Vergessene Orte a.d.Triesting in Enzesfeld

Bunker Ratte

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#1
An einen nebeligen frühherbst Tag, bummelte ich entlang der Triesting stromabwärts neben einem Radweg, bis ich einige alte Bauwerke an der Triesting erblickte! Der Weg führte an einer ehemaligen Eisenbahnbrücke vorbei bis hinter dem Werk Enzesfeld Caro zuvor Enzesfelder Metallwerke AG, wo man noch eine alte Wehr, die einen Kanal abzweigte, der Richtung Werk Enzersfeld Caro führte finden kann. Teilweise wurden diese Werkskanäle die einst Maschinen antrieben, zumindest hat es den Anschein zu Kriegsende gesprengt. Wie auch hier in Beitrag#30 berichtet.... weiter des weges findet man noch eine weitere Brücke, über die ebenfalls, so denke ich, ein Gleis führte?

Ergänzungen zu diesem Betrieb:
geschichte_werk_enzesfeld.pdf

Reste einer Eisenbahnbrücke über der Triesting:
121.jpg


120.jpg
 

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MHSTG44

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#5
Die 2 Brücken in Beitrag 1 und Beitrag 4 (Betonfachwerkbrücke) waren damals für die Werksbahnen der Rüstungsbetriebe!
Da gab es einmal AB zu den nördlich der Triesting in Hirtenberg gelegenen Betriebe wie Kromag, Hirtenbergerger Patronenfabrik.....
Die ganze Gegend dort (Enzesfeld, Hirtenberg, Wöllersdorf, Steinfeld bei Felixdorf, Sollenau, Groß Mittel bis Wiener Neustadt usw.) war ja sowohl im 1. als auch 2. Weltkrieg ein bedeutendes Rüstungszentrum mit jeder Menge Bahnanschlüssen wie Normal- und schmalspurigen Werksbahnen.... aber das wurde in anderen Themen schon ausführlich erläutert. Die Wehranlage der Triesting wurde sicher schon in der Nachkriegszeit instandgesetzt siehe Fabriksschild in Beitrag 3 Bild 34 der Enzesfeld-Caro Metallwerke AG von Baujahr 1968! Auf jeden Fall spannende Bilder!
 

Bunker Ratte

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#6
Die 2 Brücken in Beitrag 1 und Beitrag 4 (Betonfachwerkbrücke) waren damals für die Werksbahnen der Rüstungsbetriebe!
Hallo MHSTG44,
danke für die zusätzlichen Ergänzungen zu den Brücken! Ein Stück weiter stromabwärts entlang des Radweges gibt es noch eine zweite (Betonfachwerkbrücke) über die Triesting, über diese Brücke verläuft der Radweg. Auf dem Bild 125 in Beitrag#4 der Brücke, kann man die Spuren wo die Gleise einst verliefen, bzw. die Polzen wo sie befestigt waren gut erkennen. Meine Vermutung war auch Werksbahn oder der gleichen!
Die Wehranlage der Triesting wurde sicher schon in der Nachkriegszeit instandgesetzt siehe Fabriksschild in Beitrag 3 Bild 34 der Enzesfeld-Caro Metallwerke AG von Baujahr 1968! Auf jeden Fall spannende Bilder!
Anzunehmen, daß die Anlagen im WK2 zerstört wurden!

Lg
Michi
 

MHSTG44

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#7
Die 2 Brücken in Beitrag 1 und Beitrag 4 (Betonfachwerkbrücke) waren damals für die Werksbahnen der Rüstungsbetriebe!
Genauer gesagt war die in #4 gezeigte Brücke eine Schleppbahnbrücke der Enz Caro Werke, die Brücke wird heute behördlich geduldet und dient als Zugang zum Triestingtaler Radweg/Spazierweg.
 
Zuletzt bearbeitet:

Bunker Ratte

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#8
Meine Neugier zu diesen Thema hat mich erneut zu diesen Ort geführt, genauer gesagt bin ich wieder am Triestingtaler Radweg von Enzesfeld entlang spaziert Richtung Leobersdorf, hinter dem Werk Enzesfeld Caro. Auch die Berichte von @MHSTG44 haben mich dazu bewegt, den Radweg weiter Richtung Leobersdorf zu gehen um einige Relikte des Werks neben der Triesting zu erkunden und es hat sich gelohnt.

Relikte des ehem Werkskanal:
139.jpg


Wozu diese Räumlichkeit, mit zwei Gegenüberliegenden Eingängen gedient hat entzieht sich meiner Kenntnis?
131.jpg
 

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Bunker Ratte

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#9
weitere Impressionen meines Spaziergangs hinter dem Werk, entlang der Triesting:
über diverse aufschlussreiche Erläuterungen zu den Relikten wäre ich dankbar!

146.jpg

145.jpg
 

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Bunker Ratte

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#10
die nächsten Eindrücke:
auf den Bildern 154-159 sind zwei weitere Brücken zu erkennen, über die geteerte Brücke führt der Radweg.

Bild 156
156.jpg

Bild 159
159.jpg
 

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HF130C

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#12
Danke für den interessanten Bericht.

