Zwergerlgarten Schloss Mirabell-Salzburg

josef

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#1
Einen kleinen Teilbereich des Mirabellgartens in Salzburg nimmt der "Zwergerlgarten" in Anspruch:
(Textauszug aus vorgenannten "Wiki"-Artikel)
Der Salzburger Zwergelgarten wurde 1690/01 im Zuge der barocken Umgestaltungen des Mirabellgartens durch Johann Bernhard Fischer von Erlach im Auftrag von Erzbischof Johann Ernst Graf Thun gestaltet. Der Zwergelgarten umfasste ursprünglich 28 Zwerge aus weißem Untersberger Marmor. Die Zwerge wurden vermutlich unter einem Künstlerkollektiv unter Leitung von Ottavio Mosto und Bernhard Michael Mandl geschaffen, in dem auch Sebastian Stumpfegger und Hans Schwäbl mitarbeiteten. Er ist – soweit heute bekannt – der älteste Zwergengarten Europas. An vielen europäischen Fürstenhöfen waren in der Barockzeit kleinwüchsige Menschen Teil des Hofstaates, die wegen ihrer Treue und Loyalität hoch geschätzt wurden. In Salzburg war unter Johann Ernst Graf Thun und Anton Graf Harrach Franz von Meichelböck (1695–1746) ein allseits hoch geachteter Hofzwerg.
Teil 1:

Die Zwergerlfiguren befinden sich im Garten rechts außerhalb des Bildes:
 

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josef

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#4


Runderneuerung für Salzburger Zwergerl

Insgesamt 28 Zwerge aus Untersberger Marmor wurden Ende des 17. Jhdt. im „Zwergerlgarten“ des Schloss Mirabell aufgestellt. Die 17 noch vorhandenen Steinskulpturen müssen jetzt dringend restauriert werden.
Regen, Schnee, Wind und Wetter haben den Statuen im ältesten Zwergengarten Europas nebem über die Jahre arg zugesetzt. Heute ist der helle Marmor unter einer grauen Schmutzschicht kaum noch zu erkennen, sagt Landeskonservatorin Eva Hody vom Bundesdenkmalamt. „Das Hauptproblem ist, die Zwerge stehen unter den Bäumen und sie stehen ohne Sockel praktisch in der Erde. Das tut dem Steinmaterial auf Dauer nicht gut“, sagt Hody.


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Zwergenstatue mit Krone und Kugel

Restauration mit feinem Dampf- und Sandstrahl
Steinrestaurator Erich Reichl ist für die „Schönheitskur“ verantwortlich und nahm am Montag die Zwerge in seine Obhut. „Wir beginnen mit einem sehr schonenden Mikrodampfstrahl. In einem zweiten Arbeitsschritt wird dann mit einem Mikrosandstrahl nachgereinigt. Aber nur partiell weil die Patina, die Alterswertigkeit der Skulpturen erhalten bleiben soll“, sagt Reichl.


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Mit einem mobilen Spezialkran werden die Zwerge abgeholt

Künftig erhöht und geschützt präsentiert
Die restaurierten Zwerge werden künftig auf der Grünfläche weiter entfernt von den Bäumen aufgestellt und außerdem auch neu gruppiert. Zusätzlich erhalten sie ein Podest als Schutz vor zudringlichen Touristen. Die Leute sitzen manchmal wirklich auf den Schultern der Zwerge. Wir finden das weniger lustig, weil die Zwerge einfach zu wertvoll für solche Spielereien sind, sagt Stadtgarten-Direktor Christian Stadler. Im kommenden Frühjahr werden die 17 Zwerge in den neu gestalteten Basteigarten zurückkehren.

Publiziert am 20.11.2017
http://salzburg.orf.at/news/stories/2879370/
 

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#5


„Schönheitskur“ für Barock-Marmorzwerge

Die berühmten Barock-Marmorzwerge aus dem Zwergerlgarten beim Salzburger Schloss Mirabell bekommen zurzeit eine Frischzellenkur. Sie werden bei einem Restaurator gereinigt und ausgebessert - denn der Zahn der Zeit setzte ihnen zu.
Die Zwerge aus Untersberger Marmor sind rund 300 Jahre alt - und normalerweise ein beliebtes Fotomotiv für Salzburg-Urlauber. Ende November wurden sie aber abgebaut und zur Reinigung und Ausbesserung zum Restaurator nach Hallein (Tennengau) gebracht: Denn die feuchte Witterung hatte ihnen über die Jahre ziemlich zugesetzt. Der Untersberger Marmor ist von einer grauen Schmutzschicht überzogen.

