer am Mittwoch vom iranischen Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung der Revolutionsgarde. Bei dem Vergeltungsschlag habe es sich um einen gemeinsamen Einsatz der Marine- und der Luft- und Raumfahrtkräfte der Revolutionsgarde gehandelt. Dabei sei auch eine MQ-9-Drohne der USA abgeschossen worden.

In den Golfstaaten Kuwait und Bahrain wurde Luftalarm ausgelöst. „Die kuwaitische Luftabwehr wehrt derzeit feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab“, erklärte die Armee des Landes im Onlinedienst X. In Bahrain waren mehrere Explosionen zu hören. Das Innenministerium rief die Bevölkerung auf, ruhig zu bleiben und sich in Sicherheit zu bringen. Der Iran meldete indes weitere Angriffe auf Bahrain. Es gab Berichte von Raketenstarts nahe der iranischen Hafenstadt Buschehr. Diese ist etwa 300 Kilometer von Bahrain entfernt.

Die Führung in Teheran hatte nach den US-Angriffen mit Vergeltung gedroht: „Der Iran spricht eine ernste Warnung vor den Folgen des Vertragsbruchs durch die USA aus“, hieß es in einer auf Telegram veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums. Der Iran werde „entschlossene Maßnahmen ergreifen, um seine Interessen und seine nationale Sicherheit zu schützen“.

US-Angriffe auf über 80 Ziele im Iran
Die USA griffen den Iran nach Eigenangaben an, da sie Teheran dafür verantwortlich machten, erneut mehrere Schiffe in der Straße von Hormus beschossen zu haben. Die US-Angriffe seien in und um die Meerenge erfolgt und hätten sich gegen mehr als 80 Ziele im Iran gerichtet, teilte das für die Region zuständige Regionalkommando Centcom mit. Das Militär habe unter anderem Luftabwehrsysteme, Schiffsabwehrraketen und mehr als 60 Boote der Revolutionsgarde getroffen.

Damit sei die Fähigkeit des Iran beeinträchtigt worden, den Schiffsverkehr in der Meerenge zu stören. Die Angriffe seien vier- oder fünfmal stärker gewesen als Attacken vor rund anderthalb Wochen, berichtete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf einen US-Regierungsbeamten.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte bezeichnete die jüngsten Angriffe der USA auf den Iran als „absolut notwendig“. Der Iran habe die bestehende Waffenruhe „im Grunde genommen verletzt“, so Rutte am Rande des NATO-Gipfels in Ankara am Mittwoch. Es sei „absolut entscheidend, dass die USA entschlossen reagieren“, fügte er hinzu.

Schiffe in Straße von Hormus beschossen
Die US-Armee begründete die Angriffswelle mit dem Beschuss von drei Tankern im Bereich der Straße von Hormus, für den Washington die Führung in Teheran verantwortlich machte. „Die iranische Aggression war ungerechtfertigt und gefährlich und stellte einen eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhe dar“, so Centcom. Der Iran werde dafür „einen hohen Preis zahlen“.

Iranische Medien berichteten infolge der US-Angriffe von mehreren heftigen Explosionen in der Region. Unter anderem seien sechs Explosionen auf der Insel Keschm zu hören gewesen und sieben in der Stadt Sirik, berichtete der Sender IRIB. Zudem habe es Explosionen in der wichtigen Hafenstadt Bandar Abbas gegeben.

USA widerrufen Lizenz für iranische Ölexporte
Die USA widerriefen zuvor als Reaktion auf die Attacken auf die Öltanker eine Ausnahmegenehmigung zum Verkauf von iranischem Öl. Auf den Märkten sorgte die Eskalation für einen Sprung des Ölpreises. Er stieg zu Handelsbeginn in Asien um mehr als 2,5 Prozent. Damit lagen die Ölpreise auf dem höchsten Stand seit zwei Wochen.

