Kärnten: Ehemalige Kasernen und Einrichtungen des Bundesheeres

josef

Administrator
Mitarbeiter
#1
Inspiriert durch die Suche nach diversen Kasernenstandorten durch @TORad versuche ich, ehemalige Kasernen und sonstige Einrichtungen die vom Bundesheer nach dessen Neuaufstellung 1955 wieder genutzt wurden und zwischenzeitlich geschlossen (verkauft, abgerissen usw. ...) wurden, zu lokalisieren.

Dies möchte ich mit Hilfe von "Google Earth" Bildern und sonstigen alten Luftaufnahmen, Ansichtskarten usw. dokumentieren und nach und nach auch mit weiteren geschichtlichen Hintergrundinformationen versehen.

Es soll eine nach Bundesländern alphabetisch geordnete Ergänzung zum bereits bestehenden Thread "Objekt- u. Liegenschaftsverkäufe des ÖBH" entstehen.

Dazu sind neben Kärnten bereits folgende Länderbeiträge erschienen:
Burgenland
Niederösterreich
Oberösterreich
Salzburg
Steiermark

Aufgelistet sind nur die "wichtigsten Kasernen, Einrichtungen usw., hoffe auf weitere Ergänzungen durch die User!
Es fehlen bei den jeweiligen Bundesländern noch kleinere Objekte und Liegenschaften, wie z.B. Güpl, Schießplätze, Lager-u. Depots, Landwehrlager usw. ...

(Bitte keine FAn hier einfügen, dazu gibt es jede Menge andere Threads...).
 
Zuletzt bearbeitet:

josef

Administrator
Mitarbeiter
#3
Klagenfurt - "Aichelburg Kaserne"

Kraftfahrzeuganstalt und Lagergelände in der Aichelburg-Labia Straße:
Zur Verwaltung der Waisenhauskaserne gehört das Areal der Aichelburg-Labia Straße, auf dem sich die Kraftfahrzeugsanstalt, ein Vorgänger des heutigen Heereslogistikzentrums, befand. Ihre Gründung geht auf das Jahr 1953 zurück. Bis 1955 befand sie sich unter dem Namen „Staatliche Kfz-Außenstelle Klagenfurt“ unter Obhut der Post.
Auszug aus die-garnisonen-und-kasernen-karntens

GE - Bilder:
1. GE - Bild 2006
2. GE - Bild 2019, Verbauung mit Wohnhausblöcken...
 

Anhänge

josef

Administrator
Mitarbeiter
#4
Klagenfurt - Gradnitz "Munitionslager"

1927 - Kauf der ersten Grundstücke für das Lager
2003 - Schließung des Mun- Lagers

Geschichte:
Die Entstehung des heutigen Lagers geht auf das Jahr 1927 zurück, als die ersten Grundstücke angekauft wurden. Bis 1960 erfolgten laufende notwendige Erweiterungen. Die erste Festlegung der notwendigen Sicherheitszonen geht auf das Jahr 1936 zurück. Historisch befand sich in diesem Bereich ein Artilleriemunitionsmagazin, das 1912 in ein Munitionslager umgewandelt wurde. Interessant erscheint hier eine Verordnung von 1876, in der die ursprüngliche Sicherheitszone von 400 Klaftern in eine solche von zumindest 760 Metern umgewandelt wurde.
Auszug aus die-garnisonen-und-kasernen-karntens

GE - Bilder:
1. GE - Bild 2006
2. GE - Bild 2016
3. GE - Bild 2017
4. GE - Bild 2019 ehem. Lagergelände
 

Anhänge

josef

Administrator
Mitarbeiter
#5
Klagenfurt - "John-Kaserne" am Flughafen Annabichl

1936 - für die österreichischen Luftstreitkräfte erbaut
1993 - als Luftfahrthindernis abgerissen

