Alte und neue Bahngebäude in Österreich

Bunker Ratte

Well-Known Member
Michi hat in Ihrem Post geschrieben, dass sie eine "Rakete" am Bahnhofsgelände gefunden hat, Möglicherweise ist das die vom Märchendorf?
Habe leider das Foto nicht mehr, ich wusste nicht die Hintergründe der ganzen Geschichte. Jedoch war die Rakete ca. 1,80m hoch und Rot-Weiß-Rot Quer-gestreift lackiert.
Eigentlich ein Wunder, dass die Erzberglok noch dort steht. Die wird sicher auch verkauft werden,
Da hast du warscheinlich recht...... wenn wieder Leben in den Bahnhof kommt wird die Dampflok wohl auf Reisen gehen, ich hoffe nicht ins Alteisen zur verschrottung sondern wenigstens in ein Museum oder der gleichen.

Lg
Michi
 

Bunker Ratte

Well-Known Member
Ehem. Bahnhof "Sulz-Nexing" im Weinviertel
Man staune, welch unerwartete Dinge man hier findet. Einige Schienenfahrzeuge stehen auf den verlassenen Gleisen in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes. Der eine oder andere Waggon steht sicher untergestellt, die dürften für Nostalgie Fahrten noch bewegt werden, mit der ebenfalls hier abgestellten Deutz Lok. Die Gleise führen noch in Nordöstlicher Richtung bis zur L17, ab hier wurden sie abgebaut in Richtung Loidesthal. Auch die Brücke über die L17 in diesem Abschnitt wurde abgebaut. Nach einiger recherche im Netz fand ich heraus, daß die Schienenfahrzeuge von der K&K Tourismusbahn Weinviertel sind. Das Aufnahmegebäude wird schon seit 2Jahren renoviert, laut Info eines Anrainers!

Der Bericht aus dieser Quelle wurde am 30.03.2016 veröffentlicht:
Noch heuer sollen zwischen Bad Pirawarth und Sulz wieder Züge fahren: ein Tourismusprojekt.
BEZIRK. Die Bahnlinie ist tot - es lebe die Bahnlinie. Der Betrieb auf der Strecke Bad-Pirawarth - Sulz, vor fünf Jahren, im Jahr seinen hundertjährigen Jubiläums, eingestellt, wird wieder aufgenommen. Allerdings nicht für den regulären Personenverkehr sondern auf Initiative von drei Personen für touristische Nutzung. Friedrich Gepp, Obmann des Vereins "k & k Tourimusbahn Weinviertel", und die beiden Unternehmer Herbert Gschwindl und Josef Wirth haben die Strecke von den ÖBB erworben und wollen mit Nostagiezügen Veranstaltungen und in Kooperation mit Betrieben wie dem Museumsdorf Niedersulz, der Nexinger Teichoase oder dem Muschelberg-Besitzer Gäste in die Region locken. "Wir wollen auch mit der Kurklinik Bad Pirawarth kooperieren, nicht nur die Kurgäste, auch deren Angehörige, die zu Besuch kommen, interessieren sich für Freizeitangebote in der Region", sagt Friedrich Gepp.
Gefahren wird mit Lokomotiven aus den 40er- und 60er-Jahren sowie den klassischen grünen Spantenwaggons. Auch Motordraisinen werden im Einsatz sein.
Der Großteil der Strecke ist renoviert. "Die Gemeinde beteiligt sich mit der Hälfte der Kosten an der Sanierung von morschen Schwellen", teilt die Sulzer Bürgermeisterin Angela Baumgartner mit.
Zudem plant man Oldtimer-Bushuttle und auch größere Veranstaltungen wie ein "Kaiserfest". Mit seinem Verkehrsunternehmen besitzt Herbert Gschwindl die notwendigen Lizenzen. "Die Behördenverfahren sind großteils abgewickelt, wir werden voraussichtlich noch vor dem Sommer starten", ist Gschwindl zuversichtlich.
Weiter Hinweise und Aufnahmen des Ehem. Teilstückes Sulz-Zistersdorf: Wanderung entlang der eingestellten Bahnlinie siehe auch Ehem. Bahnstrecken in Österreich hier im Forum.