Das iranische Außenministerium verurteilte die Entscheidung der USA. Dieser Schritt verstoße gegen das Islamabad-Memorandum zur Waffenruhe, teilte das Ministerium mit. Man mache Washington für die Folgen verantwortlich und werde alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die eigenen Interessen und die nationale Sicherheit zu wahren.

Die jüngsten Angriffe auf Schiffe schürten die Sorge um die Sicherheit der Schifffahrt in der für den Welthandel bedeutenden Straße von Hormus. Im Zuge des von den USA und Israel begonnenen Iran-Krieges hatte Teheran die Meerenge de facto für die Schifffahrt geschlossen. Die USA blockierten ihrerseits iranische Häfen.

Diplomatische Bemühungen
Was die gegenseitigen Angriffe für die diplomatischen Bemühungen für ein Ende des Krieges bedeuten, ist unklar. Seit der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran im vergangenen Monat wurde der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus wiederaufgenommen. Die genauen Regeln zu der Meerenge sind einer der Streitpunkte zwischen Washington und Teheran.

Der Iran beharrt darauf, dass es keine Rückkehr zu den Regeln vor dem Krieg geben werde, als die Meerenge ungehindert und kostenlos passiert werden konnte. Zudem hat Teheran Schiffe davor gewarnt, Routen außerhalb eines bestimmten Korridors entlang seiner Küste zu nutzen. Weiterer Streitpunkt der Verhandlungen sind die gegen den Iran verhängten Wirtschaftssanktionen, deren Aufhebung Teheran fordert, und die von den USA verlangte Einschränkung des iranischen Atomprogramms.
08.07.2026, red, ORF.at/Agenturen

Nach US-Attacken: Iran greift US-Basen in Kuwait und Bahrain an
 

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#83
Nach US-Angriff im Iran
Luftalarm in Kuwait, Katar und Bahrain
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Im Nahen Osten stehen die Zeichen nach der zweiten großangelegten US-Angriffswelle auf Ziele im Iran weiter auf Eskalation. Der Iran reagierte am Donnerstag erneut mit Gegenschlägen – im Fokus standen militärische Einrichtungen in Kuwait, Bahrain und Katar.
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Das Innenministerium in Bahrain rief die Bevölkerung am Vormittag auf, Ruhe zu bewahren und sich erneut zum nächstgelegenen sicheren Ort zu begeben. Berichten zufolge handelte es sich um den bereits dritten Luftalarm an diesem Tag.

Die iranischen Streitkräfte bestätigten nach Angaben von Staatsmedien zuvor Angriffe auf Ziele in den drei Golfstaaten. Im Zuge der Angriffe „gegen amerikanische Stützpunkte in der Region“ habe die Armee ein Patriot-Raketenabwehrsystem in Kuwait, ein Frühwarnsystem in Katar und Treibstofftanks in Bahrain mit „einer großen Zahl von Kamikazedrohnen verschiedener Typen“ ins Visier genommen, berichteten die Staatsmedien.

Revolutionsgarde meldet Angriffe auf US-Stützpunkte
Bereits zuvor meldeten die Marine und Luftstreitkräfte der Revolutionsgarde (IRGC) einen gemeinsamen Angriff mit Drohnen und Raketen auf US-Infrastruktur und -Einrichtungen in Kuwait und Bahrain. Beide Länder beherbergen US-Militärbasen, die nur wenige hundert Kilometer vom Iran entfernt liegen.

In Bahrain befindet sich neben dem US-Luftwaffenstützpunkt Isa etwa auch ein wichtiger Stützpunkt der US-Marine. Die Revolutionsgarde agiert unabhängig vom Rest der iranischen Streitkräfte und verfügt über eigene Einheiten der Land-, See- und Luftstreitkräfte sowie des Geheimdienstes und der Spezialstreitkräfte.

Auch in Jordanien heulten nach der Ortung iranischer Raketen im Luftraum des Landes die Sirenen, wie die staatliche Nachrichtenagentur unter Berufung auf die Regierung meldete. Acht Raketen seien abgefangen worden, es wurden keine Schäden gemeldet, hieß es.

