Leopoldsdorf südlich von Wien bekommt 2027 Rechenzentrum
Ein Google-Rechenzentrum, das in Kronstorf (Oberösterreich) gebaut wird, hat zuletzt für Aufsehen gesorgt. Es ist aber nicht das einzige Großprojekt, das in den nächsten Jahren ans Stromnetz gehen soll. Ab 2027 soll auch in Leopoldsdorf ein Rechenzentrum entstehen.
Online seit heute, 14.29 Uhr
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Leopoldsdorf bekommt 2027 Rechenzentrum
Ein Google-Rechenzentrum, das in Kronstorf (Oberösterreich) gebaut wird, hat zuletzt für Aufsehen gesorgt. Es ist aber nicht das einzige Großprojekt, das in den nächsten Jahren ans Stromnetz gehen soll. Ab 2027 soll auch in Leopoldsdorf ein Rechenzentrum entstehen.
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In einem Industriegebiet südlich der Wiener Stadtgrenze soll das Rechenzentrum errichtet werden. Hinter dem Projekt steht der US-Konzern CloudHQ. Gut 200 Megawatt Anschlussleistung soll das neue Rechenzentrum mit drei Gebäuden im Endausbau haben, in einer ersten Ausbaustufe sind es 70 Megawatt, sagte Andreas Graf-Matzner, der bei CloudHQ für die Expansion nach Österreich zuständig ist.
Zum Vergleich: Beim Google-Rechenzentrum in Kronsdorf reicht die Bandbreite von 150 bis 500 Megawatt. Wer das Rechenzentrum in Leopoldsdorf künftig nutzt, ist noch unklar. CloudHQ kümmert sich um den Bau und die Instandhaltung. Die Rechenleistung wird aber vermietet, in der Regel an die bekannten Digitalkonzerne – Unternehmen, die beim Stromeinkauf auch meist auf erneuerbare Quellen achten würden, sagte Graf-Matzner.
Neun Millionen Euro für Gemeinde
Gekühlt werden soll hier anders als in Oberösterreich mit einem geschlossenen Wasserkreislauf, dadurch sei der Verbrauch gering. Aktuell werde überlegt, mit der Abwärme umliegende Haushalte zu heizen. Neun Millionen Euro zahlt CloudHQ an die Gemeinde, etwa für den Kanalanschluss, aber auch für ein neues Naherholungsgebiet.
Die Gemeinde Leopoldsdorf steht jedenfalls hinter dem Projekt, bestätigte Bürgermeister Fritz Blasnek: „Wir haben uns das angeschaut, wir haben uns auch andere Rechenzentren angeschaut und sind zu dem Entschluss gekommen, dass das für uns geeignet ist.“ Zudem erhofft sich Blasnek zusätzlich Aufträge für die lokale Bauwirtschaft und neue Jobs. Bei CloudHQ ist die Rede von 150 Vollzeitstellen, von Security-Mitarbeitern bis zu IT-Fachleuten.
Kritik an fehlenden Gutachten
Der Widerstand gegen das Projekt war in Leopoldsdorf bisher geringer als in Kronstorf, es gibt aber Gegenstimmen. Im benachbarten Maria Lanzendorf kritisieren die Grünen fehlende Gutachten, etwa zu Schall- und Wärmeemissionen. CloudHQ-Manager Graf-Matzner bestätigte das, begründet das aber damit, dass „der Prozess noch nicht angestoßen ist“. Geplant sei ein Baubeginn 2027. Für die dafür nötigen Genehmigungen werde man alle erforderlichen Dokumente vorlegen. Seit Anfang Juni gibt es in Niederösterreich jedenfalls neue Regeln für den Bau von Rechenzentren. Unter Berücksichtigung dieser Richtlinien könnte eine niedrige zweistellige Zahl solcher Zentren entstehen. Das Land befürwortet grundsätzlich den Ausbau, will damit aber Nutzungskonflikte möglichst vermeiden – mehr dazu in Erstmals eigene Regeln für Bau von Rechenzentren (news.ORF.at; 14.6.2026).
Wenige Details zu Microsoft-Standorten
Besonders große Rechenzentren werden derzeit im Großraum Wien gebaut. In Schwechat (Bezirk Bruck an der Leitha), Achau und Vösendorf (beide Bezirk Mödling) sollen laut Website die Rechenzentren der Microsoft Cloud Region Österreich entstehen – mehr dazu in Microsoft eröffnet Rechenzentrum in Ostregion (noe.ORF.at; 30.6.2026).
ORF
Modell des Rechenzentrums von Microsoft
Bei Microsoft hält man sich aber bedeckt, wie weit der Bau bereits fortgeschritten ist. Auch zum Energieverbrauch der Zentren äußert sich Microsoft nicht. Grundsätzlich decke man den Stromverbrauch zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie. In Österreich greift man etwa auf Wasserkraft aus den Kraftwerken Mayrhofen/Tuxbach (Tirol) und Freudenau (Wien) zurück.
Viele Anfragen für Rechenzentren
Kronstorf und Leopoldsdorf sind zwei konkrete Beispiele für geplante Rechenzentren, aber nicht die einzigen, sagte Gerhard Christiner vom Netzbetreiber Austrian Power Grid (APG): „Bei uns sind 2.500 Megawatt Rechnungszentrumsleistung angefragt, das muss nicht kommen, wir wissen aber, dass bei den Verteilernetzkollegen Anfragen noch einmal in dieser Größenordnung vorliegen.“
Doch auch die Energiewende etablierter Industriebetriebe fordert die Netze. Ein neuer, strombetriebener Ofen der Voest braucht etwa 150 Megawatt, die geplante Wasserstoffproduktion der OMV in Bruck an der Leitha ähnlich viel. Für all diese neuen Großverbraucher müssen die Stromnetze weiter ausgebaut werden.