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Bf. Amstetten: Neuer Stadtteil am "Heizhaus-Gelände"

Der auf der Südseite des Bahnhofes Amstetten gelegene "Produktionsstandort" - früher einfach als "Heizhaus-Gelände" bezeichnet, wurde aufgelassen und wird bis auf den denkmalgeschützten Wasserturm abgerissen. Auf den freiwerdenden Flächen soll ein neuer Stadtteil entstehen:
Einen Besuch war der Wasserturm in Amstetten allemal wert! Das historische Gebäude, zieht so manche Blick auf sich. Weiterführende Info's zu #72 über den Wasserturm habe ich unter 100 Jahre Wasserturm Amstetten gefunden. Schade das die Denkmallok 78.606 in der Eggendorferstrasse nicht mehr hier steht! 78.606 per Tieflader nach Strasshof überstellt Quelle: Schienenweg.at Beitrag 24

Ein paar Bilder vom Wasserturm die ich eingefangen habe:
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HF130C

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Ein sehr interessantes Gebäude, das ich noch nicht kannte. Wohltuend fällt auf, dass es keine Antennenwälder drauf gibt wie auf anderen denkmalgeschützen Gebäuden ... Es bleibt zu hoffen, dass der Wasserturm halbwegs vernünftig in das Neubaugebiet integriert wird

Schade das die Denkmallok 78.606 in der Eggendorferstrasse nicht mehr hier steht! 78.606 per Tieflader nach Strasshof überstellt
Irgendwie ist das eine loose-loose Situation für diese Dampflok: Als Denkmallok hat sie - zumindest im Freien - keine langfristige Überlebenschance, da sie durch Korrosion von innen heraus zerfressen wird. In Strasshof steht sie meines Wissens ebenfalls im Freien und die Situation ist nicht besser für das Fahrzeug.
Im Gegensatz zu Deutschland, Schweiz, Frankreich, Tschechien, Slowakei, Ungarn etc. ist es in Österreich nicht möglich, eine ausreichend dotierte Eisenbahnsammlung zu installieren. Naturgemäß ist der Verein in Strasshof nicht in der Lage, aus eigenen Mitteln ein repräsentatives Museum einzurichten. Das Gelände wäre ja gut geeignet, die Großstadtnähe günstig, die Erreichbarkeit gut, aber .... ohne öffentliche Förderungen wird das Museum in Strasshof immer nur eine bemühtes, aber im internationalen Vergleich zurückstehendes Museum bleiben.
 
Ein sehr interessantes Gebäude, das ich noch nicht kannte. Wohltuend fällt auf, dass es keine Antennenwälder drauf gibt wie auf anderen denkmalgeschützen Gebäuden ... Es bleibt zu hoffen, dass der Wasserturm halbwegs vernünftig in das Neubaugebiet integriert wird
Hallo HF130C,
da kann ich nur zustimmen! Zum Vergleich anderer Gebäude ist der Wasserturm eine Augenweide! Bis jetzt dürfte sich in die Richtung des neuen Stadtteil's noch nichts getan haben, zumindest hat es den Anschein.
In Strasshof steht sie meines Wissens ebenfalls im Freien und die Situation ist nicht besser für das Fahrzeug.
In der Saison zu den Wochenenden, gibt es immer Ausfahrten mit diversen Dampflokomotiven, zumindest konnte ich die Info eines Gemeindebediensteten erfahren. Somit kommt die Dampflok vielleicht auch mal in Bewegung. Nach einer Durchsicht auf Das Heizhaus Sammlung ist diese Lok nicht angeführt, jodoch entzieht sich meiner Kenntnis wie Aktuell die Informationen auf der Homepage sind?!:confused:

Lg
Michi
 

josef

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Mitarbeiter
Ein wenig OT:
..In der Saison zu den Wochenenden, gibt es immer Ausfahrten mit diversen Dampflokomotiven, zumindest konnte ich die Info eines Gemeindebediensteten erfahren. Somit kommt die Dampflok vielleicht auch mal in Bewegung. Nach einer Durchsicht auf Das Heizhaus Sammlung ist diese Lok nicht angeführt, jodoch entzieht sich meiner Kenntnis wie Aktuell die Informationen auf der Homepage sind?!:confused:...
Diese Auflistung enthält nur einige der in Strasshof anzutreffenden Lokomotiven! Es befinden sich dort viele weitere "Schmankerl", deren Erhaltungszustand leider jeden Bahnfreund das "Herz bluten" lässt, wenn ich z.B. nur an die ehemals vor dem TMW ausgestellten Lokomotiven denke...