Centcom: Angriff auf rund 90 Ziele im Iran
US-Streitkräfte griffen zuvor in der Nacht auf Donnerstag um die 90 Ziele im Iran an. Das meldete das zuständige Militärkommando Centcom in der Früh. Es handelte sich um die zweite große Angriffswelle der USA binnen 24 Stunden.

Unter den von den USA angegriffenen Zielen waren laut Centcom Luftabwehrsysteme, Küstenüberwachungsanlagen, Lagerorte für Raketen und Drohnen, Marineeinrichtungen sowie militärische Logistikinfrastruktur entlang der iranischen Küste. Bereits am Vortag hatten die USA nach eigenen Angaben über 80 Ziele im Iran angegriffen und das mit Angriffen auf Handelsschiffe begründet. Mit der neuen Militäroffensive solle die Fähigkeit des Iran geschwächt werden, „die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen“, wie Centcom zur zweiten Angriffswelle mitteilte.

Berichte über Explosionen in Hafenstädten
Iranische Staatsmedien berichteten von Explosionen an mehreren Orten, darunter in Buschehr, wo sich ein iranischer Kernkraftwerkskomplex befindet, sowie in den südlichen Hafenstädten Tschahbahar, Konarak, Bandar Abbas, Sirik und auf der Insel Abu Musa im Persischen Golf.

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna wurden auch Gebäude auf dem Flughafen der Stadt Iranschahr beschädigt. Zudem sei eine Eisenbahnbrücke in der nordöstlichen Provinz Golestan getroffen worden, meldete der Staatssender IRIB.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums wurden bei den beiden US-Angriffswellen mindestens 14 Menschen getötet und 78 weitere verletzt.

„Wer angreift, wird selbst angegriffen“
Die Revolutionsgarde warnte laut einer von IRIB veröffentlichten Erklärung, dass der Iran seine Reaktion auf andere US-Stützpunkte in der Region ausweiten werde, sollten die USA Vergeltungsmaßnahmen ergreifen. Auch Teherans Chefunterhändler Mohammed-Bagher Ghalibaf drohte Washington: „Die Vereinigten Staaten haben immer noch nicht begriffen, dass Einschüchterung und Wortbruch nicht mehr ohne Folgen bleiben“, schrieb er im Onlinedienst X. „Lassen Sie mich eines klarstellen: Wer angreift, wird selbst angegriffen.“

Axios: Hinweis auf weitere US-Angriffe
Nach Informationen des US-Nachrichtenportals Axios bereitet sich das Weiße Haus auf eine mögliche mehrtägige oder sogar mehrwöchige militärische Auseinandersetzung mit dem Iran vor. Die Dauer und die Intensität der neuen Angriffe hingen von den nächsten Schritten Teherans ab, hieß es unter Berufung auf US-Regierungsbeamte. Sie könnten ein oder zwei Tage, eine Woche oder einen Monat andauern, je nachdem, ob der Iran seine Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus fortsetze, hieß es.

Trump: „Sie verletzen das Abkommen jeden Tag“
Auslöser für die jüngste Eskalation waren Angriffe auf Schiffe nahe der Straße von Hormus, die Washington Teheran zuschreibt. US-Präsident Donald Trump warf dem Iran am Mittwoch erneut eine Verletzung der bisher getroffenen Vereinbarungen vor. „Sie verletzen das Abkommen jeden Tag“, sagte der US-Präsident mit Blick auf die Führung in Teheran und das US-iranische Rahmenabkommen zur Beendigung des am 28. Februar begonnenen Krieges gegen den Iran. Die mit Teheran vereinbarte Waffenruhe sei laut Trump „vorbei“. Gleichzeitig stellte Trump weitere Verhandlungen über die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in den Raum. Der Iran wolle nach Darstellung des US-Präsidenten weiterhin ein Friedensabkommen. „Sie haben vor Kurzem angerufen, sie wollen unbedingt ein Abkommen abschließen“, behauptete Trump auf dem Rückflug vom NATO-Gipfel nach Washington.

