#41
Ja, das habe ich auch vermutet. Aber in Wien gibt es keine Triester Straße 532 und die Adresse war mit ziemlicher Sicherheit in Wien. Komischerweise findet Google Maps die Adresse: Google Maps
Triester Straße 532.jpg

Das dürfte aber eher ein Fehler sein.

Aber vielleicht weiß ja jemand, ob es in der direkten Nähe von der Tonwarenfabrik kleine Häuser mit Garten gegeben hat, die der Wienerberger gehört haben.
 

josef

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#44
Dem Beitrag entnehme ich, dass dies eine altes Luftbild von der alten Ziegelfabrik ist. Irgendwie kann ich das Foto aber nicht ganz der Örtlichkeit einordnen. Daher folgende Frage:
Weiß jemand, wie die Straße im Hintergrund heißt?
Richtig! Das ist die Neilreichgasse,
habe die Karte in etwa der Aufnahmerichtung des Lubi (->Richtung Osten...) gedreht. Die von der Ratte genannte Wienerbergstraße ist ein Blödsinn! Die Wienerbergstraße ist auf den Bildern Beitrag #37 zu erkennen...

1587072755084.png
 
#45
Guten
Ja, das habe ich auch vermutet. Aber in Wien gibt es keine Triester Straße 532 und die Adresse war mit ziemlicher Sicherheit in Wien. Komischerweise findet Google Maps die Adresse: Google Maps
Anhang anzeigen 81623

Das dürfte aber eher ein Fehler sein.

Aber vielleicht weiß ja jemand, ob es in der direkten Nähe von der Tonwarenfabrik kleine Häuser mit Garten gegeben hat, die der Wienerberger gehört haben.
Guten Abend,

konnte gestern mit meiner Mutter noch darüber reden. Sie sagt, dass die Adresse Triester Straße 532 ein einzelnes Wohnhaus (doch kein Gartenhaus) aus Ziegeln war, das ungefähr im Bereich des heutigen Budocenter war (also an der heutigen Adresse Gutheil-Schoder-Gasse 9). Es soll also zwischen der Tonwarenfabrik und den Ziegelwerken etwas westlich von der Triesterstraße gelegen sein. Es gab auch einen Weg direkt von der Tonfabrik hinunter zu diesem Haus. In dem Haus haben mehrere Mieter gewohnt. Sie glaubt es waren 3 Mieter. Auf den alten Fotos hab ich hier diesen Bereich leider nicht gefunden. Wenn ich sie richtig verstanden habe, dann gab es unterhalb der Tonfabrik einen Teerteich (dort konnte man nicht baden) und unterhalb des Wohnhauses (also oberhalb der Ziegelwerke) Ziegelteiche in denen man Baden konnte. Immer wieder kam es dort zu teilweise tödlichen Unfällen, weil vorallem Jugendlich sich schwer bzw. tödlich an irgendwelchen Metallteilen verletzt haben, die unter Wasser gelegen sind und die man nicht gesehen hat.
Wieso die Adresse Triester Straße 532 hieß, wusste sie auch nicht. Aber sie ist sich sicher, dass zwischen den beiden Fabriken war.

Ergänzung: Auf einem der Meldezettel steht "WZW 532". Das könnte also für Wienerbeger Ziegelwerke Haus 532 stehen!?
 
Zuletzt bearbeitet:

