Zonengrenzen in Oesterreich waehrend der Besatzungszeit

#1
Oesterreich in der Besatzungszeit (1945 bis 1955) war wie Deutschland in 4 Zonen eingeteilt. Der Uebertritt in eine andere Zone war bis 1953 nur mit dementsprechenden Ausweisen moechlich. Danach gab es offenbar keine Kontrollen mehr.

Mich haette mal interessiert wie "dicht" bzw. durchgehend bewacht diese Zonengrenzen wirklich waren, insbesondere zwischen der Sovjet-Zone und dem westlichen Oesterreich? (Die Grenze von Niederoesterreich und Steiermark verlaeuft ja quer ueber die Alpen...)

Gibt es heute noch Ueberreste der Zonengrenzen (Stacheldraht oder dgl...) zu sehen?
 

josef

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#2
Gibt es heute noch Ueberreste der Zonengrenzen (Stacheldraht oder dgl...) zu sehen?
Bei der damaligen innerösterreichischen Grenze zwischen der Sowjetischen- und den übrigen (westlichen) Besatzungszonen war kein "Eisernen Vorhang" (=> Grenzsicherung mit Stacheldrahtzäunen usw. ...)! Es gab an den Straßen- und Bahnübertrittsstellen in die anderen Zonen "nur" gut gesicherte Kontrollstellen. Da wurde, besonders in den ersten Nachkriegsjahren, von den Sowjets besonders streng kontrolliert! Ohne Identitätsausweis und Reisebewilligung usw. ging da nichts! Wobei lt. Überlieferung eine Mindestanzahl von "Stempelungen" aller möglichen und unmöglichen Dienststellen erforderlich war! Es gibt dazu die kuriosesten Geschichten, mit welchen Stempeln da so diverse Papiere versehen wurden, wichtig war, dass die Anzahl stimmte!

Die bekanntesten Übergänge zwischen der österreichischen "Ost- und Westzone" waren wohl die Ennsbrücken an der B1 bzw. der Westbahn zwischen St.Valentin (Ennsdorf) und der Stadt Enns! Dort endete in den ersten Nachkriegsjahren für viele Personen eine Auto- oder Bahnfahrt innerhalb Österreichs, dafür war es dann der Beginn einer langen Reise weit hinter den Ural...

Jedenfalls gab es entlang der Grenze keine Stacheldrahtzäune usw., sicher wurde die Grenze aber durch Streifen usw. überwacht. Für die Anghörigen bzw. den Nachschub der westalliierten Truppen in das innerhalb der Sowjetzone liegende Wien gab es, ähnlich wie in Berlin , eigens dafür vorgesehene Korridore im Luftverkehr bzw. Straßen und Bahnstrecken...

lg
josef
 
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WA1971

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#3
josef hat geschrieben:
Bei der damaligen innerösterreichischen Grenze zwischen der Sowjetischen- und den übrigen (westlichen) Besatzungszonen war kein "Eisernen Vorhang" (=> Grenzsicherung mit Stacheldrahtzäunen usw. ...)! Es gab an den Straßen- und Bahnübertrittsstellen in die anderen Zonen "nur" gut gesicherte Kontrollstellen. Da wurde, besonders in den ersten Nachkriegsjahren, von den Sowjets besonders streng kontrolliert! Ohne Identitätsausweis und Reisebewilligung usw. ging da nichts! Wobei lt. Überlieferung eine Mindestanzahl von "Stempelungen" aller möglichen und unmöglichen Dienststellen erforderlich war! Es gibt dazu die kuriosesten Geschichten, mit welchen Stempeln da so diverse Papiere versehen wurden, wichtig war, dass die Anzahl stimmte!

[Kürzung]

Jedenfalls gab es entlang der Grenze keine Stacheldrahtzäune usw., sicher wurde die Grenze aber durch Streifen usw. überwacht. Für die Anghörigen bzw. den Nachschub der westalliierten Truppen in das in der Sowjetzone liegende Wien gab es, ähnlich wie in Berlin , eigens dafür vorgesehene Korridore im Luftverkehr bzw. Straßen und Bahnstrecken...
Auch der Straßenbahn- und sonstige Nahverkehr über die Zonengrenzen hinweg (z.B. der ESG von Linz [US-Zone] nach Urfahr [Sowjetzone] oder der WLB von Wien Bösendorferstraße [internationale Zone] nach Baden [Sowjetzone]) wurde durch die Zonengrenzen nicht unterbrochen (außer teilweise während der Unruhen im Jahre 1950), wenn auch stark behindert (wegen der schon geschilderten Ausweiskontrollen bis 1953).
 
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