Viele Fragen um gebrauchte E-Autos

josef

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Viele Fragen um gebrauchte E-Autos

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Kaum sind die ersten massentauglichen Elektrofahrzeuge auf dem Markt, geht die Diskussion los, wie diese im gebrauchten Zustand weiterverkauft werden können. Denn die Garantie auf die Akkus verfällt nach sechs Jahren bzw. entsprechenden gefahrenen Kilometern.
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Die wichtigste Frage ist, in welchem Zustand die Akkus nach ein paar Jahren Betrieb sind. Bei Neuwagen können sie fast die Hälfte des Kaufpreises ausmachen. Ein neuer Audi e-tron, ein Geländewagen mit Elektroantrieb, kostet knapp 130.000 Euro, die Batterie allein 60.000 Euro, heißt es vom Porsche- Händler in Klagenfurt. Sie ist 800 Kilogramm schwer und im gesamten Boden des Fahrzeuges eingebaut. Es gibt hier noch keine Erfahrungswerte beim Weiterverkauf, so Rene Buxbaum von Porsche Klagenfurt. Allerdings können Zellen der Batterie auch einzeln getauscht werden.

ORF
Um eine Batterie wird eine Sicherheitszone eingerichtet

Nur geschulte Mitarbeiter
Autohäuser müssten auch nachrüsten, um die Qualität von Lithium-Ionen-Akkus analysieren zu können. Allein der Ausbau muss von speziell geschulten Mitarbeitern in Schutzanzügen in einem abgetrennten Bereich erfolgen, so Buxbaumer.
Manche Hersteller bieten Mietbatterien an, für die man pro Monat einen fixen Betrag zahlt.

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Ladestecker des Wagens

Problem Schnellladen
In welchem Zustand die Batterie nach ein paar Jahren ist, das hängt grundsätzlich immer von mehreren Faktoren ab, sagt Marcus Jahn, er ist Forschungsleiter für Batterien am Austrian Institut of Technology in Wien. Er forscht an den notwendigen Lithium Ionen Batterien und zerpflückt das Verkaufsargument Nummer eines vieler Elektrofahrzeugersteller, nämlich das bequeme Schnellladen: „Auch, wenn die Schnellladefähigkeit ein wesentlicher Seellingpoint geworden ist, da kann man durch dauerndes Schnellladen die Lebensdauer aber durchaus zwischen zehn und 30 Prozent reduzieren. Das hängt sehr vom Hersteller und die angewendete Technologie an.“
Noch ein Thema sind die Außentemperaturen. Bei Minusgraden können einzelne Lithium-Ionen-Zellen einen Leistungsabfall von 50 Prozent und mehr haben, sagt Batterieforscher Marcus Jahn. In vielen Fahrzeugen würden daher versucht, die Batteriesätze im Winter zu heizen und im Sommer zu kühlen.

Noch viele Fragezeichen
Der Gebrauchtwagenmarkt sei daher noch ein Thema mit vielen Fragezeichen, denn Batterien würden sich – gerade bei großen Fahrzeugen – nicht so einfach ausbauen und ersetzen lassen. Und auf noch ein nicht unwichtiges Detail macht Marcus Jahn noch aufmerksam: Lithium und Kobald seien sehr begrenzte Rohstoffe, von denen man sich auf lange Sicht wieder verabschieden müsse. Von einem Fortbestand der Elektromobilität ist er aber überzeugt.
13.12.2019, red, kaernten.ORF.at
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