Stoffi

Well-Known Member
#46
Guten


Guten Abend,

konnte gestern mit meiner Mutter noch darüber reden. Sie sagt, dass die Adresse Triester Straße 532 ein einzelnes Wohnhaus (doch kein Gartenhaus) aus Ziegeln war, das ungefähr im Bereich des heutigen Budocenter war (also an der heutigen Adresse Gutheil-Schoder-Gasse 9). Es soll also zwischen der Tonwarenfabrik und den Ziegelwerken etwas westlich von der Triesterstraße gelegen sein. Es gab auch einen Weg direkt von der Tonfabrik hinunter zu diesem Haus. In dem Haus haben mehrere Mieter gewohnt. Sie glaubt es waren 3 Mieter. Auf den alten Fotos hab ich hier diesen Bereich leider nicht gefunden. Wenn ich sie richtig verstanden habe, dann gab es unterhalb der Tonfabrik einen Teerteich (dort konnte man nicht baden) und unterhalb des Wohnhauses (also oberhalb der Ziegelwerke) Ziegelteiche in denen man Baden konnte. Immer wieder kam es dort zu teilweise tödlichen Unfällen, weil vorallem Jugendlich sich schwer bzw. tödlich an irgendwelchen Metallteilen verletzt haben, die unter Wasser gelegen sind und die man nicht gesehen hat.
Wieso die Adresse Triester Straße 532 hieß, wusste sie auch nicht. Aber sie ist sich sicher, dass zwischen den beiden Fabriken war.

Ergänzung: Auf einem der Meldezettel steht "WZW 532". Das könnte also für Wienerbeger Ziegelwerke Haus 532 stehen!?
Hallo Shitho!

Laut dem Lehman (Wienbibliothek - wbr01 /) von 1942 hat dein Großvater

Müller Otto, Keramiker, X. Wienerberg Ziegelwerke 532 gewohnt ... also glaub ich schon das es eine "Arbeitersiedlung" war. Vielleicht eher zu lesen als "Triesterstraße, Wienerberger Siedlung 532 . Die gab es links und rechts der Triesterstraße Siedlungen. Im Draschepark (ehemaliges Schloß/Anwesen der Chefität) ... Ursprünglich ja Drasche Ziegelwerker gibt es noch ein Lokal das der letzte Rest von so einer Ansiedlung ist. und wenn man die Triesterstraße stadtauswärts fährt ist ja rechts die ehemalige Schule (Drehort MA2412) vielleicht war das ja auch die Schule deiner Mutter.

Anbei der Auszug aus dem Lehman (Link siehe oben)
und ein Ausschnitt aus einem Stadtplan von 1901 im Bereich der Triesterstraße WAIS - Wiener Archivinformationsystem - Tektonik
' lehman1942.jpg
triesterstraße.jpg
lg Stoffi
 
#47
Hallo Stoffi,
ja genau, so hab ich mir das auch gedacht. Und der Lehmann ist ein weiterer guter Hinweis. Vielen Dank dafür.
Die Nr. 532 war offensichtlich eine Konskriptionsnummer, da auch im Adressbuch die Abkürzung KonskrNr verwendet wird.

Meine Mutter ist tatsächlich in die Volksschule an der Adresse Triester Straße 114 gegangen. Siehe #42

lg
Thomas
 
#48
Hallo,

habe dieses Foto mit den Ziegelwerken aus ca. 1900 gefunden:

Triesterstr.-um-1900.jpg

War das Ziegelwerk 1 & 2 östlich oder westlich von der Triester Straße?

Oder anders gefragt:
Ist das der Blick Richtung stadteinwärts oder auswärts?

Vielen Dank!
Gruß
Thomas
 
#51
Ja, das habe ich auch vermutet. Aber in Wien gibt es keine Triester Straße 532 und die Adresse war mit ziemlicher Sicherheit in Wien. Komischerweise findet Google Maps die Adresse: Google Maps
Anhang anzeigen 81623

Das dürfte aber eher ein Fehler sein.

Aber vielleicht weiß ja jemand, ob es in der direkten Nähe von der Tonwarenfabrik kleine Häuser mit Garten gegeben hat, die der Wienerberger gehört haben.
Hallo Schitho,

es gab von meiner Geburt an 1957 bis ca 1972 die Ziegelhäuser mit der Anschrift Triester Straße 477, 513 bis 515 und noch 489. Diese Häuser standen da wo jetzt die Philipsgebäude stehen, ich habe in 477 bis 1972 gewohnt.

Liebe Grüße Gerdschi
 
#52
Ja, die Häuser kannte ich auch noch und in dem Ziegelteich stadteinwärts links haben wir gebadet. Da war auch noch so ein "Turm" auf den wir geklettert sind, kennt den noch wer?
 