Gleichzeitig würden sie sich aber positiv auf die Netztarife auswirken, sagte der APG-Chef: „Der Tarif ist immer Kosten durch Menge, und wenn die bezogene Menge größer wird, verteilt sich das auf mehr Kunden und dadurch ist es für den Einzelkunden subjektiv günstiger.“ Christiner rechnet damit, dass sich der österreichische Stromverbrauch in den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten in etwa verdoppeln wird.
25.07.2026, red, noe.ORF.at
Zum Vergleich: Beim Google-Rechenzentrum in Kronsdorf reicht die Bandbreite von 150 bis 500 Megawatt. Wer das Rechenzentrum in Leopoldsdorf künftig nutzt, ist noch unklar. CloudHQ kümmert sich um den Bau und die Instandhaltung. Die Rechenleistung wird aber vermietet, in der Regel an die bekannten Digitalkonzerne – Unternehmen, die beim Stromeinkauf auch meist auf erneuerbare Quellen achten würden, sagte Graf-Matzner.
Neun Millionen Euro für Gemeinde
Gekühlt werden soll hier anders als in Oberösterreich mit einem geschlossenen Wasserkreislauf, dadurch sei der Verbrauch gering. Aktuell werde überlegt, mit der Abwärme umliegende Haushalte zu heizen. Neun Millionen Euro zahlt CloudHQ an die Gemeinde, etwa für den Kanalanschluss, aber auch für ein neues Naherholungsgebiet.
Die Gemeinde Leopoldsdorf steht jedenfalls hinter dem Projekt, bestätigte Bürgermeister Fritz Blasnek: „Wir haben uns das angeschaut, wir haben uns auch andere Rechenzentren angeschaut und sind zu dem Entschluss gekommen, dass das für uns geeignet ist.“ Zudem erhofft sich Blasnek zusätzlich Aufträge für die lokale Bauwirtschaft und neue Jobs. Bei CloudHQ ist die Rede von 150 Vollzeitstellen, von Security-Mitarbeitern bis zu IT-Fachleuten.
Kritik an fehlenden Gutachten
Der Widerstand gegen das Projekt war in Leopoldsdorf bisher geringer als in Kronstorf, es gibt aber Gegenstimmen. Im benachbarten Maria Lanzendorf kritisieren die Grünen fehlende Gutachten, etwa zu Schall- und Wärmeemissionen. CloudHQ-Manager Graf-Matzner bestätigte das, begründet das aber damit, dass „der Prozess noch nicht angestoßen ist“. Geplant sei ein Baubeginn 2027. Für die dafür nötigen Genehmigungen werde man alle erforderlichen Dokumente vorlegen. Seit Anfang Juni gibt es in Niederösterreich jedenfalls neue Regeln für den Bau von Rechenzentren. Unter Berücksichtigung dieser Richtlinien könnte eine niedrige zweistellige Zahl solcher Zentren entstehen. Das Land befürwortet grundsätzlich den Ausbau, will damit aber Nutzungskonflikte möglichst vermeiden – mehr dazu in Erstmals eigene Regeln für Bau von Rechenzentren (news.ORF.at; 14.6.2026).
Wenige Details zu Microsoft-Standorten
Besonders große Rechenzentren werden derzeit im Großraum Wien gebaut. In Schwechat (Bezirk Bruck an der Leitha), Achau und Vösendorf (beide Bezirk Mödling) sollen laut Website die Rechenzentren der Microsoft Cloud Region Österreich entstehen – mehr dazu in Microsoft eröffnet Rechenzentrum in Ostregion (noe.ORF.at; 30.6.2026).
Modell des Rechenzentrums von Microsoft
Bei Microsoft hält man sich aber bedeckt, wie weit der Bau bereits fortgeschritten ist. Auch zum Energieverbrauch der Zentren äußert sich Microsoft nicht. Grundsätzlich decke man den Stromverbrauch zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie. In Österreich greift man etwa auf Wasserkraft aus den Kraftwerken Mayrhofen/Tuxbach (Tirol) und Freudenau (Wien) zurück.
Viele Anfragen für Rechenzentren
Kronstorf und Leopoldsdorf sind zwei konkrete Beispiele für geplante Rechenzentren, aber nicht die einzigen, sagte Gerhard Christiner vom Netzbetreiber Austrian Power Grid (APG): „Bei uns sind 2.500 Megawatt Rechnungszentrumsleistung angefragt, das muss nicht kommen, wir wissen aber, dass bei den Verteilernetzkollegen Anfragen noch einmal in dieser Größenordnung vorliegen.“
Doch auch die Energiewende etablierter Industriebetriebe fordert die Netze. Ein neuer, strombetriebener Ofen der Voest braucht etwa 150 Megawatt, die geplante Wasserstoffproduktion der OMV in Bruck an der Leitha ähnlich viel. Für all diese neuen Großverbraucher müssen die Stromnetze weiter ausgebaut werden.
Gleichzeitig würden sie sich aber positiv auf die Netztarife auswirken, sagte der APG-Chef: „Der Tarif ist immer Kosten durch Menge, und wenn die bezogene Menge größer wird, verteilt sich das auf mehr Kunden und dadurch ist es für den Einzelkunden subjektiv günstiger.“ Christiner rechnet damit, dass sich der österreichische Stromverbrauch in den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten in etwa verdoppeln wird.
25.07.2026, red, noe.ORF.at