Geschichte:
Namensgeber: Feldmarschall Franz Freiherr von John (1815-1876), erhielt für seine Leistungen als Generalstabschef der siegreichen Südarmee 1866 das Kommandeurkreuz des Militär-Maria-Theresienordens. Die Kaserne wurde 1936 für die österreichischen Luftstreitkräfte erbaut, ab 1955 durch das Bundesheer genutzt. Neben einer Fernmeldekompanie war von 1973 bis 1979 die Militärmusik in der Kaserne untergebracht. Im Sinne des Masterplans des Flughafens Klagenfurt wurde sie 1993 als Luftfahrthindernis abgerissen. Im Kasernengelände wurde 1971 ein Hubschrauberstützpunkt für zwei Hubschrauber errichtet. Derzeit steht ein Hubschrauber des Typs Aluette 3 zur ständigen Verfügung. Von den Hubschraubern des Bundesheeres werden neben den militärischen Aufgaben auch Assistenz-, Rettungs-und Bergeflüge durchgeführt.
Auszug aus die-garnisonen-und-kasernen-karntens

2010 wurde der Stützpunkt abgerissen und es entstand der neue Hangar am Klagenfurter Flughafen. Im Mai 2011 wurde der neue Bundesheer-Hubschrauberstützpunkt im nordwestlichen Bereich des Flughafens eröffnet. Der Hangar hat eine Fläche von rund 500 Quadratmetern und bietet mehreren Maschinen Platz. Die Bauzeit betrug rund neun Monate, die Kosten beliefen sich auf 1,3 Millionen Euro. Die Baukosten wurden vom Flughafen Klagenfurt finanziert, da das Bundesheer ein dauerhaftes Nutzungsrecht am Flughafen hatte.
Auszug aus Der Hubschrauberstützpunkt Klagenfurt

1581277990943.png
Ansichtskarte aus 1939 - in der rechten unteren Ecke die Kaserne
Quelle: ÖNB/AKON Ansichtskarten Online


GE - Bilder:
1. Der alte HS-Stützpunkt (1971-2010) - Aufnahme 2006, die "John-Kaserne" befand sich in etwa links davon...
2. Der neue HS-Hangar (Aufnahme 2017)
(Danke an @Berni8 für den Hinweis...)
 

Anhänge

josef

Administrator
Mitarbeiter
#6
Klagenfurt - "Waisenhauskaserne"

1760 oder 1768 - Erbaut als Militärwaisenhaus
2009 - Verkauf

Geschichte:
Sie ist die älteste noch bestehende Kaserne Klagenfurts und kann auf eine sehr bewegte Geschichte verweisen. Nach unterschiedlichen Quellen wurde sie 1760 bzw. 1768 für etwa 500 Militärwaisen aus der gesamten Monarchie erbaut. Die Unterbringung der Kinder erfolgte jedoch nicht zu ihrer Erziehung und Ausbildung, sondern lediglich um sie als Arbeitskraft in einer Flachsfabrik einzusetzen. Schlechte sanitäre Verhältnisse und die gnadenlose Ausnutzung durch Arbeitszeiten von mehr als 14 Stunden täglich, führten zu einer derart hohen Sterblichkeitsrate, dass das Waisenhaus 1784 stillgelegt wurde.

In Folge wurde das Gebäude als Kaserne genutzt. Während Mitte des 19. Jahrhunderts, sprich um 1858, in Italien Krieg geführt wurde, entstand in der leer stehenden Kaserne eine Zigarrenfabrik, in der etwa 600 Frauen Beschäftigung fanden. Da nach 1866 erneut Truppen in die Kaserne einrückten, fanden die Gebäude wieder ausschließlich militärische Verwendung.

Die Zigarrenfabrik wurde in die Bahnhofstraße verlegt und im 2. Weltkrieg zur Fertigung von Flugzeugteilen umfunktioniert. Dieser Komplex in der Nähe des heutigen Finanzamts bildete neben den Bahnanlagen das Schwergewicht des 1. Flugzeugangriffes am 16. Jänner 1944.

Seit 1950 ist in der Südwestecke der Kaserne ein von außen zugänglicher Kindergarten untergebracht.