Pakistan fordert USA und Iran zu Zurückhaltung auf
Vermittler Pakistan rief unterdessen zur Zurückhaltung auf. „Pakistan fordert alle Seiten nachdrücklich auf, ihre jeweiligen Verpflichtungen aus dem Islamabad-Memorandum of Understanding einzuhalten“, sagte das pakistanische Außenministerium.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres forderte eine Rückkehr der Konfliktparteien an den Verhandlungstisch und rief „alle Parteien dazu auf, größtmögliche Zurückhaltung zu üben, jede weitere Eskalation zu vermeiden und unverzüglich Maßnahmen zur Deeskalation zu ergreifen“.

Reuters/Office Of The Iranian Supreme Leader
Seit 4. Juli laufen im Iran großangelegte Trauerfeiern für den am 28. Februar getöteten Staatsführer Ayatollah Ali Chamenei

Eskalation während Chamenei-Trauerfeiern
Die erneute Eskalation erfolgte während der seit 4. Juli laufenden Trauerfeiern für das iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei. Mehr als vier Monate nach seiner Tötung durch einen israelischen Luftangriff soll er am Donnerstag im Imam-Resa-Heiligtum seiner Heimatstadt Maschhad – dem wichtigsten Zentrum des schiitischen Islam im Iran – beerdigt werden. Der Sarg mit Chameneis sterblichen Überresten traf am Vormittag per Flugzeug ein. Nach Angaben iranischer Medien werden Hunderttausende Menschen zum Höhepunkt der Trauerfeierlichkeiten in Maschhad erwartet. Ein Hindernis zur Teilnahme war nun allerdings die nach den US-Angriffen eingestellte Zugsverbindung zwischen Teheran und Maschhad. Die iranische Eisenbahn kündigte einen Schienenersatzdienst für die festsitzenden Reisenden an.
09.07.2026, red, ORF.at/Agenturen

Nach US-Angriff im Iran: Luftalarm in Kuwait, Katar und Bahrain
 

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#84
Irankrieg
Trump will Hormus übernehmen und die USA zum "Schutzengel der Meerenge" machen
Die USA und der Iran beanspruchen jeweils die Kontrolle über die Straße von Hormus, nachdem sich die Angriffe am Wochenende auf den gesamten Nahen Osten ausgeweitet haben

Vessels at the Strait of Hormuz, as seen from Musandam,Oman, July 13, 2026.
REUTERS/StringerREUTERS/Stringer

Nachdem sich die USA und der Iran über das Wochenende bis zum Montag erneut mit massiven Raketen- und Drohnenangriffen überzogen haben, hat US-Präsident Donald Trump eine Übernahme der Straße von Hormus in Aussicht gestellt. "Wir werden die Meerenge behalten und sie wahrscheinlich kontrollieren", sagte Trump dem US-Sender Fox News. Der Iran habe sich nicht an das Abkommen gehalten. Nun würden die USA zum "Schutzengel der Meerenge" werden. Für diesen Einsatz müsse das Land jedoch finanziell entschädigt werden, forderte er.

Die Antwort aus dem Iran folgte prompt: Teheran werde den USA nicht erlauben, sich in die Kontrolle der Straße von Hormus einzumischen, erklärte das oberste gemeinsame Militärkommando des Landes, das Khatam-al-Anbiya-Zentralhauptquartier. Zuvor hatte Teheran am Montag erneut US-Einrichtungen rund um den Persischen Golf angegriffen und erklärt, die Straße von Hormus wieder geschlossen zu haben – kurz nachdem die USA sie für geöffnet erklärt hatten.

Der Konflikt um die strategisch wichtige Meerenge bleibt einer der zentralen Schauplätze des Krieges. Teheran will dauerhaft ein Gebühren- und Genehmigungssystem für Schiffe einführen, die die Wasserstraße passieren. Die USA wollen zum Status vor dem Krieg, also der freien Durchfahrt, zurückkehren: Vor Beginn der US-israelischen Angriffe Ende Februar wurden über die Straße von Hormus rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggasexporte abgewickelt, rund 130 Schiffe passierten die Meerenge pro Tag. Doch die faktische Blockade der Straße von Hormus hatte im Krieg den Schiffsverkehr rasch zum Erliegen gebracht.

