Zeckenjahr 2018

Geist

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#1
Für alle, die so gerne durchs Unterholz brechen wie ich, wird diese Info nichts Neues sein. Aufgefallen ist es mir jedenfalls schon, dass es heuer ziemlich kreucht und fleucht nach Verlassen eines Waldes :D .

Forscher warnen vor „Rekord-Zeckenjahr“

Forscher der Vetmeduni Wien warnen vor einem Zecken-Rekordjahr. „Das mag zwar positiv für die Zecken sein, ist aber schlecht für uns“, hieß es heute in einer Aussendung. Mit der Zahl der Zecken steigt auch das Risiko, durch Bisse an FSME oder Borreliose zu erkranken.
Für das Jahr 2017 hatten die Forscher, Katharina Brugger und Franz Rubel vom Institut für Öffentliches Veterinärwesen der Vetmeduni 187 Zecken pro 100 Quadratmeter vorhergesagt, 180 wurden tatsächlich gefunden. Für 2018 wurde mit 443 Zecken pro 100 Quadratmeter nun die höchste je gefundene Zeckenzahl vorausgesagt.
Die Forscher zogen für die Prognose die seit zehn Jahren dokumentierte Zeckenzahlen an einem Infektionsherd in Süddeutschland heran. Das hat bereits in den Wintermonaten eine genaue Vorhersage der zu erwartenden Zeckenpopulation erlaubt. Das ausgewählte Gebiet ist eine perfekte Referenz für andere, mitteleuropäische Regionen.
Um der Gefahr einer Hirnhautentzündung vorzubeugen, sollte man sich den Forschern zufolge gegen das FSME-Virus impfen und diese Impfung regelmäßig auffrischen lassen. Gegen Borreliose gibt es eine Antibiotikatherapie, aber keinerlei Vorbeugemaßnahmen. Je schneller die Zecke innerhalb der ersten zwölf Stunden nach einem Biss entfernt wird, umso geringer ist die Gefahr, an Borreliose zu erkranken.
Quelle: Forscher warnen vor „Rekord-Zeckenjahr“
 

Bunker Ratte

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#2
Hallo Geist.
da kann ich dir nur zustimmen. Furchtbar die Blutsauger,Zecken und jetzt die Gelsen auch noch . Momentan nur Vampire im Wald:( .
Lg
Michi
 
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HF130C

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#3
Die Zecken sind meines Dafürhaltens die unnötigsten Viecher die es hierzulande gibt! Gelsen und Bremsen dienen wenigstens anderen Tieren als Nahrung, aber Zecken meines Wissens nicht. Das Ökösystem könnte also auch ohne Zecken gut auskommen.....

Als Betroffener möchte ich besonders vor der Borreliose warnen, nicht nur das diffuse Krankheitsbild macht Probleme, auch die langwierigen Antibiotikabehandlungen haben es in sich und am Meisten haben die stundenlangen Wartezeiten in der Borrelioseambulanz genervt ...

Seitdem gilt es alles zu tun, um die Viecher erst gar nicht zu andocken zu lassen: Das bedeutet leider auch lange Bekleidung und feste Schuhe im Sommer bei größter Hitze bzw. Funktionssportwäsche unter der Kleidung, damit die Viecher erst gar keinen Zugriff zur Haut haben. Alles das ist angenehmer als diese langwierige Borreliose, wo 3 Ärzte 6 Meinungen dazu haben und man dann selbst entscheiden muss, welcher Meinung man sich anschließt und wie die Behandlung erfolgen soll.
Angeblich wäre ja eine Impfung dagegen denkbar, aber sie würde sich nicht für die Pharmafirmen rechnen, da andere Impfentwicklungen mehr Geld bringen und die Kapazitäten sind beschränkt.

An Hausmitteln (ich hab das schon im Forum an anderer Stelle erwähnt) wirkt das von meiner Großmutter gelernte Aufbewahren der Kleidung in einem Schrank mit Mottenmittel, tatsächlich kann so der Befall reduziert werden. Hilft logischerweise nur bei langem Gewand und zeitlich beschränkt.

Eine zweite Variante ist das Schwarzkümmelöl: Mit Einreiben hatte ich keinen Erfolg, allerdings die Einnahme hilft schon. Allerdings muss man es täglich konsequent einnehmen und die zeckenabschreckende Wirkung kommt dann nach einigen Wochen, je nach persönlicher Veranlagung. Allerdings muss man das Schwarzkümmelöl auch vertragen ..... Man erkennt die abstoßende Wirkung, wenn der eigene Schweiß einen intensiveren Geruch annimmt ...
Das Öl funktioniert auch bei Hunden sehr gut, aber da gibt es glaube ich sogar Impfungen gegen die Borreliose.

