Salzburg - Zusammenschluss von 5 Museen zum "Domquartier"

josef

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#1
Mit der Zeit werde ich auch mit der Aufarbeitung meiner restlichen „Salzburg-Fotos“ vom Mai/Juni dieses Jahres fertig :D

Heute will ich das neu geschaffene Museumsverbundprojekt „Domquartier“ mit einigen Bildern vom 26.06.2014 vorstellen und „bediene“ mich dabei für den Einführungstext mit einem ORF-Artikel vom 29.06. d.J.:
Barocke Pracht - das Domquartier
Die Macht und der Prunk der Salzburger Erzbischöfe und des Klosters St. Peter sind im neueröffneten Salzburger Domquartier zu sehen. Mit dem Domquartier, das am 17. Mai 2014 eröffnet wurde, gewann die Barockstadt Salzburg eine neue kulturtouristische Attraktion, mit der sie in die europäische Museumsliga aufsteigen will. Das ehemalige Zentrum fürsterzbischöflicher Macht wird als Rundgang um den Domplatz erlebbar gemacht.

Rundgang war 200 Jahre lang verschlossen
Dieser Rundgang geht auf Fürsterzbischof Guidobald von Thun (1616 - 1668) zurück, der „trockenen Fußes“ von der Residenz zum Dom gelangen wollte. Er ließ die Dombögen und eine Gemäldegalerie errichten, die heute als die „Lange Galerie“ von St. Peter bekannt ist. Der Rundgang war 200 Jahre lang verschlossen, nun ist er erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich. 116 Türen wurden geöffnet, fünf Museen schlossen sich zu einer gemeinsamen Inszenierung zusammen.

Erstmals sind in den neuen Museumsräumen im Wallistrakt die kostbaren Kunstschätze der Erzabtei St. Peter zu sehen. Der 1,3 Kilometer lange Rundgang führt bis zur Franziskanerkirche, auf einer Fläche von 15.000 Quadratmetern werden insgesamt rund 2.000 Kunstwerke präsentiert.

Neue Einblicke, neue Ausblicke
Durch neu geschaffene Übergänge und die Öffnung von bisher nicht zugänglichen Räumen gibt es neue Einblicke in die barocke Macht und Pracht der Erzbischöfe und ungewohnte Ausblicke auf die Gebäude und Plätze der Salzburger Altstadt.
http://salzburg.orf.at/tv/stories/2650911/

Ich kann nur jeden Kunst-, Architektur- und Geschichtsinteressierten empfehlen, sich bei einem Salzburg – Besuch die nötige Zeit zu nehmen, diesen Verbund aus ehemals 5 verschiedenen Museen und Sammlungen zu besuchen! Leider konnte ich damals die wegen einer Veranstaltung der Landesregierung geschlossenen Prunkräume der Residenz nicht besichtigen, werde dies aber mit Sicherheit bei nächster Gelegenheit nachholen…

Nun ein Überblick, Teil 1 von 5:

1. Links das Eingangsportal in den Hof der "Alten Residenz" vom „Residenzplatz“ aus. Im Hintergrund das Kloster am Kapuzinerberg. Die „Residenz“ war das ehemalige Repräsentationsgebäude der Salzburger Fürsterzbischöfe und verdeutlichte deren geistliche und weltliche Macht.

2. Brunnenfigur im Hof der Residenz.

3. Über ein langes Stiegenhaus gelangt man zu den oberen Räumlichkeiten der Residenz. Leider war, wie schon geschrieben, am 26.06. die Besichtigung der Prunkräume nicht möglich.

4. – 5. 2 Säle der „Residenzgalerie“.

6. Über die „Dombogenterrasse“ gelangt man von der Residenz in den Dom. Der Übergang ist am Foto in Bildmitte links des Brunnens gut zu erkennen.
 

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#2
Salzburg - "Domquartier" - Teil 2

Teil 2 von 5:

7. Hier sieht man ebenfalls den Übergang von der Residenz zum Domgebäude hoch über den Bögen des Verbindungsbaues.

8. Blick von der Dombogenterrasse auf den Residenzplatz im Vordergrund, in Bildmitte hinten liegt der Mozartplatz. Rechts hinter dem Residenzbrunnen das Gebäude der "Neuen Residenz", Standort des „Salzburg Museums“ mit dem „Glockenspielturm“, dahinter der Gaisberg

9. …und noch ein Blick über die Altstadthäuser zum Kapuzinerberg.

10. Beim Blick auf die andere Seite erkennt man den damaligen Aufbau der Besuchertribünen für die „Jedermann-Aufführungen“ im Domhof.