Kontrolle über Meerenge
Sie wurde zum Ass im Ärmel Teherans – weswegen der Iran weiter auf die Kontrolle der Meerenge an seiner Südküste pocht. Immer wieder versuchte Trump, in den diversen Verhandlungsrunden Teherans Griff zu lösen – ohne Erfolg.

Im Juni feierte Trump dann schließlich die Unterzeichnung des Memorandum of Understandings (MoU) als Sieg für die Navigationsfreiheit: "Schiffe der Welt, startet eure Motoren", schrieb Trump in den sozialen Medien. Und: "Lasst das Öl fließen!".

Doch Beobachter warnten, dass das Abkommen gefährlich vage formuliert sei – insbesondere dessen fünfter Artikel. Darin heißt es, der Iran werde "nach besten Kräften Vorkehrungen für die sichere Durchfahrt von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus treffen".

Das interpretiert der Iran bekanntlich als Zugeständnis seiner Kontrolle über die Meerenge und rechtfertigt damit Angriffe auf Schiffe, die die Durchfahrt ohne Genehmigung aus Teheran wagen.

Angriffe auf Bahrain, Kuwait, Oman und Jordanien
Seit dem Wochenende hat der Iran mindestens vier Frachtschiffe angegriffen. Zudem meldete Teheran mehrere Angriffe gegen US-Militäreinrichtungen in Bahrain und Kuwait, Radaranlagen im Oman sowie Treibstofflager und Munitionsdepots auf dem jordanischen Luftwaffenstützpunkt Prince Hassan.

Das US-Militär hat seinerseits erklärt, am Sonntag iranische Luftverteidigungssysteme, Küstenradaranlagen, Raketen- und Drohnenkapazitäten sowie Schnellboote angegriffen zu haben. Es war bereits die vierte Angriffswelle, seit die Feindseligkeiten in der Nacht auf Mittwoch wieder aufflammten. Nach Angaben eines Sprechers des iranischen Gesundheitsministeriums kamen bei den jüngsten US-Angriffen mindestens 17 Menschen ums Leben. Mindestens acht der Toten wurden von den iranischen Staatsmedien als Soldaten identifiziert. Zudem wurden nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens bei den US-Bombardements auch Teile der Infrastruktur beschädigt, darunter eine Wasserpumpstation.

Angriff im Jemen
Seit Sonntagabend hat laut Schiffsverfolgungsdaten jedenfalls kein kommerzielles und via Onlinedaten verfolgbares Schiff die Straße von Hormus durchquert. Am Sonntag selbst waren es laut einer Zählung der New York Times insgesamt 14 Schiffe. All das treibt die Ölpreise in die Höhe.

Indes hat sich das Kriegstheater am Montag auch auf den Jemen ausgeweitet: Dort hat das Militär den von den proiranischen Huthi-Rebellen kontrollierten Flughafen in Sanaa angegriffen, um die Landung eines Flugzeugs aus Teheran, offenbar mit einer Delegation der Miliz an Bord, zu verhindern – wegen unerlaubten Eindringens in den Luftraum. Die mit dem Iran verbündete Miliz warf Saudi-Arabien, das lange gegen die Houthis gekämpft hat, vor, hinter dem Angriff zu stecken. Seit Wochen geht die Angst um, Teheran könnte nach der Hisbollah im Libanon auch die Houthis im Konflikt gegen Israel und die USA als Stellvertreter aktivieren.