Die Hauptschuld an diesen bedauernswerten Zuständen (-> #15, 16 u. 17)trägt nicht der Verein sondern die Vertreter der öffentlichen Stellen mangels Interesse an der kostspieligen Erhaltung von technischen Kulturgütern! Natürlich spielen auch die Rivalitäten unter den einzelnen Museums- und Nostalgiebahnbetreibern eine Rolle...

Nach Jahren als Denkmal-Lok in Amstetten ist die 78.606 mit großer Sicherheit derzeit für Fahrten mit eigener (Dampf-) Kraft nicht einsatzbereit!
 
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Diese Auflistung enthält nur einige der in Strasshof anzutreffenden Lokomotiven! Es befinden sich dort viele weitere "Schmankerl", deren Erhaltungszustand leider jeden Bahnfreund das "Herz bluten" lässt, wenn ich z.B. nur an die ehemals vor dem TMW ausgestellten Lokomotiven denke...
Hallo Josef,
danke für die Ergänzungen! Dachte schon in die Richtung, daß nicht alle Lokomotiven angeführt sind! Die Sammlung auf dem Freigelände, ähnelt leider eher einem Lokomotiven Friedhof. Ich habe das Museum noch nicht besucht, sollte ich mal nachholen! Doch das Freigelände kann man auf der Hinterseite des Museum sehen, da erkennt man, daß sich hier keiner annimmt um wenigstens die grüne Vegetation zu entfernen. Es ist wirklich schade um die historischen Fahrzeuge!

Lg
Michi
 

HF130C

Well-Known Member
Es ist wirklich schade um die historischen Fahrzeuge!
Vollkommen richtig! Das Hauptübel ist die ungesicherte Abstellung im Freien. Einerseits zerstört das eindringende Wasser die Fahrzeuge und den Rest besorgen Buntmetalldiebe und Vandalen.

Die Fahrzeuge gehören unter Dach, es gibt sowohl preiswerte Fertigteilhallen als auch die Möglichkeit des Aufstellens von Gebrauchthallen. Das Desinteresse der öffentlichen Hand und die vielfältigen Besitzverhältnisse der Fahrzeuge verhindern leider diese Maßnahme. In Strasshof tut sich leider gar nichts mit der gesicherten Abstellung, das Freigelände bleibt sich selbst überlassen und letztendes droht der Schrotthändler.
 
Ehem. Bahnhof Gaweinstal vormals (Gaunersdorf)
Heute im Weinviertel unterwegs, besichtigte ich den Bahnhof Gaweinstal vormals Gaunersdorf. Als ich vor Ort war, konnte ich Tennisplätze vor dem ehem. Aufnahmegebäude erkennen, wo sich die Gleise befanden. Doch plötzlich kam eine nette ältere Dame aus dem Gebäude und so kamen wir ein wenig ins Gespräch über die Vergangenheit des Bahnhofs um auch von den angrenzenden Liegenschaften in der Nähe etwas zu erfahren! Die nette Person wohnt in diesem Gebäude und war 35Jahre bei der Bahn tätig, unteranderem auf diesem Bahnhof. Im Jahre 2015 wurden die Gleise entfernt und der Tennisplatz errichtet, einige Räumlichkeiten des Gebäudes werden vom Tennisclub verwendet. Auf der gegenüberliegenden Seite über die Straße des Aufnahmegebäudes konnte man eine Brückenwaage erkennen, die für den Rübenverkehr zum Lagerhaus diente.

Das Aufnahmegebäude wurde von Kaiser Franz Josef I. im Jahre 1905 eröffnet, bis 1. Nov. 1918 unter Gaunersdorf geführt und 2004 wurde der Betreib eingestellt. Dies konnte ich vor Ort erfahren!