Von den vier markanten Sendemasten, die während des Krieges unter anderem auf Drahtfunk das Programm des „Reichfunks“ und nach dem Krieg das Programm des Britischen Militärsenders aus dem Luftschutzbunker im Kreuzbergl übertrugen, wurden zwei im Jahre 1962 abgetragen, die anderen beiden als Langwellenantenne genutzt. Nach Verbesserung der Verbindungsstruktur innerhalb des Bundsheeres wurden sie nicht mehr benötigt und im Jahre 1974 abgebaut.

Von 1951 bis 1954 und von 1957 bis 1974 beherbergte die Kaserne das Bezirksgendarmerie-Kommando Klagenfurt. Auch eine Volks-, Haupt-, und Sonderschule waren ab 1951 im Nordtrakt untergebracht. Die Schulen wurden 1966 durch einen Polytechnischen Lehrgang abgelöst, der erst 1987 auszog.

Nach verschiedenen Umbauten konnte schließlich die Elektronikwerkstätte des Militärkommandos einziehen. Die nach dem Zweiten Weltkrieg als Wohnung vermieteten Teile der Kaserne konnten in den meisten Fällen erst nach dem Tod der Mieter wieder der ursprünglichen militärischen Nutzung zugeführt werden. Zahlreiche Umbaumaßnahmen schufen im Laufe der letzten Jahre eine moderne Kaserne in alten Gemäuern und ermöglichen eine Unterbringung der Stabskompanie des Militärkommandos Kärnten mit der Militärstreife, dem ABC-Zug und der Militärmusik sowie der Elektronikwerkstätte des Heereslogistikzentrums Klagenfurt. An territorialen Stellen waren das Kommando Truppenübungsplätze und eine Küche, die das Militärkommando mitversorgt, untergebracht.
Auszug aus die-garnisonen-und-kasernen-karntens

1581336942872.png
Ansichtskarte aus 1905 ÖNB/AKON Ansichtskarten Online


1581337423903.png
AK der Kaserne mit 2 der ehemals 4 Sendemasten ca. 1962

Zeitungsartikel:
Die Waisenhaus Kaserne in Klagenfurt ist verkauft
3,67 Millionen Euro Verkaufpreis – Kärntner Investor erhält den Zuschlag.
Ein Investor aus Kärnten, der vorläufig ungenannt bleiben möchte, hat die Liegenschaft des Österreichischen Bundesheeres um 3,67 Millionen Euro erworben.
Die Liegenschaft befindet sich in Klagenfurts bester Wohnlage nahe dem Zentrum. Das Kasernenareal ist mit einem Mannschaftsgebäude, einem Stabsgebäude und mehreren Garagen bebaut. Insgesamt beträgt die Grundstücksfläche rund 22.350 Quadratmeter. Ein Großteil der Fläche ist als „Bauland Sondergebiet Kaserne“ gewidmet, rund 4.000 Quadratmeter sind in der Flächenwidmung als „Park“ ausgewiesen.

1581337915516.png
Text und Foto 04. Juni 2009 Waisenhaus Kaserne in Klagenfurt verkauft

GE - Bilder:
1. GE - Bild 2006
2. GE - Bild 2011 - Abrissarbeiten
3. GE - Bild 2017 - Nach Fertigstellung der Neuverbauung
3. GE - Bild 2017
 

Anhänge

josef

Administrator
Mitarbeiter
#7
St. Veit an der Glan - "Munitionslager Muraunberg"

Erbaut ca. 1903
Verkauft 2012/13

Geschichte:
Lagerbereich Muraunberg des Mun. Lagers Gradnitz
Dessen Geschichte beginnt mit dem Tausch der k. und k. Pulverdepositiorien in St. Veit im Jahre 1902. Beide Lagerbereiche wurden stets ausgebaut und entsprachen immer den Sicherheitsbestimmungen. Erst im Zuge der Veränderungen des Bundesheeres wurde Gradnitz 2003 als Munitionslager aufgelöst und der Lagerbereich Muraunberg 2012/13 geschlossen bzw. verkauft.

