Trotz Waffenruhe
Gegenseitige Angriffe von USA und Iran
Nach einem iranischen Drohnenangriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus hat das US-Militär am späten Freitagabend Ziele im Iran bombardiert. Beide Länder warfen einander gegenseitig vor, eine erst in der vergangenen Woche vereinbarte Waffenruhe gebrochen zu haben. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) teilte mit, Kampfflugzeuge hätten Raketen- und Drohnenlager sowie Küstenradaranlagen angegriffen. Die iranische Revolutionsgarde erklärte daraufhin, die Marine des Landes habe als Vergeltung US-Militärziele in der Region attackiert.
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Trotz Waffenruhe: Gegenseitige Angriffe von USA und Iran
Gegenseitige Angriffe von USA und Iran
Nach einem iranischen Drohnenangriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus hat das US-Militär am späten Freitagabend Ziele im Iran bombardiert. Beide Länder warfen einander gegenseitig vor, eine erst in der vergangenen Woche vereinbarte Waffenruhe gebrochen zu haben. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) teilte mit, Kampfflugzeuge hätten Raketen- und Drohnenlager sowie Küstenradaranlagen angegriffen. Die iranische Revolutionsgarde erklärte daraufhin, die Marine des Landes habe als Vergeltung US-Militärziele in der Region attackiert.
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Aus der iranischen Stadt Sirik wurden iranischen Berichten zufolge in der Nacht auf Samstag Explosionsgeräusche gemeldet. Das berichtete unter anderem das Staatsfernsehen Irib. Die Stadt in der Provinz Hormusgan liegt am Persischen Golf nahe der Straße von Hormus und war bereits in der Vergangenheit immer wieder Ziel von US-Angriffen. Auch von der Insel Gheschm wurden demnach Einschläge von Projektilen gemeldet.
Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf einen US-Beamten, dass sechs Kampfflugzeuge der US-Luftwaffe vier iranische Stellungen entlang der Straße von Hormus und auf der Insel Gheschm angegriffen hätten. Die Angriffe dauerten demnach etwa 90 Minuten.
Am Donnerstag war ein Angriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus bekanntgeworden. Nach Angaben des US-Militärs traf der Iran das unter singapurischer Flagge fahrende Handelsschiff mit einer Drohne, als dieses die Straße von Hormus entlang der omanischen Küste verließ.
Der Vorfall vor der Küste des Omans ereignete sich wenige Stunden, nachdem Irans Revolutionsgarden gewarnt hatten, dass Durchfahrten nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien.
Weltschifffahrtsorganisation unterbricht Evakuierung
Als Reaktion auf den Angriff auf das Schiff unterbrach die Weltschifffahrtsorganisation IMO zunächst ihre Evakuierung festsitzender Schiffe. Bis zu der Unterbrechung ihrer Mission in der Straße von Hormus konnte sie nach eigenen Angaben 2.500 Seefahrer evakuieren. Im Zuge der US-israelischen Angriffe auf den Iran hatte die Islamische Republik Anfang März die wichtige Meerenge durch Drohungen und Angriffe für den Schiffsverkehr weitestgehend gesperrt. Die USA reagierten im Verlauf mit einer eigenen Seeblockade für Schiffe, die iranische Häfen anliefen oder verlassen sollten. Das Rahmenabkommen sollte beide Blockaden aufheben.
Washington und Teheran hatten sich nach mühsamen Verhandlungen jüngst auf diese Vereinbarung geeinigt. Sie trat vergangene Woche in Kraft und umfasst unter anderem ein vorläufiges Ende der Kampfhandlungen sowie die Wiederöffnung der für den weltweiten Ölhandel zentralen Straße von Hormus.
Verhandlungen laufen weiter
Das Rahmenabkommen gilt zudem als Ausgangspunkt für vertiefte Verhandlungen. Diese sind zunächst auf 60 Tage angesetzt und sollen unter anderem das umstrittene iranische Atomprogramm in den Fokus nehmen. Nach den jüngsten Angriffen war zunächst unklar, was nun daraus wird.
US-Vizepräsident JD Vance schrieb nach den Angriffen seines Landes auf der Plattform X, dass der Iran ein Abkommen über eine Waffenruhe unterzeichnet habe. Die USA hätten sich daran gehalten. Sollten iranische Vertreter Einwände gegen die Umsetzung der Vereinbarung haben, könnten sie sich telefonisch melden. „Gewalt wird jedoch mit Gewalt beantwortet“, betonte er.
Die iranische Revolutionsgarde verwies in ihrer Stellungnahme zu Gegenschlägen ebenfalls auf die vereinbarte Waffenruhe. Laut Rahmenvereinbarung liege die Verantwortung der Regelung des Verkehrs durch die Straße von Hormus beim Iran, hieß es dort. In der veröffentlichten Vereinbarung ist dies indes nicht explizit so beschrieben.
Das „Wall Street Journal“ zitierte einen hochrangigen US-Beamten mit der Aussage, dass die Waffenruhe trotz der erneuten Angriffe weiterhin bestehe. Die US-Angriffe seien ausschließlich eine Vergeltungsmaßnahme für den Angriff auf das Frachtschiff, hieß es.