11. Die beiden 81 m hohen Türme des Domes über der Eingangsfront.

12. Die 71 m hohe Dom-Kuppel.
 

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#3
Salzburg - "Domquartier" - Teil 3

Teil 3 von 5:

13. Nochmals die Vorderfront des Domes mit den im Aufbau begriffenen Tribünen für die „Jedermann-Aufführungen!.

14. Von der Terrasse gelangt man zur „Orgelempore“ mit der Hauptorgel des Domes.

15. Man kommt dabei direkt am Spieltisch der Orgel Fotos vorbei, das Manual ist mit einem Schutz abgedeckt.

16. – 18. Blick von der Empore ins Mittelschiff des Domes.
 

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#4
Salzburg - "Domquartier" - Teil 4

Teil 4 von 5:

19.-21. Es folgen die Räumlichkeiten des Dommuseums

22. Dann geht es über eine Treppe tiefer ins Hauptschiff – Blick zum Hochaltar.

23. Hochblick zur Kuppel, die, wie das Kirchenquerschiff, bei einem Bombenangriff am 16.10.1944 zerstört und 1945 - 59 wiederaufgebaut wurde.

24. Hochblick zur Orgelempore (Fotos 14. – 18.).
 

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#5
Salzburg - "Domquartier" - Teil 5

Teil 5:

25. Über die Treppe zurück gelangt man wieder zur Empore hoch und weiter zur innerhalb des südlichen Dombogens gelegenen "Kunst- und Wunderkammer". Foto mit Blick vom Kapitelplatz auf den südlichen Dombogen, wo die vorgenannte Sammlung untergebracht ist.

26. Ausstellungsvitrinen in der „Kunst- und Wunderkammer“.

27. Über die „Lange Galerie" bzw. den “Langen Gang" kommt man zum „Museum St.Peter“.

28.- 29. Einige Objekte aus dem Museum St.Peter.

30. Modell des Gesamtareals des „Domquartiers“ mit dem Verlauf des Besucherweges:
ROT: Eingang vom Residenzplatz, durch den Innenhof und über den Stiegenaufgang zur Residenzgalerie. Den Weg durch die Prunkräume habe ich nicht eingezeichnet.
SCHWARZ: Über die Dombogenterrasse zur Orgelempore und dem Dommuseum.
GRÜN: Rundgang im Kirchenschiff des Domes.
BLAU: Kunst- und Wunderkammer im südlichen Dombogen, danach „Lange Galerie“ und zuletzt „Museum St. Peter“…
 

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#7
Schau über das nicht gerade zölibatäre Leben von Fürst-Erzbischof Wolf Dietrich vor über 400 Jahren im Domquartier:


Gerald Lehner
Salzburger Dom

Erzbischof mit 15 Kindern
Im Domquartier erfahren Besucher Neues über den 15-fachen Vater und Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau. Vor 430 Jahren wurde er Staatschef von Salzburg. Sein Tod als Gefangener seines Neffen auf der Festung jährt sich heuer zum 400. Mal.

Erzbischof Wolf Dietrich, der mit seiner Geliebten Salome Alt mehr als ein Dutzend Kinder zeugte, war auch ein großer Kunstsammler.

„Rom des Nordens“
Er ließ die mittelalterliche Bausubstanz großflächig abtragen bzw. zerstören und führte mit Hilfe italienischer Architekten den Barockstil in Salzburg ein. So wurde die Stadt zum „Rom des Nordens“ umgestaltet. Theologisch soll er - auch im Kampf gegen das Luthertum - konservativ gewesen sein, während er seine Sexualität alles andere als verdrängte. Zur Rechtfertigung des Lebensstils hieß es später mit einer gewissen Doppelmoral, in dieser Epoche habe es schon rege Debatten über die Abschaffung des katholischen Zölibats gegeben. Faktum bleibt, dass sich Wolf Dietrich hier als Vorreiter betätigte. Sein Verhältnis mit Salome Alt war weitum bekannt. Sie speiste auch am Hof mit ihm, seinen offiziellen Staatsgästen und den heimischen Würdenträgern.


ORF
Der Raitenauer galt als innovative, schwierige und vielschichtige Persönlichkeit

Wolf Dietrich hatte auch eine Vorliebe für Luxustextilien. 92 gold- und silberdurchwirkte Wandteppiche soll er für sich selbst zur privaten Erbauung erworben haben. Auch bei den Verzierungen der großen Bronzeleuchter im Dom, die der Salzburger Staatschef für die Eucharistiefeier in Auftrag gab, wurde nicht gespart.

„Prunk und Selbstinszenierung“
Thomas Habersatter ist nun Ausstellungskurator im Domquartier: „Er hatte eine starke Tendenz zu Prunk und Selbstinszenierung. Die hat er bei seinem Onkel in Rom kennengelernt. Der war auch mit dem Papst eng befreundet. Dadurch hat Wolf Dietrich auch die Inszenierung der Päpste in Rom kennengelernt. Ähnliches hat er hier versucht in kleinerem Rahmen umzusetzen.“

Porträts zeigen Wolf Dietrich als jungen Fürsterzbischof, daneben ist seine Freundin Salome Alt zu sehen. Die Schau zeigt auch Gemälde, die der lustvoll lebende Kirchenfürst in Auftrag gegeben hatte. Sie stammen von Hofmaler Kaspar Memberger dem Älteren. Dieser beschäftigte sich viel mit der Bibelgeschichte rund um die Arche Noah.