Reinigung per Dampfstrahl und Kompressen
In der Werkstatt von Erich Reichl werden die Zwerge jetzt zunächst gründlich gereinigt. „Wir arbeiten mit Partikelstrahl und mit einem Mikrodampfstrahl. Teilweise werden vorher auch Kompressen aufgelegt, um die organischen Verunreinigungen anzulösen“, schildert der Restaurator.


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Mit Dampf- oder Partikelstrahl werden die Zwerge aus Untersberger Marmor von den Spuren der Zeit gereinigt

Manche Zwerge sind durch den Zugriff von Salzburgern oder Touristen arg ramponiert. So manche Nase wurde bereits einmal wiederhergestellt - und nicht alles wird jetzt noch einmal neu gemacht, sagt Restauratorin Solveig Gstöttenmeier: „Es werden nicht generell alle Sachen entfernt.“ Zum Teil sind die älteren Ausbesserungen nämlich „sehr gut“ und „tadellos in Stand“: „So etwas wird belassen. Es werden nur Ausbrüche oder wo man irgendetwas anböschen muss - so etwas wird jetzt gemacht.“

Ein Teil der Patina bleibt - gegen Pilzbefall
Doch vor allem der Pilzbefall der Marmor-Zwergfiguren bereitet den Restauratoren Sorgen: „Würde man die chemisch entfernen, schafft man offenen Porenraum, der dann wieder ein Quell für neuen Pilzbefall ist“, weiß Restaurator Reichl. „Darum werden die Zwerge nicht vollkommen gereinigt, sondern bleiben ein bisschen fleckig mit einer Rest-Patina. Das hat dann auch den Zweck, dass man die Alterswertigkeit erhält. Es kann ruhig sichtbar bleiben, dass die schon seit Jahrhunderten im Freien stehen - und die Oberflächen zum Teil schon aufpoliert sind durch hunderte Kontakte mit Passanten.“

Auf den Zwergen finden sich aber auch Spuren vergangener Restaurierungen, die sich nicht bewährt haben. Deshalb werden Muster-Restaurierungen angefertigt und mit den Denkmalschützern diskutiert. Im Frühjahr soll die Schönheitskur für alle 17 Zwerge abgeschlossen sein. Dann werden sie auf neue Sockel gestellt und dürfen wieder Frischluft schnuppern.

Publiziert am 21.12.2017

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Halb gereinigter Zwerg in der Werkstatt


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Missglückte Restaurierungen der Vergangenheit treten in der Werkstatt deutlich heraus


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Normalerweise stehen die Marmorzwerge im Zwergerlgarten - einem bei Besuchern beliebten Teil des Mirabellgartens im Zentrum der Stadt Salzburg

http://salzburg.orf.at/news/stories/2885160/
 

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#6


"Kuraufenthalt" der Zwergerl geht bald zu Ende...

Zwergerl beim Mirabell bald in neuem Glanz
Die barocken Zwerge aus dem Park am Schloss Mirabell haben in den vergangenen Monaten eine Frischzellenkur erhalten. Die gut 300 Jahre alten Marmor-Skulpturen wurden gereinigt und restauriert. Sie kehren Ende April in den Garten zurück.
Sie haben gut lachen - so frisch und sauber haben sie schon lange nicht mehr ausgesehen, die 15 Barockzwerge aus dem Salzburger Zwergerlgarten. Die Figuren aus Untersberger Marmor erstrahlen in neuem Glanz. In Handarbeit wurde der Schmutz, der sich auf die Oberfläche gelegt hatte, vorsichtig entfernt, schildert Restaurator Erich Reichl.


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Die Zwergerl waren auf „Kur“ in der Werkstatt

„Die Steinsubstanz des Untersberger Marmor ist eigentlich sehr gut erhalten. Die Oberflächen waren aber unterschiedlich stark eingeschwärzt. Durch ein sehr schonendes Dampf- und Partikelstrahlverfahren sind die Oberflächen gereinigt worden - allerdings so zurückhaltend, dass in die originale Substanz nicht eingegriffen werden musste.“

Zeit und Wetter hinterlassen Spuren
Die Restaurierung der einmaligen Barockfiguren war dringend nötig, denn Zeit und Witterung hatten ihre Spuren hinterlassen. Neben der Reinigung musste auch so manche Beschädigung fachmännisch ausgebessert werden, ergänzt Erich Reichl. "Da mussten wir allerdings in jedem einzelnen Fall entscheiden, wie weit man mit der Instandsetzung geht.