Wichtig wäre zu wissen, dass beim Zeckenstich das FSME Virus sofort übertragen wird, die Borreliose aber erst, wenn der Zeck seine Verdauungsrückstände wieder in die Stichstelle zurückspuckt. Man hat also eine Chance, wenn man das Vieh rasch entfernt und es dabei nicht erschreckt oder zerquetscht. Laut Berichten ist jede vierte Zecke mit Borreliose verseucht .....

Man erkennt diese, wenn - teils nach Tagen - eigenartige konzentrische Rötungen auftauchen, Allerdings kann es auch ohne Rötungen abgehen bzw. wird man die am Kopf auch nicht sehen können. Gemeinerweise verschwinden diese Rötungen rückstandslos, aber die Borreliose wütet schon im Körper und wird von selbst auch kaum verschwinden.

Aus eigener Erfahrung möchte ich noch der immer wieder zu lesenden Behauptung widersprechen, dass sich Zecken nur von Grashalmen abstreifen lassen, aber nicht von Bäumen oder Büschen herabfallen lassen. Ich kenne einen Ort in der Obersteiermark, der intensivst mit Zecken durchsetzt ist. Nach einer ersten unguten Erfahrung habe ich ihn nur mehr mit kompletten Ölzeug (= Schiffskleidung!) aufgesucht. Ich hatte einen kopierten Plan bei mir, kurze Rast im Schatten gemacht und den Plan offen liegen. Innerhalb von 5 Minuten war der weiße Zettel mit etwa 20 schwarzen Punkten versehen, die sich langsam bewegten. Die Zecken hatten sich also tatsächlich vom etwa 2,5m hohen dicht bewachsenen Bewuchs herunterfallen lassen!

Leider, leider, sind genau dort Spuren eines unbekannten Altbergbaus zu finden - aber da muss man durch - man hätte sich ja auch ein anderes Hobby suchen können ...
 

Geist

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#5
Heuer starkes Zeckenjahr

Heuer verzeichnen die Forscher ein starkes Zeckenjahr, zwei bis dreimal soviele Zecken sind zu erwarten, wie in den letzten Jahren. Viele Zecken sind die Folge der Entwicklung der Buchen im Wald. Laut Landessanitätsdirektion wurden heuer bereits vier Menschen mit FSME infiziert.


Mit dem Sommer und dem warmen, feuchten Wetter begann die Zeit der Zecken. Die Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien kamen zu dem Ergebnis, dass heuer mindestens doppelt soviele Zecken wie im Vorjahr zu erwarten seien.

Laut Katharina Brugger von der Vetmed Universität erklärt, dass das Wachstum der Zecken mit dem Entwicklungzyklus der Buchen im Wald zu tun habe: „Wenn es sehr viele Buchäcker gibt hat das eine Auswirkung auf die Mäusepopulation; es gibt es mehr Mäuse. Sie sind die idealen Wirte für Zecken. Deswegen können mit mehr Mäusen auch gleichzeitig mehr Zecken erwartet werden.“

Zählung per „Tischdecken-Test“
Die österreichischen Forscher arbeiten mit Kollegen in Deutschland zusammen. Seit zehn Jahren zählen Forscher in Bayern die Zahl der Zecken. Diese lasse sich wegen der ähnlichen geographischen Umstände auf Österreich übertragen, sagt Bugger: „Die Methode, Zecken zu sammeln, könnte auch jeder zu Hause nachmachen. Man nimmt die Tischdecke, zieht diese über die Vegetation und die Zecken bleiben am Stoff hängen, weil sie glauben, dass das ein vermeintlicher Wirt ist, der ihnen vielleicht eine Blutmahlzeit verspricht. Nachdem die Zecken gesammelt wurden, bekommen wir sie dann ins Labor und dort können wir sie zählen.“

Vier Patienten mit FSME infiziert
Zecken können verschiedene Krankheiten übertragen. In der Datenbank des Landes Kärnten wurden heuer bereits vier Krankheitsfälle registriert, Details zu den Patienten werden nicht veröffentlicht. Ein 86 Jahre alter Mann ist laut Landessanitätsdirektion gestorben. Es sei allerdings nicht sicher, ob die FSME Erkrankung dafür ausschlaggebend war, heißt es.

