"Graz Museum" und "Grazer Museum für Geschichte" - Ausstellungen bzw. neue digitale Angebote

josef

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#1
Der Grazer Alltag im Laufe der Zeit
„Uns gehört die Zukunft!“ heißt die aktuelle Ausstellung im Grazer Museum für Geschichte: Zu sehen sind die Amateur-Fotografien des Grazers Uto Laur, geschossen zwischen 1930 und 1970,die interessante Einblicke ins Grazer Alltagsleben bieten.
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Uto Laur machte sich mit seiner Kamera auf die Suche nach alltäglichen, aber auch speziellen Momenten: Ob Frohnleichnamszug 1936, Motorrad-Rennen 1946, technischer Fortschritt 1966 oder Veränderungen im Stadtbild – er hielt fest, was ihn faszinierte. Vieles bot Laur, der im Hauptberuf Filmvorführer war, regionalen Zeitungen zum Abdruck an.

Zurückhaltend und nicht voyeuristisch
„Er zeigt uns Alltagssituationen auf sehr zurückhaltende und nicht voyeuristische Art, die er ganz offensichtlich einerseits aus einem eigenen Interesse mit einem eigenen, vielleicht auch ein wenig scheuen Blick, und gleichzeitig auch schon mit dem Wissen, das möglicherweise für eine Abbildung in einer Zeitung verkaufen zu können“, sagt Kurator Heimo Hofgartner.

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So hielt Uto Laur auch die politischen Umbrüche mit seiner Kamera fest. „Uns gehört die Zukunft!“ ist dabei nicht nur Spruch beim 1. Mai-Umzug 1965, sondern auch Motto der Ausstellung. „Für uns symbolisiert das, dass Uto Laur seit Mitte der 30er-Jahre Umbrüche vom auslaufenden Austro-faschistischen Ständestaat, über den Nationalsozialismus, die Besatzungszeit bis in die Nachkriegszeit dokumentiert hat. Wo mehrere Generationen immer wieder positiv gestimmt auf dem Weg waren mit diesem zukunftsverheißenden Motto, ohne zu vergessen, dass es natürlich auch immer Verfolgte gegeben hat und Leid“, so Hofgartner.

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Nicht unbedingt immer chronologisch
Knapp 6.000 großteils Schwarz-Weiß-Negative übergab Laur Anfang der 90er-Jahre dem Joanneum, ehe er 1996 starb. Geordnet hat er die Fotos nach Schlagwörtern, sagt der Kurator: "Er hat zum Beispiel genommen „Hauptbrücke", hat das dann unter H eingereiht, und hat alle Aufnahmen, die er von der Hauptbrücke hat, in dieses Sackerl getan. Das heißt, er hat sie zum Teil aus der Chronologie genommen.“

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In das fotografische Werk von Uto Laur eintauchen kann man im Museum für Geschichte in Graz noch bis zum 17. Mai.
23.02.2020, red, steiermark.ORF.at

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josef

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#2
„Dein Graz!“

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Die Sammlung des Grazer Historikers Karl A. Kubinzky ist ein Streifzug durch das Graz von einst und jetzt. Das Grazer Museum für Geschichte zeigt unter dem Titel „Dein Graz!“ alte Postkarten, Fotografien, Gemälde und stellt dazu passende Objekte zur Schau.
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Er gilt als Gedächtnis der Stadt Graz: Karl Albrecht Kubinzky ist Geograf, Historiker und Sammler aus Leidenschaft. Graz steht im Mittelpunkt seiner Sammlung von mehr als 100.000 Objekten, die er Ende November 2018 fast zur Gänze dem Universalmuseum Joanneum schenkte.

Annnäherung von der Peripherie
„Wir nähern uns der Stadt von der Peripherie an. Mit Karten, Stadtplänen und sogar Luftbildaufnahmen, die Kubinzky selbst gemacht hat, als begeisterter Ballonfahrer“, erklärt Kuratorin Astrid Aschacher. Aschacher kuratierte die Ausstellung gemeinsam mit dem Anfang Februar verstorbenen Gerhard Dienes. Dienes sei der Kopf hinter der Ausstellung und auch ein guter Freund Kubinzkys gewesen.