Laut der iranischen Nachrichtenagentur ISNA wurde eine Person bei einem US-Angriff in Provinz Isfahan im Bezirk Nain getötet
via REUTERS/U.S. Central Command

"Erhebliche Eskalation"
Uno-Generalsekretär António Guterres teilte auf der Plattform X mit, er sei zutiefst besorgt über die "erhebliche Eskalation". Eine Rückkehr zu umfassenden Kampfhandlungen hätte katastrophale Folgen für die Sicherheit der Region und die Weltwirtschaft. "Ich rufe den Iran und die USA nachdrücklich auf, die Verhandlungen unverzüglich wieder aufzunehmen und offene Fragen auf diplomatischem Wege zu lösen."
(fmo, Reuters, APA, 13.7.2026)
Trump will Hormus übernehmen und die USA zum "Schutzengel der Meerenge" machen
 

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#85
Nächste Angriffsnacht
Sorge vor Ausweitung des Iran-Krieges
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Im Iran-Krieg ist weiter keine Entspannung in Sicht: Die USA haben das Land in der Nacht auf Samstag erneut attackiert, es war die siebente Angriffsnacht in Folge. In der iranischen Küstenregion Jask ist nach eigenen Angaben die Wasserversorgung für Tausende Menschen inmitten großer Hitze unterbrochen. Der Iran reagierte mit Vergeltungsschlägen in den Golfstaaten und erklärte am Samstag, dass das Rahmenabkommen mit den USA keinen Bestand mehr habe.
Online seit heute, 12.15 Uhr (Update: 20.46 Uhr)
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In der Nacht auf Samstag bombardierten US-Streitkräfte nach eigenen Angaben iranische Überwachungsanlagen, unterirdische Waffenlager und andere militärische Infrastruktur. Iranische Medien sprachen dagegen erneut von Angriffen auf zivile Infrastruktur.

Während das US-Militär keine Angaben dazu machte, wo genau es attackierte, meldete der iranische Staatssender IRIB Detonationen in der Umgebung von Sirik nahe der Straße von Hormus sowie der Küstenstadt Bandar Abbas.

Laut der Nachrichtenagentur Fars gab es zudem in der Provinz Hormusgan im Süden erneut Angriffe auf Brücken. Laut dem regierungstreuen Sender Press TV wurden dort mindestens drei Zivilisten getötet und acht verletzt.

USA dementieren Berichte über explodierte Öltanker
Bevor das US-Militär die jüngste Angriffswelle in der Früh (MESZ) für beendet erklärte, hatte der iranische Sender Press TV unter Berufung auf die mächtige Revolutionsgarde den Abschuss einer US-Drohne im Bereich der Stadt Buschehr gemeldet.

Zudem stünden zwei Öltanker im Süden der Straße von Hormus in Brand. Das US-Militärkommando Centcom schrieb auf X, Behauptungen der Revolutionsgarden, zwei Öltanker seien dort explodiert, seien falsch.

Die Golfstaaten Kuwait und Bahrain gerieten unterdessen bei iranischen Vergeltungsschlägen erneut unter Beschuss. Kuwait meldete Schäden an einer Anlage zur Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung. In einem Teil der Einrichtung sei ein Feuer ausgebrochen, mehrere Generatoren seien daher vorsorglich abgeschaltet worden, so das zuständige Ministerium.

Kritik an Angriffen auf zivile Infrastruktur
Zudem gab es Berichte über Explosionen in Saudi-Arabien sowie in Jordanien, in den Ländern gibt es US-Militärstützpunkte. Laut iranischer Revolutionsgarde sollen bei Angriffen auf Stützpunkte der Luftstreitkräfte in Jordanien mindestens zwei US-Kampfflugzeuge zerstört worden sein. Unabhängig verifizieren lassen sich diese Berichte nicht.
Der Golfkooperationsrat verurteilte die jüngsten iranischen Angriffe auf zivile Infrastruktur in Bahrain, Kuwait und Jordanien. Das sei ein schwerwiegender Verstoß gegen das Völkerrecht und die UNO-Charta sowie Kriegsverbrechen, die „eine internationale Rechenschaftspflicht und strafrechtliche Verfolgung erfordern“.