Kunstwerke aus Wien zurückgefordert
Es sind Kunstwerke, die bei den Auseinandersetzungen um das Vermögen zwischen Bund und Land Salzburg in die Residenzgalerie zurückgeholt werden konnten, erzählt Landeshaupt Wilfried Haslauer: „Es ist unsere Geschichte. Und wir sollten schon drauf achten, dass die Kunst in ihren wesentlichen Sammlungen wieder im Eigentum des Landes Salzburg steht. Das ist glücklicherweise zu einem Teil zumindest nun geglückt.“

Aus Gold, Silber und Edelsteinen besteht die Hostienmonstranz von Wolf Dietrich. Auch die Waffen seiner Leibgarde sind Ausstellungsobjekte. Und auf der Fassade der Residenz ist der helle Original-Farbton zu sehen, den der Fürsterzbischof für seinen Stadtpalast selbst ausgesucht hatte.

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Kirchenfürst und vielfacher Vater
ORF-Redakteurin Renate Lachinger hat sich die neue Schau im Domquartier angesehen.

Publiziert am 27.11.2017
http://salzburg.orf.at/news/stories/2880741/
 
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josef

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#8
Salzburger Domquartier: Rumpelkammer war versteckte Kapelle
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Eine neue Attraktion hat das Salzburger Domquartier jetzt für seine Besucher geöffnet – die kleine Privatkapelle von Erzbischof Friedrich Fürst zu Schwarzenberg. Die einstige Rumpelkammer strahlt jetzt wieder als neugotischen Gesamtkunstwerk.
Online seit heute, 16.48 Uhr
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In den vergangenen Jahrzehnten war die Kapelle nicht für die Öffentlichkeit zugänglich und wurde als Abstellraum genutzt. Jetzt wurde sie renoviert und ist für Besucher geöffnet. Historisch ist die kleine Kapelle ein Stilmix auf 14 Quadratmetern. Geprägt ist die Gestaltung von den Italienreisen des Erzbischofs bis hin zu seiner Begeisterung für die Gotik. „Die Gotik wurde im 19. Jahrhundert als der kirchliche Stil gesehen“, sagt Diözesankonservator Roland Kerschbaum. Der kleine Andachtsraum ist eines der ersten Beispiele für den Historismus in Salzburg.

Fotostrecke mit 6 Bildern
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Die Kapelle ist jetzt für Besucher geöffnet
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Blick ins innere der Kapelle
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Kunstvoll gestaltete Wände und Decken
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Der Altar in der Kapelle
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ein Portrait von Erzbischof Friedrich Fürst von Schwarzenberg
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Das Wappen von Erzbischof Friedrich Fürst von Schwarzenberg

Kapelle zur privaten Andacht
Friedrich Fürst zu Schwarzenberg war von 1835 bis 1850 Erzbischof von Salzburg. Er war als sehr sozialer Mensch bekannt, so legte er etwa den Grundstein für das Kardinal Schwarzenberg Klinikum in Schwarzach, das heute noch nach ihm benannt ist.
Die Kapelle dürfte nach Einschätzung von Diözesankonservator Kerschbaum ein privater Rückzugsort für Schwarzenberg gewesen sein: „Die Kapelle ist genau in der Mitte der Zimmerflucht, es ist also das kleine intime Herzstück für die private Andacht.“

Wirkung der Kapelle erhalten geblieben
Die intime Atmosphäre wird durch die Deckenelemente verstärkt. Das mehrteilige Original-Deckensegel ist erhalten geblieben, es wurde gereinigt und restauriert und verstärkt die Wirkung in der Kapelle, sagt Eva Hody, Leiterin des Bundesdenkmalamts in Salzburg. Ebenso wie die Fenster, die nicht mehr vollständig erhalten waren. „Das dämmrige Licht sollte auf jeden Fall wieder Platz finden, deshalb haben sind die Scheiben, die ersetzt werden mussten, mit der gleichen Farbgebung bemalt worden, sie die Originalscheiben“, so Hody. 220.000 Euro hat die Salzburger Burgen- und Schlösserverwaltung in die Restaurierung investiert.

Bild kehrt in Residenz zurück
Ergänzt wird das Ensemble durch ein Bild, das seinen Weg zurück in die Residenz gefunden hat. Es zeigt Großherzog Ferdinand den Vierten mit seiner Frau Prinzessin Alice, die in der Residenz geheiratet und gelebt hatten. Das Bild war im Besitz von Radbot Habsburg, der es jetzt der Residenz geschenkt hat – als Zeugnis für lebendige Geschichte in Salzburg.
20.02.2021, red; salzburg.ORF.at
Rumpelkammer war versteckte Kapelle
 
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