Zuletzt bearbeitet:

josef

Administrator
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#53
INDUSTRIESTÄTTEN
Es war einmal im Zehnten in Wien - was von den Ziegelarbeitern geblieben ist
Millionen von Ziegeln wurden für die Prachtbauten am Ring in der Gründerzeit gebraucht. In den Ziegeleien im Süden buddelten die Zugewanderten. Sichtbare Zeichen sind heute rar
Gerhard Zsutty bewegt sich in seinem Museum wie in einer Bibliothek. Anstelle von Büchern stehen Ziegel in den Regalen. Lehmgelbe, graue, braune, rostrote – jeder mit Inventarnummer versehen. Zsutty entführt im Ziegelmuseum in Wien-Penzing in die Vergangenheit. Die hat viel mit seiner Person zu tun. Der 84-Jährige ist auf der Wieden aufgewachsen. Dort, im vierten Bezirk, hat er als Kind gespielt, auf Trümmern. Damals gab es wenig von allem, doch Ziegel gab es genug – geheimnisvolle Zeichen hatten die eingebrannt. Deuten konnte sie der Sechsjährige nicht, aber sie übten auf den Knirps große Faszination aus. Man spürt sie noch heute.


Sie schufteten als Lehmscheiber, Mörtelschmiererinnen (Maltaweiber), Ziegelschläger, auch die Kinder wurden eingespannt – die Ziegelarbeiter lebten unter erbärmlichen Bedingungen.
Wiener Ziegelmuseum

Manche der Ziegel hat Zsutty eigenhändig ausgegraben. In Fischamend zog er "den Fisch aus der Fischa": In den Ziegel ist das Wassertier eingebrannt. Jeder Backstein hat eine Geschichte. Heute kann Zsutty, der lange als Geologe und Paläontologe im Ausland war, sie lesen. Es gibt zu tun: Bei 21.000 Stück ist er heute.

Hotspot der Ziegeleien
Viele kommen vom Wienerberg. Wer sich mit Ziegeln beschäftigt, landet automatisch auf dem kleinen Bergrücken im zehnten Bezirk. Dort gibt es heute Einkaufszentren, Hotels, Golfplätze, Wohn- und verglaste Bürotürme, paradiesisch anmutende Naherholungsgebiete – und vor allem viel Verkehr. Wer auf einem der Aussichtsplätze im Erholungsgebiet Wienerberg steht, schaut bis über Wiener Neustadt hinaus. Vor 200 Jahren hätte er hier vor allem eines gesehen: viele rauchende Schornsteine. Heute ist vom Gestern wenig präsent. Gemeindebauten und ein paar wenige Täfelchen zeugen von der Vergangenheit. Dabei hat es sich hier einst richtig abgespielt.

Die Gegend rund um den Wienerberg war im 19. Jahrhundert der Hotspot der Ziegelindustrie. Zsutty hat im Museum, einige Kilometer Luftlinie entfernt, eine große Karte an die Wand gehängt – rote Punkte, gelbe Punkte, dort, wo einst in Wien Ziegeleien waren. Es gab einige; ein richtiges Imperium, wo in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts 8000 Menschen arbeiteten, fand sich auf dem Wienerberg. Begonnen hat alles mit einem Mann namens Alois Miesbach, Tscheche und Sekretär beim Fürsten Kaunitz. Der junge Miesbach kam viel herum und war von Ziegelbauten so fasziniert, dass er seinen Job an den Nagel hing, eine Ziegelei in Inzersdorf pachtete und bald darauf kaufte. Um 1820 legte er den Grundstein für den Weltkonzern Wienerberger, der seinen Hauptsitz heute in der Triester Straße hat – sinnigerweise heißt der Gebäudekomplex "The Bric". Wo einst schwarze Zuckerbrause in Flaschen abgefüllt wurde, entstand vis-à-vis der Wienerberg-City die Biotope-City auf den ehemaligen Coca-Cola-Gründen. An die Ziegelvergangenheit erinnert allenfalls die Backsteinoptik der Wienerberger-Zentrale. Die Vergangenheit: planiert.