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Von der Peripherie geht es in der Schau über die ehemaligen, 1938 eingemeindeten Vororte – etwa Liebenau und Andritz – und über die Vorstädte wie St. Leonhard, Geidorf und Gries schließlich in Richtung Innenstadt.

Alltägliches trifft Außerordentliches
Ein Spannungsfeld zwischen Urbanem, Suburbanem und Dörflich-Ländlichem ergibt sich: „Ich hoffe darauf, dass die Leute beim Anschauen ausrufen: ‚Da ist mein Haus!‘“, sagte Sammler Kubinzky. Die Ausstellung solle zeigen, dass Graz nicht nur die Innere Stadt ist – auch die tausenden Menschen, die in der Peripherie leben oder einmal dort gelebt haben, sollen sich wiederfinden.
Neben den Fotos und Postkarten aus der Sammlung sind die Gemälde das Herzstück der Ausstellung. „Ich komm’ mir wirklich zum Teil vor wie zuhause“, sagte Kubinzky beim Gang durch die Ausstellung. Die Gemälde zeigen große Bauwerke wie die Kalvarienbrücke, aber auch kleine, ländliche Fabriken. Es trifft in der Ausstellung Alltägliches wie Straßenszenen und beliebte Gasthäuser auf Außerordentliches wie die Landung der Krauskopfpelikane in Liebenau.

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Es trifft in der Ausstellung Alltägliches wie Straßenszenen und beliebte Gasthäuser auf Außerordentliches wie die Landung der Krauskopfpelikane in Liebenau.

Straßennamen ziehen sich durch die Schau
Passend zu den Orten in und rund um Graz finden sich auch Objekte in der Ausstellung: Ausgestopfte Frösche – eine Leihgabe des Naturhistorischen Museums – repräsentieren die ehemals sumpfige Gegend um Ries, oder ein Ziegel weist auf den Stellenwert der Ziegelproduktion in St. Peter hin.

Ausstellungstipp:
„Dein Graz! Die Sammlung Kubinzky am Joanneum“ – zu sehen bis 31. Jänner 2021 im Grazer Museum für Geschichte
Ein durchgängiges Element bilden die außergewöhnlichen Straßennamen der damaligen und heutigen Stadt, die über die gesamte Ausstellung hinweg immer wieder auftauchen -sie sind ein Forschungsschwerpunkt von Kubinzky. Abrundend sollen Hörstationen und Videoprojektionen vertiefende Informationen rund um Graz liefern.

Inhaltlich geht es bis ins dritte Jahrhundert vor Christus zurück. Auch selten gezeigte Objekte wie das Wachsbildnis von Johann Heinrich von Formentini sind zu sehen. Die dunklen Seiten von Graz, wie das Anhaltelager Messendorf, werden nicht verschwiegen, sondern auf roten Tafeln hervorgehoben.

Charakter in Keramik
Ein Raum der Ausstellung ist allerdings nicht mit Objekten der Sammlung Kubinzky bestückt: Stattdessen befinden sich darin Figuren des Keramikkünstlers Erwin Schwentner. Sie stellen die verschiedenen Charaktere der Stadt Graz dar – etwa soll die Figurine eines Römers für Graz als Römerstadt stehen oder ein speisendes Paar für Graz als Genussstadt. Einen Katalog zur Ausstellung wird es nicht geben, dafür einen Sammelband, der bis zum 80. Geburtstag von Kubinzky im Juli erscheinen soll.
28.02.2020, red, steiermark.ORF.at/Agenturen
Kubinzky und „Dein Graz!“

Mehr zur Ausstellung: "Dein Graz" - Die Sammlung Kubinzky am Joanneum
 

josef

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#3
„360 Graz digital“ von der Couch aus
Die Dauerausstellung „360 Graz“ erzählt die Geschichte der Stadt Graz von ihrer erstmaligen Erwähnung 1128 bis zum Kulturhauptstadtjahr 2003 – und sie ist nun von der Couch aus zu erleben.
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Die umfassende Schau, die vom Direktor des GrazMuseums, Otto Hochreiter, kuratiert wurde, zeigt alle Entwicklungen und Epochen der Stadt Graz, vermittelt Wissen über jedes Jahrhundert – und das übersichtlich, spannend, anschaulich und interaktiv.