In einer Erklärung drohte am Samstag der oberste Führer Modschtaba Chamenei mit „unvergesslichen Lektionen“ angesichts dessen, dass der „amerikanische Feind nun auf Kriegstreiberei (…) und eine noch größere Schande aus ist (…)“.

Experte warnt vor „totalem Krieg“
Die USA wollten durch Angriffe auf Brücken sowie andere Ziele im Landesinneren den Druck im ganzen Land erhöhen und ein Ende der iranischen Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus erzwingen, berichtete das „Wall Street Journal“ („WSJ“). Der Iran reagiere darauf mit umfassenderen Gegenangriffen.

„Diese Eskalation verschärft sich rapide und gerät außer Kontrolle“, sagte Saeid Golkar, Experte für iranische Sicherheitsfragen an der University of Tennessee, der Zeitung. Es bestehe die Gefahr, „dass wir in einen totalen Krieg zurückfallen, auch wenn keine der beiden Seiten das will.“
Seit der neuen Eskalation am Persischen Golf sind im Iran Regierungsangaben zufolge mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 500 Menschen seien bei den US-Angriffen verletzt worden, wie der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpur, auf X schrieb. Die Regierung berichtet in der Regel nur über zivile Opfer. Über Verluste unter den Streitkräften gibt es keine offiziellen Daten.

Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Huthi-Miliz
Zudem wächst die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts. Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen warnte das mit Washington verbündete Nachbarland Saudi-Arabien vor einer „Belagerung“. Man sei bereit, das Prinzip „Belagerung gegen Belagerung, Flughafen gegen Flughafen und Hafen gegen Hafen“ anzuwenden, zitierte die jemenitische Nachrichtenagentur Saba heute den Verteidigungsminister der Miliz, Mohammed al-Atafi.
Reuters/Al Masirah
Diese Woche wurde der Flughafen in Sanaa angegriffen

Dieser bezog sich damit offenbar auf einen Luftangriff am Beginn der Woche auf den Flughafen der Hauptstadt Sanaa, für den die Miliz Saudi-Arabien verantwortlich gemacht hatte. Wenig später hatte das Verteidigungsministerium der international anerkannten Regierung im Jemen, die von Saudi-Arabien unterstützt wird, die Angriffe für sich reklamiert.

Pakistan: Gefahr überregionaler Eskalation
Die Miliz gilt als einer der wichtigsten nicht staatlichen Verbündeten des Iran. Sollte es zu einer weiteren Eskalation im Iran-Krieg zwischen Washington und Teheran kommen, könnte die Huthi-Miliz wieder mit Drohungen und Angriffen am Eingang zum Roten Meer den Schiffsverkehr durch den Sueskanal zum Erliegen bringen. Das hätte nicht nur Folgen für den internationalen Handel. Falls es auch zu neuen Kämpfen zwischen Saudi-Arabien und den Huthis kommt und sich der Iran-Krieg damit auf das saudische Königreich ausweitet, könnte das nach Angaben pakistanischer Diplomatenkreise zu Problemen bei den Vermittlungsbemühungen Pakistans im Krieg zwischen Washington und Teheran führen.
Pakistan, das seit vergangenem Jahr mit Saudi-Arabien ein Militärbündnis unterhält, könnte in dem Fall „gezwungen sein, in den Konflikt einzusteigen“, sagte ein pakistanischer Diplomat der Nachrichtenagentur dpa.

Revolutionsgarde ruft Jordanier zu Kampf gegen USA auf
Die iranische Revolutionsgarde forderte unterdessen die Bewohner und Bewohnerinnen im mehrheitlich muslimischen Jordanien zum Kampf gegen die USA auf. „Eure religiöse und menschliche Pflicht besteht darin, sie mit allen Mitteln außer Gefecht zu setzen und das heilige Land Jordanien von den Mördern unterdrückter Muslime zu säubern“, hieß es in einer am Samstag von iranischen Medien verbreiteten Erklärung der mächtigen Militärorganisation.
18.07.2026, red, ORF.at/Agenturen

Nächste Angriffsnacht: Sorge vor Ausweitung des Iran-Krieges
 
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