Gerhard Zsutty kann in den Ziegeln lesen wie in einem Buch. Schon als Kind haben ihn die eingebrannten Signaturen interessiert.
Bruckner

Wer über sie etwas wissen will, spricht mit Zsutty. Er weiß, warum hier alles begann: Auf dem Wienerberg gab es das Rohmaterial Meereston, Transportwege und den Absatzmarkt vor der Tür. Das Geschäft florierte. Miesbach durfte bald als Hoflieferant den kaiserlichen Adler führen und "gravierte" ihn in seine Ziegel ein.

"Mit ein Grund für den Erfolg waren die vielen nach Wien strömenden Arbeitskräfte – aus Italien, Kroatien, Tschechien, der Slowakei", sagt Wirtschaftshistoriker Peter Eigner von der Uni Wien. Es ist die Zeit um 1870, in der der zehnte Bezirk entsteht. Miesbach hat sich um seine Leute gekümmert, baute Wohn- und Krankenhäuser – und er schluckte Konkurrenten. Als er 1857 kinderlos starb, erbte sein Neffe Heinrich Drasche und baute weiter aus. Ebenfalls ein tüchtiger, aber auch ein eitler Mann, sagt Eigner. Er setzte sich mit dem prachtvollen (im Zweiten Weltkrieg zerstörten) Heinrichshof am Ring selbst ein Denkmal. Wie sein Vorgänger profitierte auch Drasche vom Bauboom der Gründerzeit.

Auf dem Rücken der Zugesanderten
Wien schwoll größenmäßig drastisch an. Arbeitskräfte waren gefragt – die Millionen an Ziegeln, die es für die Prachtbauten der Ringstraße brauchte, wurden händisch hergestellt. Ganze Familien kamen aus Böhmen und Südmähren, sie gingen als "Ziegelböhm" in die Geschichte ein. Als Drasche 1869 sein Imperium an ein Bankenkonsortium verkaufte (er blieb Hauptaktionär), wurden die Wienerberger Ziegelwerke in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Für die Arbeiter brachen nach den steinharten nun dramatische Zeiten an. Aus den Arbeiterwohnhäusern wurden Baracken. Oft teilten sich fünfzig Leute oder mehr einen Raum. Hygienische Zustände und Arbeitsbedingungen waren katastrophal.

Das blieb dem Armenarzt Victor Adler nicht verborgen. Ende 1888 schlich er sich in die Wienerberger-Werke ein und wirbelte mit seinem Zeitungsbericht über "die Lage der Ziegelarbeiter" die Öffentlichkeit auf. Die in den Stadtpalais sitzenden Bürger konnten die Augen vor dem Elend nicht mehr verschließen. 1888/89 kam es zur Gründung der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. 1890 begannen sich die Ziegelarbeiter zu organisieren, "zentral für die Gewerkschaftsbewegung", sagt Historiker Eigner. 1895 erkämpften die Arbeiter durch blutige Streiks Verbesserungen. Dann kamen Maschinen, Kriege, Zwangsarbeiter, weitere Entbehrungen. Wienerberger hat all das überlebt und gilt heute – wie einst – als weltgrößter Ziegelhersteller.


Alois Miesbach hat die Sache in Wien so richtig zum Laufen gebracht. Er durfte sich bald Hoflieferant nennen und den kaiserlichen Adler führen, weiß Gerhard Zsutty.
Bruckner