Auszug aus die-garnisonen-und-kasernen-karntens


Auszüge aus Zeitungsartikel

Muraunberg - Der St.Veiter Hausberg
Der Muraunberg dient heute vielen St.Veiterinnen und St.Veitern als Naherholungsraum. Spaziergänger, Wanderer, Nordic Walker, Reiter und Läufer nutzen den Forst. Von den Höhenzügen aus bieten sich wunderschöne Fernblicke ins Zollfeld und ins Obere Glantal an. Vom Neubauer Feld, einer Lichtung oberhalb der Waldkapelle Maria Loreto, sieht man bis hinauf ins Krappfeld, auf Taggenbrunn und Hochosterwitz. Von der Weberitsch Höhe sieht man ins Glantal hinunter. Der geschlossene Fichten-, Kiefer- und Buchenwaldkomplex umfaßt eine Größenordnung von rund 600-700 ha.


Der Pulverturm
Das Munitionslager am Muraunberg hat schon eine lange Tradition. Schon in Zeiten der Österreichisch-Ungarischen Monarchie war der Muraunberg Sitz eines Munitionslagers. Damals nannte man die Anlage noch Pulverturm. „Riesige Mengen von offenem Pulver und ganz beträchtliche Mengen von Dynamit, die auch bei der Bevölkerung von St. Veit große Furcht erregen“, waren damals am Muraunberg gelagert. So stand es zumindest in historischen Dokumenten.
Alte Pläne der „K. u. k. Militär-Bauabteilung in Graz“ zeigen auch, dass rund um den Pulverturm am Muraunberg eine Bauverbotszone herrschte. Ähnlich streng ist es noch heute: Fotografieren und das Benutzen des Handys ist dort verboten. Auch Wachen patroullieren rund um das abgesperrte Gebiet.

Auszug aus Artikel v. Franz Waditzer v. 16. Februar 2011 in Muraunberg - Der St.Veiter Hausberg

Nach Verkauf - 202/13:
Liebenwein-Weco lagert Feuerwerkskörper im ehemaligen Munitionsdepot am Muraunberg. Ein Lokalaugenschein:

Am St. Veiter Muraunberg wird jeder freiwillig zum Nichtraucher. Denn ein unachtsam weggeworfener Glimmstängel kann verheerende Folgen haben. Schließlich lagern hier palettenweise Feuerwerkskörper - und schon ein Funken genügt, um das zu ändern. Die WOCHE St. Veit durfte einen Blick in die Bunker werfen, in denen bis vor wenigen Jahren noch Munition des Bundesheeres lagerte.

Zentimeterhoch liegt der Schnee zwischen den Hügeln, in denen die explosive Ware lagert. Es ist still - der stacheldrahtbewährte Zaun rund um die Bunker sorgt wohl auch dafür, dass sich nicht allzu viele Besucher hierher verirren. Nur die Portale aus Stahlbeton, die unter die Erde führen, deuten darauf hin, welchem Zweck diese Anlage seit mehr als hundert Jahren dient. Diese Portale - und die Feuerlöscher und Hydranten, die an jeder Ecke zu finden sind. In dieser Szenerie stapft Hans-Matthias Liebenwein durch den Schnee. Er ist der neue Besitzer des acht Hektar großen Grundstücks.

Die Feuerwerkskörper der Firma Liebenwein-Weco werden hier gelagert - ein perfekter Ort dafür. "Es war ein Glücksfall, dass wir die Anlage erstanden haben. So viel Platz und noch dazu die Infrastruktur - so etwas gibt es sonst nicht mehr", sagt Liebenwein. Immerhin gelten für die großen Mengen der Silversterraketen die gleichen strengen Auflagen wie für die Munition des Bundesheeres: Neben den Brandschutzeinrichtungen muss die Elektrizität in den Bunkern "ex-gschützt" sein, um die Explosionsgefahr zu minimieren. Außerdem weisen die Bunker den notwendigen Sicherheitsabstand zueinander auf, damit im Fall einer Explosion möglichst wenig passiert.