War es ursprünglich vorgesehen, die reale Ausstellung digital für alle, die nicht in Graz leben, zugängig zu machen bzw. auch zur Vorbereitung von Schulklassen zum Museumsbesuch zu öffnen, so ist „360 Graz digital“ nun für alle Bewohner und Besucher, für alle Interessierten und für alle Graz-Liebhaber 24 Stunden geöffnet.

GrazMuseum, Sackstraße 18
Wahre Abbildung der kayserlich und Lands-Fürstlichen Haubt Stadt Graz, wie selbe von unter gegen den Aufgang zu sehen ist im Jahr 1699 Andreas Trost.

Kulturstadtrat Günter Riegler zur digitalen Öffnung des Museums: „Ich bin froh darüber, dass unser GrazMuseum so früh die Zeichen der Zeit erkannt hat und nun mit ‚360 Graz digital‘ ein gewichtiges und leicht zugängliches Bildungsangebot zur allgemeinen Verfügung stellen kann, das sich mit unserer Stadt historisch auseinandersetzt."

GrazMuseum, Sackstraße 18
Die Kaufmannsfamilie Rochel, Paul Künl, um 1850

Alle Entwicklungen und Epochen der Stadt
Geschichtlich ist die Ausstellung in mehrere Epochen geteilt: Die erste Epoche berichtet von der ersten urkundlichen Erwähnung 1128 und reicht bis zum Jahr 1600. Sie zeigt die Entwicklung der Stadt als Markt im Mittelalter bis hin zur Residenzstadt, mit allen ihren politischen und religiösen Entwicklungen.
Die zweite Epoche von 1600 bis 1809 erzählt von den Folgen der Gegenreformation, vom Verlust des Titels ‚Residenzstadt‘, von Herscherhäusern, von der Entwicklung der Bildung durch die Jesuiten und letztendlich auch von der Eroberung Österreichs durch die Franzosen und der Schleifung der Festung des Grazer Schloßberges.

GrazMuseum, Sackstraße 18
Detail aus dem „Landplagenbild“, F. Seemann, 1908

Die dritte Epoche von 1809 bis 1914 zeigt den Übergang zur Industrialisierung, das Bürgertum in der Biedermeierzeit bis hin zum Aufkeimen der deutschnationalen Gesinnung.

In der vierten Epoche von 1914 bis 1945 wird die tragische Geschichte des ersten und zweiten Weltkrieges, sowie die Zwischenkriegszeit aufgearbeitet.

Die fünfte Epoche von 1945 bis 2003 zeigt Graz als Stadt der Volkserhebung und spannt den Bogen von Graz als Menschenrechtshauptstadt bis hin zu Graz als Kulturhauptstadt.

GrazMuseum, Sackstraße 18
Cafè Stadtpark, Unbekannt, o.J.

Die Ausstellung ist klar strukturiert, chronologisch aufgebaut und die Themen ziehen sich mit einer immer gleichen Fragestellung durch die einzelnen Jahrhunderte, die laut Ausstellungskonzept wie folgt sind: Wie manifestierte sich Grazer Bürgerlichkeit? Wie hat Graz zur jeweiligen Zeit ausgesehen? Wie sind die jeweils Mächtigen mit den „Fremden“ umgegangen? Wie ging es den Geschlechtern miteinander? Alle diese Fragen über die Stadt und ihre Bewohner werden über Jahrhunderte aufgearbeitet und in einer umfassenden Sammlung von Daten, Fakten, Geschichten und Bildern beantwortet.
30.03.2020, red, steiermark.ORF.at/Agenturen

Link:
„360 Graz digital“ von der Couch aus
 
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