Rahmenabkommen zwischen Libanon und Israel
Eng verbunden mit dem Kriegsende zwischen den USA und dem Iran ist auch der Konflikt im Libanon zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz. Am Freitag einigten sich der Libanon und Israel auf ein Rahmenabkommen. Die Vereinbarung sei ein „erster Schritt“ in Richtung eines dauerhaften Friedens zwischen beiden Ländern, sagte US-Außenminister Marco Rubio in Washington.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lobte die Vereinbarung und bezeichnete sie als schwere Niederlage für den Iran. Die Hisbollah-Miliz lehnte das Abkommen jedoch ab und sieht sich nicht daran gebunden. Die Schiiten-Miliz – die als wichtigster nicht staatlicher Verbündeter Irans gilt – nahm an den mehrere Tage dauernden Gesprächen in der US-Hauptstadt nicht teil. Die libanesische Regierung wiederum ist keine Kriegspartei.
27.06.2026, red, ORF.at/Agenturen
Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf einen US-Beamten, dass sechs Kampfflugzeuge der US-Luftwaffe vier iranische Stellungen entlang der Straße von Hormus und auf der Insel Gheschm angegriffen hätten. Die Angriffe dauerten demnach etwa 90 Minuten.
Am Donnerstag war ein Angriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus bekanntgeworden. Nach Angaben des US-Militärs traf der Iran das unter singapurischer Flagge fahrende Handelsschiff mit einer Drohne, als dieses die Straße von Hormus entlang der omanischen Küste verließ.
Der Vorfall vor der Küste des Omans ereignete sich wenige Stunden, nachdem Irans Revolutionsgarden gewarnt hatten, dass Durchfahrten nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien.
Weltschifffahrtsorganisation unterbricht Evakuierung
Als Reaktion auf den Angriff auf das Schiff unterbrach die Weltschifffahrtsorganisation IMO zunächst ihre Evakuierung festsitzender Schiffe. Bis zu der Unterbrechung ihrer Mission in der Straße von Hormus konnte sie nach eigenen Angaben 2.500 Seefahrer evakuieren. Im Zuge der US-israelischen Angriffe auf den Iran hatte die Islamische Republik Anfang März die wichtige Meerenge durch Drohungen und Angriffe für den Schiffsverkehr weitestgehend gesperrt. Die USA reagierten im Verlauf mit einer eigenen Seeblockade für Schiffe, die iranische Häfen anliefen oder verlassen sollten. Das Rahmenabkommen sollte beide Blockaden aufheben.
Washington und Teheran hatten sich nach mühsamen Verhandlungen jüngst auf diese Vereinbarung geeinigt. Sie trat vergangene Woche in Kraft und umfasst unter anderem ein vorläufiges Ende der Kampfhandlungen sowie die Wiederöffnung der für den weltweiten Ölhandel zentralen Straße von Hormus.
Verhandlungen laufen weiter
Das Rahmenabkommen gilt zudem als Ausgangspunkt für vertiefte Verhandlungen. Diese sind zunächst auf 60 Tage angesetzt und sollen unter anderem das umstrittene iranische Atomprogramm in den Fokus nehmen. Nach den jüngsten Angriffen war zunächst unklar, was nun daraus wird.
US-Vizepräsident JD Vance schrieb nach den Angriffen seines Landes auf der Plattform X, dass der Iran ein Abkommen über eine Waffenruhe unterzeichnet habe. Die USA hätten sich daran gehalten. Sollten iranische Vertreter Einwände gegen die Umsetzung der Vereinbarung haben, könnten sie sich telefonisch melden. „Gewalt wird jedoch mit Gewalt beantwortet“, betonte er.
Die iranische Revolutionsgarde verwies in ihrer Stellungnahme zu Gegenschlägen ebenfalls auf die vereinbarte Waffenruhe. Laut Rahmenvereinbarung liege die Verantwortung der Regelung des Verkehrs durch die Straße von Hormus beim Iran, hieß es dort. In der veröffentlichten Vereinbarung ist dies indes nicht explizit so beschrieben.
Das „Wall Street Journal“ zitierte einen hochrangigen US-Beamten mit der Aussage, dass die Waffenruhe trotz der erneuten Angriffe weiterhin bestehe. Die US-Angriffe seien ausschließlich eine Vergeltungsmaßnahme für den Angriff auf das Frachtschiff, hieß es.
Rahmenabkommen zwischen Libanon und Israel
Eng verbunden mit dem Kriegsende zwischen den USA und dem Iran ist auch der Konflikt im Libanon zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz. Am Freitag einigten sich der Libanon und Israel auf ein Rahmenabkommen. Die Vereinbarung sei ein „erster Schritt“ in Richtung eines dauerhaften Friedens zwischen beiden Ländern, sagte US-Außenminister Marco Rubio in Washington.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lobte die Vereinbarung und bezeichnete sie als schwere Niederlage für den Iran. Die Hisbollah-Miliz lehnte das Abkommen jedoch ab und sieht sich nicht daran gebunden. Die Schiiten-Miliz – die als wichtigster nicht staatlicher Verbündeter Irans gilt – nahm an den mehrere Tage dauernden Gesprächen in der US-Hauptstadt nicht teil. Die libanesische Regierung wiederum ist keine Kriegspartei.
27.06.2026, red, ORF.at/Agenturen
Trotz Waffenruhe: Gegenseitige Angriffe von USA und Iran


