Normandie Juni 2010

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mayk64

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#1
Anreise und Tag 1:

Es ist der 16. Juni 2010,ideales Reisewetter nicht zu warm und trocken.Das Gespann steht Reisefertig vor der Haustür,noch ein letzter Kaffe und dann geht’s los,wir fahren über Langenfeld meinen Kumpel und dessen Frau abholen in Richtung St.-Mere-Eglise in Franreich um uns die alliierten Landungsabschnitte und die Reste des deutschen Atlantikwalls anzuschaun.Die Fahrt ist lang und Beschwerlich bei diesem Verkehr und endlich in Frankreich angekommen merken wir doch sofort das die Autobahnbetreiber uns mächtig zur Kasse bitten,am Ende der Reise haben wir über 80€ nur an Gebühren bezahlt.Aber egal.
Überglücklich kommen wir dann nach ca 10h Fahrt an unserem Bestimmungsort an,ein kleiner aber topgepflegter Campingplatz in mitten der Stadt.Wohnwagen aufgebaut und noch kurz 2 Bierchen dann ist Schlafenszeit,schließlich wollen wir früh raus und was sehn von der Küste und den Museen.

Es ist morgen,die Sonne lächeld durch die Schlitze des dunklen Rollos,meine Frau hat schon Kaffe gemacht,Achim war beim Bäcker und carmen sitzt schon am Frühstückstisch.Ich bin wiedermal der letzte der aus den Federn steigt.
Jetzt wird erstmal gefrühstückt.


Unser Heutiger Trip sollte uns nur ein paar 100 Meter vom Stellplatz zum Marktplatz vor der Kirche führen an der 1944 ein amerikanischer Fallschirmjäger hängen blieb führen,hier befindet sich auch das Air Borne Museum welches unser erster Anlaufpunkt war.
 

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mayk64

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#2
Im Museum selber gab es einige Fahrzeuge und ein Diarama einer Luftlandung mit einem Lastensegler,ich drängte meine Mitstreiter denn mich zogs zum Strand,war ich doch voller Erwartungen der Dinge die ich nur aus Büchern oder dem WWW kannte,also rasten wir im Eiltempo durch Museum und begaben uns eine halbe Stunde später in Richtung Landungsabschnitt Utahbeach und trafen ungefähr bei ST. Martin de Varreville auf die für mich ersten Strandbefestigungen im Liveticker. Ich war überrascht wie groß diese Anlage war,habe ich mir das alles doch viel kleiner Vorgestellt,doch im Laufe des Tages sollte es noch dicker kommen denn eine Küstenbatterie war daß hier noch nicht.
 

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mayk64

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#3
Nach einiger Zeit verließen wir den Strand wieder durch die Uferöffnung durch die wir hinunter gelangten und machten uns auf den Weg zur Batterie St. Marcouf (Crisbecq) und ich mußte mit verblüffen feststellen das diese ca 3-4 km vom Strand entfernt lag und nicht wie meines glaubens direkt am Strand,ich war etwas überrascht als Achim mir erklärte das sich in Strandnähe nur ein Leitstand befindet,meistens jedenfalls denn hier war es anders,der Leitstand befindet sich direkt neben der Batterie und dieser ist mehr oder weniger noch einigermaßen gut erhalten.
 

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mayk64

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#4
Bevor jetzt die nächsten Bilder kommen noch etwas vorab,im Nachhinein waren wir von Marcouf sehr enttäuscht weil selbst ein Laie sieht das hier alles bunt durcheinander gewürfelt wurde,ein falsches Geschütz im Bunker,irgendwelche irgendwo gefundenen Stahlteile,grotten schlechte Beschriftungen,innen mit Holz vertäfelte Manschaftsbunker und so weiter und so fort. Hier sah man also ganz deutlich das die komerzielle Nutzung den Vorrang hat und das hat uns sauer aufstoßen lassen…
 

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mayk64

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#5
Die offene Geschützbettung und die Beschriftungen an den Wänden waren so ziemlich das beste was man dort zu Gesicht bekam,der komplette Rundgang dauert so um die 1,5 Stunden aber wirklich erfüllt hat uns dieses nicht,wie schon erwähnt waren wir uns der Umstände etwas enttäuscht und das sollte sich den ganzen Tag so hinziehn…
 

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mayk64

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#6
Wir verließen Cribecq mit gemischen Gefühlen,wenn das am ersten Tag so weiter geht (und das sollte es)na dann Hut ab,unsere Frauen waren jetzt schon am mosern weil das Thema an ihnen vorbei ging,Achim und ich wollten nach Azeville , Carmen und Rine hatten hunger also mußte ein Kompromiss her.An der Batterie Azeville gibt’s ne Pommesbude tönte Achim,wir grinsten uns an,das war natürlich gelogen doch zu unserem erstaunen stellten wir bei der Ankunft fest das dort wirklich ein mobiler Futterwagen stand und wir klatschten ab (haben unsere Frauen natürlich nicht gesehn).
Die Batterie Azeville besitzt ein unterirdisches Tunnelsystem,aber da unsere Pechsträne nicht abriss war dieses heute nicht begehbar und die 5€ Eintritt um wieder nur Fotos und Tafeln zu sehn wollten wir uns sparen.Langsam begann mein Blut in Wallungen zu kommen hatte ich mir das alles doch etwas anders vorgestellt.
Mein windiger Kumpel jedoch fand einen Weg an der Kasse vorbei auf das Gelände wobei ich zugeben muß das ich eher der Typ bin der sowas nicht zu seinen Grunsätzen zählt weil ich mir dabei fast ins Hemdchen mach.
Azeville besaß ein von den Soldaten gebautes Schwimmbecken welches auch die Dorfbewohner nutzen konnten,so steht es geschrieben.
Wir befanden uns also illegal auf dem Gelände,so machten wir kurz nur ein paar Bilder und ich war froh als wir wieder auf der Strasse standen.
 