Die Maschine im zweiten Abschnitt ist eine Turbine. Erbaut wurde sie laut den Fabriksschild von Ganz&Co in Leobersdorf, eine Filiale des Technikpionierunternehmens Ganz%Co in Budapest. Diese Firma hatte 1887 die Leoberdorfer Maschinenfabrik übernommen.

Zu sehen ist die senkrechte Turbinenwelle, wobei die Turbine selbst unterirdisch verbaut ist. Auf der Welle sitzt sichtbar das gußeiserne Kegelzahnrad, wobei die Locher für die eingesetzten Holzzähne gut erkennbar sind, teils befinden sich noch Zahnfragmente in den Löchern. Mittels dieser Zähne wurde das sichtbare kleine gußeiserne Kegelrad angetrieben, dass wiederum auf ein großes Transmissionsrad wirkt, von dem die Kraft mittels Flachriemen weitergeleitet wurde.

Es wäre interessant zu wissen, ob der Standort dieser Turbinenanlage der originale ist (führt unter dem Betonblock der Wasserkanal durch?) oder ob es sich um eine Art frühes Denkmal handelt, wo man die abgetrennte Turbinenwelle samt Kegelrädern auf einen neuen Betonsockel als Schaustück abseits des ursprünglichen Einsatzortes gesetzt hat. Letzteres würde wohl das Fehlen einer Einhausung begründen, ursprünglich sollte das Zahnradgetriebe nicht im Freien gearbeitet haben.
Ein Hinweis wäre auch, ob der Riemenlauf von der Turbine zu einem Werksgebäude passen würde bzw. sich solche Werksgebäude in unmittelbarer Nähe befunden haben.

In jedem Falle eine interesaante Anlage!
 

Bunker Ratte

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#13
Hallo HF130C,
besten dank für deine aufschlussreichen und interessanten Ausführungen zu den Thema. Ich hatte die Hoffnung, daß mir jemand weiterhelfen kann um die Situation aufzuklären. Aufschluß gebe auch hierzu ein altes Luftbild, leider konnte ich bis dato kein passendes finden. Eventuell kann hier noch wer weiterhelfen?
Es wäre interessant zu wissen, ob der Standort dieser Turbinenanlage der originale ist (führt unter dem Betonblock der Wasserkanal durch?) oder ob es sich um eine Art frühes Denkmal handelt, wo man die abgetrennte Turbinenwelle samt Kegelrädern auf einen neuen Betonsockel als Schaustück abseits des ursprünglichen Einsatzortes gesetzt hat.
Ich denke schon, daß es sich um den originalen Standort handelt. Letztendlich auch deswegen, weil der Kanal unter dem Betonblock hindurch (auf Bild 150 in Beitrag#10 zu erkennen) und weiter entlang der jetzigen Einzäunung verläuft. Habe gerade gesehen, daß dieses Bild eigentlich zu Beitrag #9 gehört hätte;). Eine Seite des ehemaligen Kanals wird jetzt als Zaunfundament des Werks genutzt. Weiters befindet sich in unmittelbarer Nähe, ungefähr 5m vor der Turbine ein Einlaufrechen wie auf Bild 142 in Beitrag#9 erkennbar ist. Leider sind die Kanäle derart verfüllt, daß man nicht mehr viel erkennen kann, auch befinden sich allgemein entlang der Triesting hinter dem Werk Berge von Betonreste, eventuell wurde die Einhausung zerstört.
Ein Hinweis wäre auch, ob der Riemenlauf von der Turbine zu einem Werksgebäude passen würde bzw. sich solche Werksgebäude in unmittelbarer Nähe befunden haben.
Also in unmittelbarer Nähe "Nein", auch konnte ich in den Werksanlagen kein hinzugehöriges Gebäude sichten, vermutlich wurde dies abgetragen oder auch zerstört. Auch für das Bauwerk in Beitrag#8 auf dem 2. grossformatigen Bild und den Bildern 132,133 und 134 habe ich keine Zuordnung, daß sich ebenfalls entlang des Kanals befindet.

Lg
Michi
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#14
Aufschluß gebe auch hierzu ein altes Luftbild, leider konnte ich bis dato kein passendes finden. Eventuell kann hier noch wer weiterhelfen?
Leider ist im "ÖNB-Lubi-Fundus"aus den 1930iger Jahren nichts zu Hirtenberg oder Enzesfeld zu finden :(
Ein Foto von Leobersdorf nach NW in Richtung heutiger Autobahnabfahrt bzw. ehem. Ziegelofen gibt auch nichts her...
 

MHSTG44

Well-Known Member
#16
@Bunker Ratte Danke für die interessanten Bilder hinter dem Werk neben der Triesting. Was man hier noch so alles finden kann:), echt Toll! Schade das die Kanäle so verschüttet sind, hier könnte man sicher noch mehr entdecken von der alten Technik.
 
#17
Der Spielplatz meiner Kindheit ;-) Die Wehranlage mit der Turbine und den Kanälen war bis vor rund 25 Jahren noch im Betrieb. Die Brücken und Schießunterstände stammen aus dem 2. Weltkrieg. Im März 1944 kam es in der Munitionsfertigung der Fabrik zu einer gewaltigen Explosion, welche einen Großteil der Anlagen vernichtete. Die Ruinen standen auf dem Gebiet des heutigen Ared Park. Einige Reste finden sich noch immer entlang des Hochwasserkanal.
 
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