Insgesamt neun Bunker finden sich quer über die Anlage verteilt. Nicht alle Gebäude kann Liebenwein gebrauchen: Den Schutzraum für die Besatzung zum Beispiel, der noch in den Siebzigern gebaut wurde, um bei einem Angriff halbwegs sicher zu sein. Oder die Hundezwinger bei der Einfahrt: Zuletzt nutzte das Bundesheer den Muraunberg für die Hundeausbildung.

Liebenwein hat viel mit dem ehemaligen Munitionsdepot vor. So soll der gesamte Lagerbereich am Muraunberg untergebracht werden - inklusive der Vertriebsabteilung. Die Produktion bleibt in Meiselding. Schon seit einem Jahr laufen die Arbeiten: Das Verwaltungsgebäude wird auf Vordermann gebracht, außerdem wurde die Anlage durchforstet. "Die Bäume haben hier gewuchert. Das mag zwar vom militärischen Standpunkt her sinnvoll gewesen sein, ist jetzt aber nicht mehr nötig. Wir brauchen keine Tarnung mehr", sagt Liebenwein. Dafür aber all die anderen Sicherheitsvorkehrungen - damit das große Feuerwerk nicht viel zu früh los geht.
Auszug aus Artikel von P.Lindner, Februar 2013 - Ein Funken räumt das Lager aus

1581340106067.png

1581340146959.png

1581340194225.png

1581340252472.png

1581340345168.png
Alle Fotos Peter Lindner - Ein Funken räumt das Lager aus

GE - Bilder:
1. GE - Bild 2011
2. GE - Bild 2015
3. GE - Bild 2015 - Übersicht
 

Anhänge

Zuletzt bearbeitet:

josef

Administrator
Mitarbeiter
#8
Spittal an der Drau - "Troyer Kaserne" (früher "Lieser Kaserne")

1191 - erste Erwähnung des Gebäudes als „Capella cum Hospitali“
1797 - Großbrand, Bauwerk wird zur Brandruine
1843 - Wiederherstellung als Spital
1935 - Nutzung als Kaserne (Lieser Kaserne, ab 1952 Troyer Kaserne)
1995 - Schließung der Kaserne und Übergang an die Stadtgemeinde Sittal, danach Renovierung und Neugestaltung zur heutigen Verwendung als Fachhochschule.

Geschichte:
1581342655510.png
1581342717063.png
Quelle: http://www.spittal-drau.at/uploads/tx_pdfflipper/pdfflipper_65/22.pdf

Troyerkaserne ( früher Lieserkaserne )
Namensgeber: Major Josef Troyer (1867 –1916), erhielt den Militär-Maria-Theresien-Orden für seine im 1. Weltkrieg bewältigten Einsätze an der russischen Front. Die Kaserne selbst steht auf historischem Boden und fand erstmals 1191 als „Capella cum Hospitali“ Erwähnung. Von „Spittl“ leitet sich auch der Name Spittal ab. Nach einem Brand im Jahre 1629 wurde das Gebäude 1843 in der heute noch bestehenden Form völlig neu geschaffen. Dieser Bau fand abwechselnd als Bauhof, Schule, Salzdepot, Werkstatt und schlussendlich ab 1935 als „Lieserkaserne“ Verwendung. Am 28.April 1995 ging die Kaserne in das Eigentum der Stadtgemeinde Spittal über und wird heute, nach seiner Renovierung, als Fachhochschule genutzt.

Auszug aus die-garnisonen-und-kasernen-karntens

1581342387956.png

1581342430168.png

1581342471821.png
Bildquelle: Rechtsfreie Fotos aus dem ÖNB-Projekt Österreichische Nationalbibliothek Crowdsourcing


GE - Bilder:
1. GE - Bild 2006
2. GE - Bild 2019
3. GE - Bild 2019 Übersicht
 

Anhänge

josef

Administrator
Mitarbeiter
#9
Wolfsberg - "Aichelburg Kaserne"

1935 - Beginn Umbau des Bürgerspitals zu einer Kaserne
2006 - Beginn der Verkaufsbemühungen