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Sie wurden dort liebevoll restauriert

Im November waren die 15 Marmorstatuen abgebaut worden, in wenigen Wochen sollen sie wieder in den Zwergerlgarten zurückkehren. Allerdings werden die Skulpturen neu angeordnet - zu ihrem eigenen Schutz, betont der Leiter der Stadtgärten, Christian Stadler.

Statuen bekommen neue Standorte
"Sie rücken weg von den Linden sozusagen in den sauberen Bereich und werden auf Postamenten in die Mitte gestellt, damit sie nicht so verschmutzt werden, und damit man nicht so leicht raufklettern kann. Somit bekommen sie einen vollkommen neuen Standort.


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Bald erstrahlen sie im Zwergerlgarten an neuem Standort in neuem Glanz

Für die Zwergengesellschaft neigt sich der „Kuraufenthalt“ in der Steinmetz-Werkstätte dem Ende zu. Am 27. April soll der neu gestaltete Zwergerlgarten mit einem Fest eröffnet werden.

Publiziert am 13.03.2018
http://salzburg.orf.at/news/stories/2900954/
 

josef

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#7
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Zwergerl nach „Kur“ zurück in ihrem Garten
Nach fünfmonatiger Schönheitskur sind seit Montag alle 17 Zwerge wieder wohlbehalten und runderneuert zurück im Mirabellgarten. Die Figuren aus dem 17. Jahrhundert waren im Winter von Schmutz befreit worden.
Jetzt präsentieren sie sich im Zwergerlgarten in völlig neuer Aufstellung. Sie sind klein, haben es gewichtstechnisch ab in sich: Rund 300 Kilogramm wiegt ein barocker Zwerg aus Untersberger Forellenmarmor. Die Aufstellung funktioniert daher nur mit technischer Hilfe. In Präzisionsarbeit wurden die 17 Zwerge auf ihre neuen Podeste gestellt. Zum Schutz vor Schmutz lund zudringlichen Touristen wurden die Zwerge mittig angeordnet.


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„Künftig stehen zwölf Zwerge im Kreis, die die Monate symbolisieren. Außerhalb davon gibt es weitere Gruppen - Tänzer, Intellektuelle oder Duellanten. So treten die Zwerge in einen neuen Kontext und kommunizieren miteinander. Das ist die Idee, die dahintersteckt“ erklärt Landschaftsarchitektin Barbara Bacher. „Anhand ihrer Attribute kann man die Zwerge einem Monat zuordnen. Da gibt es den Spaten, den Rettichkorb und allerlei anderes, aus dem man Rückschlüsse über den richtigen Monat ziehen kann“, ergänzt Bacher.

Zwerge einem Beschluss aus 1919 zu verdanken
Der Feburar- und der November-Zwerg fehlen allerdings. Nachdem die Zwerge Anfang des 19. Jahrhunderts aus der Mode gekommen waren und für nur zwei Gulden versteigert wurden, sind von den ursprünglich 28 Zwergen nur mehr 17 übrig. Der Rest ist in Privatbesitz oder verschwunden.


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Dass man überhaupt wieder welche hat, ist einem Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 1919 zu verdanken. Damals wurde festgelegt, dass man die Zwerge wieder zusammen sucht. Auf jene, die jetzt da sind, heißt es gut aufpassen - auch, damit sie nicht bald wieder auf Kur müssen.

Hoffen auf die restlichen elf Zwerge
„Die Zwerge werden jedes Jahr am Ende der Saison, bevor alles winterdicht gemacht wird, fein gesäubert und dann eingehaust, sodass sie im darauffolgenden Jahr dann wirklich wieder sauber erscheinen“, sagt Christian Stadler, Leiter des städtischen Gartenamtes.


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In der Hoffnung, auch die restlichen elf Zwerge noch in Original oder Kopie zu bekommen und herzeigen zu können, bleiben einige Podeste vorerst leer - vielleicht ist die wohl älteste Zwergensammlung Europas irgendwann ja wieder komplett.

Publiziert am 09.04.2018
http://salzburg.orf.at/news/stories/2905974/
 
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