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mayk64

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#8
Unser nächster Anlaufpunkt sollte Pointe du Hoc sein,doch nicht ohne vorher unsere Frauen am Campingplatz abzusetzen denn die Zwei hatten längst die Nase voll von unseren endlosen Diskussionen,den Bunkern,dem Wind und den ständigen Fußmärschen. Kurzerhand beschlossen wir vier das Carmen und Rine schonmal das Abendessen vorbereiten,den Grill vorglühn und Achim und ich noch schnell einen Abstecher an die Küste machen. Den Anblick der sich mir am Pointe du Hoc erschloss werd ich wohl nie vergessen,für den Moment blieb mir der Atem stehn,soviele Bomben und Granattrichter hab ich mein Leben noch nie gesehn,bei der Vorstellung das Menschen so etwas erleben stellte sich mir unweigerlich die Frage wie man so etwas ertragen kann,Unglaublich. Ich bekam kein Wort mehr über die Lippen.Welches Leid und welche Dramen sich hier und anderswo an der Front abgespielt haben und das auf beiden Seiten begann ich jetzt erst zu begreifen! Die Bilder sprechen Bände …
 

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mayk64

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#11
Es ist Abend geworden,der Tag verging im Fluge,es ist jetzt 19 Uhr und wir begeben uns zurück zu unseren Frauen.
Endlich etwas essen und ein Bierchen,Besprechung für den nächsten Tag.Wir sind Müde aber keiner denkt ans schlafen gehen,zu stark sind die Eindrücke die wir heute mitgenommen haben also begen wir uns dann doch noch auf einen abendlichen Spaziergang durch das uns liebgewonnene St.-Mere-Eglise.Ein paar letzte Bilder und noch eine letzte Vermutung die wir im Raum stehen lassen.
 

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mayk64

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#12
Und nun hier unsere These:

Wer den Film „Der längste Tag“ gesehen hat erinnert sich sicher an das brennende Haus neben der Kirche als die amer. Falschirmjäger in der Stadt landeten,wenn dieser Film Wahrgeitsgetreu verfilmt wurde müßte sich das hier um die Reste des Gebäudes handeln,der Standort wäre auch richtig.
 

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mayk64

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#13
Wir lassen den Tag mit ein paar Bierchen ausklingen und freuen uns auf Morgen wenn es heist Standort wechseln nach Cabourg und dort die Strände besuchen,also sagen wir schoneinmal Auf Wiedersehn St.-Mere-Eglise und vielen Dank für Deine Gastfreundlichkeit.Auf bald mal wieder!

Fortsetzung folgt !
 

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#14
.... toll, bin mal gespannt was Ihr noch alles entdeckt! Besonders der berühmte Fallschirmspringer am Kirchtum ist schon scharf. Bitte mehr:bravo::bravo:
 
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mayk64

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#19
Tag 2.

Wir verlassen am Morgen die Halbinsel Cherbourg und Utah Beach und begeben uns Richtung Omaha Küste nach Cabourg.Auf einem kleinen idyllischen Campingplatz ca 5 min vom Strand entfernt schlagen wir unser Lager auf.Nach getaner Arbeit kommts zum Eklat,mein
Kumpel Achim und Carmen wollen Fußball guggn Deutschland-Serbien und ich hab sofort den Tee auf.Na toll,ein halber Tag geht flöten wegen dem Scheiß. Ich geh genervt an meinen Tisch und reis ein Bier auf als meine Frau die erleuchtende Idee hat ans Meer zu latschen,na Klasse jetzt geh ich noch Wellen anglotzen und Sand.Schließlich trotten wir los,über einen kleinen Trampelpfad hinein in ein Waldstück Richtung Küste.
Meine Laune hebt sich als wir die erste Tobrukstellung zu Gesicht bekommen.Rine sagt grinsend“siehste,gar nicht mal so schlecht meine Idee du alter Knurrhahn“.
Ohne es vorher zu wissen liefen wir direkt ins WN 60 hinein,2 Tobrukstellungen in der früher Flak stand,lange Laufgräben,Munitionsunterstände und Bunker in den Abhängen.Meine Laune war wieder die beste aber hinunter zum Strand mußte ich wohl noch,ich hatte es versprochen. Der Pfad hinunter zum Wasser .Wie sich herausstellte, war der selbe den die Amerikaner nach der Landung benutzten um das Widerstandsnest 60 zu umgehen und dann von hinten anzugreifen,über das Minenfeld.
 

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mayk64

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#20
Ich riskierte dann noch einen Blick in die zugewucherten Hänge vor der Stellun aber kam nicht sehr weit ,doch ich beschloss am Abend wieder zu kommen mit festerem Schuhwerk und langen Hosen.
Hier noch ein paar Bilder von den Bunkern im Abhang und die Stellung vom Strand her.
 

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