Geblieben sind auch viele der damals Zugewanderten. Der pensionierte Lehrer Franz Fiala (hier geht es zu seiner detailreichen Homepage) gehört dazu. Fiala hat tief in seiner Familiengeschichte gegraben. Der Grund war Jörg Haider. Seither hatte er den Eindruck, hier unerwünscht zu sein. Was er dachte, war: "Der meint ja mich". Fialas Großvater kam aus Tschechien. Er hatte das Glück, ein Zeugnis als Schlosser mitzubringen. So blieb ihm das Schicksal der "Ziegelböhm" erspart. Fiala geht heute oft im Erholungsgebiet Wienerberg spazieren. "Wunderschön", sagt er, "aber dort weiß ja keiner, wie viel die Leute da einst gelitten haben." Cornelia Dlabaja, Stadtforscherin an der FH der Wirtschaftskammer Wien, gibt ihm recht. Sie hat ebenfalls tschechische Vorfahren. Menschen, die an der Stadt Wien gebaut haben. Die Geschichte komme vor Ort viel zu wenig vor, findet sie. "42 Prozent der Wiener und Wienerinnen haben Migrationsgeschichte, es ist unsere Geschichte, nicht die der anderen." Dlabaja beschäftigt sich auch mit der Frage nach dem Recht auf Stadt und sozialer Ungleichheit. Sie verweist darauf, dass die Triester Straße eine Schneise schlage zwischen dem George-Washington-Hof, ein riesiger, denkmalgeschützter Gemeindebau - und den neuen Wohntürmen. Eine Motivation zu sozialer Durchmischung sei das nicht. Dazu komme: "Die Wienerberg-City stammt aus der Generation des privatisierten Städtebaus – ohne Bezug zu nehmen auf die Geschichte, anders als in der Gründerzeit." urteilt Dlabaja. Ziegelforscher Gerhard Zsutty gräbt dennoch weiter – weiter in der Vergangenheit.
(Regina Bruckner, 2.9.2023)

Rund um den Wienerberg: Aus- und Einblicke rund um den Wienerberg
Wer nach Unterhaltung und Zeugen der Vergangenheit sucht, begibt sich zum nahen Laaer Berg. Dort entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Böhmische Prater – einst Vergnügungs- und Saufmeile für die geschundenen Arbeiter, heute nostalgisches Pendant zum Wurstelprater. Am Weg liegt der Heurige Werkelmann. Mit Kind und Kegel kann man auf dem Stadtwanderweg 7 ein beachtliches Naherholungsgebiet mit wilden Gstätten und renaturierten Ziegelgruben durchstreifen und am Butterteich Vögel beobachten.
Auch auf dem Wienerberg findet sich heute ein Naherholungsgebiet. Bis in die 1960er-Jahre wurde hier Lehm abgebaut, dann wurde das einstige Wienerberger-Ziegelwerk geschlossen, das Brachland zur Schuttablagerung genutzt. Ende der 1970er-Jahre gab ein städtebaulicher Ideenwettbewerb den Auftakt für das heutige Erholungsgebiet. 1995 wurde es zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Auch dort findet sich ein ehemaliger Ziegelteich. Heute wird hier in der Sonne gebadet, Ball gespielt, gefischt oder ein Picknick veranstaltet. Der knapp 20 Kilometer lange Stadtwanderweg 12 verläuft vom Wienerfeld über Inzersdorf und Vösendorf zum Wienerberg. Wer sich im Grünen und nahe am Wasser laben will, besucht das Chadim am Friedrich-Adler-Weg, eines der wenigen Relikte aus der Vergangenheit auf dem Wienerberg, ein Restaurant, das einst Treffpunkt und Versammlungsort der Ziegelwerkarbeiter war.
Versammlungen anderer Art gibt es heute beim Wasserturm. Kinderfeste, Ausstellungen, Konzerte oder nur Pritscheln und Abhängen auf dem Wasserspielpatz – hier ist meist einiges los. Wer gerne strampelt und dabei klüger wird, kann auf dem 25 Kilometer langen Weg der Ziegelbarone radeln. Er führt von Leopoldsdorf über Maria Lanzendorf, Himberg, Achau, Laxenburg nach Biedermannsdorf und Vösendorf sowie zurück über Hennersdorf. Hier ist das größte Ziegelwerk Österreichs.
Das Wiener Ziegelmuseum hingegen befindet sich in Penzing in der Penzinger Straße 59. Aber auch das Bezirksmuseum im zehnten Wiener Gemeindebezirk in der Ada Christen-Gasse 2 erzählt von Geschichte. Wer in die Tiefe gehen will, kann das Ringofenmuseum Gsellhofgasse 1, 1230 Wien aufsuchen oder eines der letzten original erhaltenen Ziegelarbeiterwohnhäuser in Leopoldsdorf.
Die Stadtforscherin Cornelia Dlabaja hat sich mit KollegInnen an der Uni Wien mit dem Thema Wohnkultur in der Studie "Wohnen im Hochhaus" beschäftigt. Mit der Geschichte der "Ziegelböhm" in Wien - inklusive Lebensgeschichten - haben sich auch die "Wohnpartner Wien" ausgiebig befasst.