Für Heimo Wallenko von der Kärntner Landessanitätsdirektion ist die Impfung gegen FSME der einzig wirksame Schutz gegen die Krankheit. Es handle sich um einen Totimpfstoff, durch den dem Patienten ein Antigen des Krankheitserregers verabreicht werde: „Er bekommt aber die Krankheit nicht, sondern nur die Immunreaktion. Das Immunsystem merkt sich diese Herausforderung und kann auf die echte Wildvirusinfektion reagieren - der Mensch wird nicht krank.“

Impfschutz mittels Titer bestimmen
Alle fünf Jahre soll man sich laut offizieller Impfempfehlung impfen lassen. Ab einem Alter von 60 Jahren alle drei Jahre, sagt Wallenko.

Zusätzlich gibt es auch die Möglichkeit einer Titerbestimmung. Dazu ist eine Blutabnahme nötig. Im Labor wird dann festgestellt, ob der Schutz gegen FSME noch ausreicht, ob also noch genug Abwehrstoffe im Blut vorhanden sind. Danach erhält der Patient eine Prognose, wann er sich erneut testen oder impfen lassen soll.

Links:
Quelle: Heuer starkes Zeckenjahr
 

Geist

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#6
Jetzt gibt es auch schon tropische Zecken in Mitteleuropa.

Tropische Zecken in Deutschland gefunden

In Deutschland sind mehrere Exemplare einer Zeckenart aufgetaucht, die bisher in den Tropen vorkommen. Experten sind alarmiert, Österreich taucht in einer Liste mit solchen Zeckenfunden bisher nicht auf.


Experten der Universität Hohenheim und des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr wiesen in diesem Jahr bisher sieben Exemplare der Gattung Hyalomma nach. „Bisher gab es lediglich zwei Einzelfunde in den Jahren 2015 bis 2017“, sagte Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Uni Hohenheim, am Dienstag.

„Diese Zeckenarten könnten in Deutschland Einzug halten. Wir werden sie in diesem Jahr verstärkt im Auge behalten und bereiten uns darauf vor, ihr in den nächsten Monaten womöglich noch öfters zu begegnen.“ Die Expertin nannte zahlreiche Länder wie Italien, Frankreich, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Spanien, Portugal, Rumänien und Ukraine, wo man diese Zecken nachgewiesen habe. Österreich tauchte in der von ihr zitierten Liste nicht auf.

Vermutlich über Vögel eingeschleppt
Gefunden wurden die Zecken demnach allesamt an Nutztieren, an Pferden und einem Schaf. Ein Exemplar trug ein gefährliches Bakterium in sich, Rickettsia aeschlimannii, einen bekannten Erreger des Zecken-Fleckfiebers. Hyalomma-Arten - in Deutschland wurden jetzt Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes festgestellt - gelten auch als wichtiger Überträger unter anderem des Krim-Kongo-Fiebers. Es ist in Deutschland und Österreich bisher nicht aufgetreten.


IMB / Lidia Chitimia-Dobler
Einheimische Zecke (Gemeiner Holzbock, li.) im Vergleich zu Hyalomma marginatum

Die zu anderen „heimischen“ Zecken vergleichsweise großen Tiere mit den auffällig gestreiften Beinen tauchten in diesem Jahr in Deutschland im Raum Hannover, in Osnabrück und in der Wetterau auf und wurden vermutlich über Vögel eingeschleppt. Die erwachsenen Zecken saugen Blut vor allem an großen Tieren. Auch der Mensch ist ein potenzieller Wirt.

Eine Folge der Klimaerwärmung
Die Wissenschaftler führen das Auftreten von Hyalomma-Zecken in Deutschland auf den heißen, trockenen Sommer zurück. Diese tropische Zeckenart bevorzuge eine geringere Luftfeuchtigkeit als die hierzulande üblicherweise vorkommenden Zecken. Überraschend ist diese Entwicklung für die Experten nicht. Wegen der Klimaerwärmung sei in Deutschland grundsätzlich mit immer mehr wärmeliebenden Zecken zu rechnen. Ixodes inopinatus aus dem Mittelmeerraum beispielsweise habe sich inzwischen bis Dänemark ausgebreitet.

Die große Frage sei nun bei den beiden Hyalomma-Arten, ob es sich noch um einzelne eingeschleppte Exemplare handelt oder ob sich die Arten bereits in Deutschland etabliert haben. „Bei einer anderen Art, der ursprünglich in Afrika beheimateten Braunen Hundezecke Rhipicephalus sanguineus, sind Exemplare an Hunden gefunden worden, die ihren Hof nie verlassen hatten“, berichtete Ute Mackenstedt.

„Damit konnten sie kein unbeabsichtigtes Urlaubsmitbringsel sein - ein Hinweis darauf, dass sich die Art hier möglicherweise bereits entwickeln kann.“

science.ORF.at/APA/dpa

Mehr zu dem Thema:
Quelle: Tropische Zecken in Deutschland gefunden - science.ORF.at
 
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