Geschichte:
Aichelburgkaserne
- früher Kaserne Wolfsberg
Namensgeber: Leopold Freiherr von Aichelburg -Labia (1853 –1926), Landeshauptmann von Kärnten (1909 –1918), Oberkommandierender der „Kärntner Freiwilligen Schützen“ 1915 –1918. Da die Aufgabe der Neutralität der Italiener ab Beginn 1915 befürchtet wurde, beauftragte man Aichelburg Anfang März 1915 mit der Aufstellung der Kärntner Freiwilligen Schützen. Diese bestanden aus freiwilligen Männern, die noch nicht wehrpflichtig waren oder aus Altersgründen keine Berücksichtigung mehr fanden. Trotz der kurzen Zeit, die zur Verfügung stand, konnten diese Freiwilligen bereits am 23. Mai, nach Aufgabe der Neutralität der Italiener, die Stellungen an der Grenze beziehen. Wolfsberg kann bereits seit 1859 als Garnisonsstadt bezeichnet werden. Das Fehl einer Kaserne schlug sich aber immer wieder in Belegungen von Privatquartieren nieder. So wurde laufend versucht, eine entsprechende Kaserne zu errichten. Erst 1935 begann man mit dem Umbau des Bürgerspitals zu einer neuen Kaserne, die bereits im Jahre 1936 durch ein Bataillon bezogen wurde. Die Besatzungsmacht nahm diese von 1945 bis 1947 unter Beschlagnahme. Ab dieser Zeit stand das Gebäude auch Schulen zur Verfügung. 1951 belegte die Bundesgendarmerie Teile der Kaserne. Und bald entstand die 4. Unterabteilung der Gendarmerieschule Kärnten 1. Die Angehörigen dieser Abteilung wurden im November 1955 nach Salzburg verlegt und in die neu aufgestellte Artillerietruppenschule eingegliedert. ZurEinweihung der neuen Garnison Wolfsberg flog der Generaltruppeninspektor General Erwin Fussenegger am 7. Mai 1960 von Enns nach Klagenfurt, von dort ging es weiter in Richtung Wolfsberg. So sehr ihn die neue Garnison erfreut hatte, sie beherbergte die Fliegerabwehrkompanie des Stabsbataillons 7, so sehr war er über den Zustand der Unterbringung verärgert. In der Kaserne war neben einer Volksschule noch eine Mädchenberufsschule untergebracht. Einzig der zweite Stock war für das Bundesheer reserviert. Dazu schrieb er in sein Tagebuch: „Die Zustände in der Kaserne sind untragbar, vor allem kann man nicht 16-jährige Mädchen mit Soldaten in einem Haus unterbringen“18. Doch auch dieses Problem sollte sich mit der Zeit lösen. Ab 1967 war das Bundesheer wieder alleiniger Herr der Kaserne. Die Festschrift „Garnison Wolfsberg“ vermerkt dazu im Jahr 1965 lapidar: „Das Zusammenleben mit den Schulen funktionierte tadellos“. Nach totalem Umbau beherbergte sie eine Fliegerabwehreinheit des Fliegerregimentes in Zeltweg.

Auszug aus die-garnisonen-und-kasernen-karntens

GE - Bilder:
1. GE - Bild 2008
2. GE - Bild 2011
3. GE - Bild 2015
4. GE - Bild 2015 Übersicht

 

Anhänge

josef

Administrator
Mitarbeiter
#11
Aber das wäre dann wohl zuviel Arbeit, die da auch noch überall einzupflegen!
Habe und werde vorerst nur die größeren "Brocken" zusammenstellen! Es gibt noch jede Menge nach 1955 aufgelassene/verkaufte kleinere Objekte und Liegenschaften, wie Übungsplätze, Schießplätze, Lager/Depots, Bürogebäude, Alpinstützpunkte usw. ...
Werde diese soweit mir bekannt bei den jeweiligen Bundesländern in loser Reihenfolge anfügen. So gab es in den Karawanken z.B. einen Übungsplatz auf der Koschuta hinter Zell Pfarre...
...und hoffe auf rege Mitarbeit der User ;)
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#12
Zell Pfarre (Sele Fara) - TÜPl Koschuta