Es war einmal im Zehnten in Wien - was von den Ziegelarbeitern geblieben ist
 
#54
Der Verfasser dieses posts ist ja leider nicht mehr hier zu finden.
Auch die Fotos in #25 bis #28 sind verschwunden.
Ich bin ebenfalls im 10 Bezirk nahe dem Wienerberg aufgewachsen und war sehr oft auch am Wienerberg unterwegs. Auch denke ich die besagte Höhle oder Erdloch zu kennen. Ich war als Kind ebenfalls sehr oft da drinnen. Es gab 3 eingänge. Am ende der Höhle war ein großer Raum. [...] Gibt es hier jetzt noch Die Höhle oder ist sie eingestürzt? Kennt sie überhaupt jemand von den hier anwesenden?
Ich bin ebenfalls am Wienerberg aufgewachsen und habe noch nie etwas von einer Höhle oder dem in einem anderen Beitrag erwähnten Luftschutzstollen gehört oder gesehen. Für mich als Höhlenforscher wäre eine Höhle in meinem Heimatbezirk, auch wenn sie künstlich ist, die ultimative Sensation. Aber solang es keinen Beleg für ihre Existenz gibt, kann sie nur als Fantasiehöhle klassifiziert werden. Es konnte ja noch nicht mal jemand erklären, wo sie überhaupt sein soll.
 
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#59
Mir ist ja bewusst, dass Ortsangaben in diesem Forum unerwünscht sind, aber das heißt hoffentlich nicht, dass man die Lage absichtlich falsch angeben muss? Das ist nicht am Wienerberg. Ich finde es auch seltsam zu behaupten, dort "zufällig" auf etwas gestoßen zu sein. In das Gestrüpp geht keiner hinein (abgesehen von den Leuten vielleicht, die gleich daneben wohnen), der nicht gezielt nach solchen Objekten sucht. Das ist aber noch nichts gegen die im Video geäußerte Lüge: "Ich hab echt keine Ahnung, wo ich da bin". Das Areal ist nur ca. 150x100 m groß, ist von Verkehrsflächen umgeben, und er fuhr aus einem anderen Stadtteil extra dorthin, parkte am richtigen Parkplatz, ging zielstrebig bei dem Schranken in den Wald, und er erwähnte sogar, schon einmal dort gewesen zu sein. Und plötzlich will er vergessen haben, wo er ist.

Die ganz niedrigen, kaum schliefbaren Gänge halte ich für Belüftungen, genauer gesagt für die Zuluft zu den Ziegelöfen. Bei gut erhaltenen Ziegelöfen sieht man die ja auch. Beim größeren Gang mit den 2 Eingängen, der aber auch nicht aufrecht begehbar ist, bin ich mir nicht sicher. Auf den ersten Blick auch ein Teil des Lüftungssystems. Die Rohr- oder Schlauchhalterung an der Wand deutet darauf hin, dass an der Wand entlang irgendeine Leitung durchging. Am Boden liegt ein Schienenstück. Kann sein, dass Wagerln auf einem Gleis unterm Zielofen durchgefahren sind?! Es gibt sicherlich Ziegelofen-Experten, die das besser beurteilen können. Auf jeden Fall ist von diesen Ziegelöfen nicht mehr viel übrig, im Vergleich zu einigen anderen.
 
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adasblacky

Well-Known Member
#60
Wenn er dort war, wo ich denke, waren dort eher Hallen als Ziegelöfen ...
Die nähesten Ringöfen waren auf der anderen Straßenseite.
Und Wienerberger ist 100% richtig :)
1704035926429.png
LG Blacky
Quelle: Geodatenviewer Gem.Wien

Ahh, da könnte doch einer stehen, der sich ausgeht ...
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