1927 - Errichtung durch das 1. ÖBH
in der Nachkriegszeit bis 1956 verpachtet
1956 - zur Schließung 1991 ÖBH

Geschichte:
Auf Initiative des Kärntner Militärs wurde der TÜPl, der bis zur slowenischen Grenze, die am Grat des Koschuta-Massivs verläuft, 1927 durch die Truppe selbst erbaut.
Nach dem Krieg 1948 bis 1952 verpachtet und bis 1956 an die „Naturfreunde“ vermietet.
Er galt als Beispiel für ähnliche Bauten in anderen Berggebieten Österreichs und war in den Anfängen des Bundesheeres ab 1956 der klassische Übungs-und Schießplatz für größere Vorhaben im Alpinen Bereich. Viele Soldaten kletterten dort erstmals, mit einem Seil gesichert, in einer Felswand. Besonders die Winterverlegungen waren alljährlich mit großer Spannung verbunden, wusste man doch wegen der fallweise auftretenden Lawinengefahr nie, wann der Rückweg wieder passierbar sein würde. Die möglichen Schiabfahrten waren sehr steil und das Gelände bewaldet.
Der Generaltruppeninspektor General Erwin Fussenegger inspizierte den Übungsplatz im Oktober 1956 und bemerkte dazu in seinem Tagebuch: „Warum sich die Brigade so festgelegt hat, ist mir unbegreiflich. Wir haben genug andere und viel schönere Schießplätze“.
Die Unterbringungskapazität einer Kompanie auf engstem Raum ließ eine richtige Bergfreundschaft in kurzer Zeit entstehen. Die Größe betrug 6000 m² Bundesheer-Eigentum und etwa 250 Hektar der Übungsfläche waren angepachtet. Der durch die Truppenverkleinerung geringer gewordene Bedarf sowie der Ausbau anderer Übungsplätze führten 1996 zur Schließung der Anlagen.
Die dem Bundesheer gehörenden Flächen und Gebäude wurden in Form einer öffentlichen Ausschreibung verkauft.

Auszug aus die-garnisonen-und-kasernen-karntens

1584455451717.png
Die Lage des ehemaligen TÜPl Koschuta direkt an der Grenze zu Slowenien
Quelle: Alte ÖAMTC-Straßenkarte 1:250.000 Jahr ubk.

1584455651732.png 1584455762335.png
Anlässlich eines Kärnten-Urlaubes besuchten wir am 29. Juni 1989 das Koschutahaus. Dazu fand ich im privaten "Fotoalbum 1989" einige Fotos, wovon das oben eingefügte am Beginn der Privatstraße zum Koschutahaus entstand -> Blickrichtung Süden zum Koschuta-Massiv (am Grat Grenze zu SL) vom Nordende des Tüpl gesehen.
Neben dem Hüttenstempel (die Stempel sammelte damals meine Tochter...) ist auch noch der Beleg für die bezahlte Maut zwecks Benützung der Privatstraße zur Hütte durch das TÜPl-Gelände im Album eingeklebt :):


1584456533757.png

GE-Bild zur Übersicht (Nah gezoomte Detailbilder aus GE sind wegen des Schattenwurfes der Karawanken nicht brauchbar).
1584456735458.png
 
Zuletzt bearbeitet:

josef

Administrator
Mitarbeiter
#16
Nochmals TÜPl Koschuta:
die Gebäude haben ja auch dazu gehört oder nicht?
Kann mich nur dunkel daran erinnern, waren da mal mGrw schießen!
So, habe mich nun nochmals bemüht und wurde auf KAGIS fündig:
Soweit ich mich an damals erinnere, fuhren wir bei einem Unterkunftsgebäude vorbei, um zur Hütte zu gelangen. War auch ein so massiver Bau mit (rot-weiß-roten ?) Fensterläden...war aber, wie oben geschrieben 1989 und nur mehr dürftige Erinnerung vorhanden :confused:

1584536105003.png

1584536153669.png 1584536189812.png
Karte und Bilder: KAGIS Kärnten Atlas V4
 
Oben