Laut Wiki wurde die Strecke 1903 eröffnet:
Die Bahnstrecke von Gänserndorf nach Gaunersdorf (heute Gaweinstal) wurde von der Lokalbahn Gänserndorf–Gaunersdorf Gesellschaft errichtet und am 13. September 1903 eröffnet.
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Wenn man etwas genauer die Schrift betrachtet, kann man im Hintergrund (Gaunersdorf) erkennen!
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Ehem. Bahnhof Gaweinstal vormals (Gaunersdorf) Teil3:
Einige historische Ansichten findet man in der nähe des ehem. Bahnhofes auf einer Hausmauer angebracht und auch das Denkmal von Kaiser Franz Josef befindet sich neben dem Aufnahmegebäude. Weiters, eine intressante Entdeckung eines Feldbahngleises mit 600 - 605mm Spurweite, daß zu einem ehemaligen Sägewerk geführt hat. Hier wurde das Holz mit den Wägen (Kipploren) der Feldbahn in das in unmittelbarer nähe befundene Sägewerk gebracht.

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Reste der Feldbahnschienen des ehem. Sägewerks!
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HF130C

Well-Known Member
Vielen Dank für den interessanten Bericht. Hoffentlich bleibt das Gebäude längerfristig erhalten, eine Renovierung wäre wohl fällig.

Interessant ist natürlich das Feldbahngleis, das sich noch gut erhalten hat.

Die auf dem Foto zu sehenden hölzernen Feldbahnwagen sind sogenannte Holzkastenkipper, die im Gegensatz zu den eisernen Kipploren mit der Trichtermulde einen rechteckigen Holzkasten hatten, dessen Seitenwand über einen besonderen Mechanismus weggeklappt werden konnte und durch Kippen des Kastens der Wagen entleert werden konnte.
Hier ein Foto mit weiteren Details:
http://www.baggermeyer.de/html/feld...er/B_holzkk_2s_1-50_7500mm_ok_Fig9774_800.jpg

Allerdings scheinen die am Foto gezeigten Kipper, die gerne von Baufirmen verwendet wurden, wohl zur Errichtung der Anlagen verwendet worden zu sein.
 
Hallo HF130C,
ja eine Renovierung wäre sicher fällig. Die Dame hat mir erzählt sie wollten das Gebäude unter Denkmalschutz stellen lassen , wurde aber nicht genehmigt. Danke für den Link von den Kastenkippwagen .
Lg
Michi
 
Ehem. Aufnahmegebäude Unter - Waltersdorf:
Das Aufnahmsgebäude der heutigen Haltestelle "Unterwaltersdorf" liegt an der am 1.September 1871 eröffneten Strecke Gramatneusiedl - Wampersdorf - Wiener Neustadt, die eine wichtige Verbindung zwischen der Ostbahn und der Südbahn herstellte.
Das Aufnahmsgebäude ist ein eingeschossiger, traufständiger Bau mit Satteldach und Zwerchgiebeln über den mittleren Fensterachsen der Gleis- und Straßenseite. Im Typus entspricht der Bau einem "Aufnahmsgebäude III. Classe” der Hochbauormalien, die erstmals 1855/56 von Wilhelm Flattich für die Österreichische Staatseisenbahngesellschaft entwickelt wurden.
Die charakteristische Grund- und Aufrißdisposition ist am Unterwaltersdorfer Aufnahmsgebäude in fast vollständig originaler Form überliefert. Der querrechteckige Bau wird von der Straßenseite her über die Mittelachse erschlossen. Das querrechteckige Vestibül, ursprünglich über eine Pfeilerstellung gegen den dahinter gelegenen Raum geöffnet, ist heute durch eine Mauer von diesem getrennt.
Vom Vestibül aus gelangt man rechts in eine Dienstwohnung, links in einen den Fahrgästen vorbehaltenen öffentlichen Teil mit den Warteräumen. Auch die Gestaltung des Außenbaues entspricht bis ins Detail dem von Flattich erarbeiteten Typus, für den die beiden Zwerchgiebel als Betonung der Mittelachsen einen charakteristischen Akzent setzen.
Die vierteiligen Kastenfenster mit ihren Holzläden sind in Unterwaltersdorf ebenso vorhanden wie die bogigen Überlager der Fenster, die Holztüren mit Glaseinsätzen und die Rundfenster in den Giebelfeldern.
Auch an den Stirnseiten des Gebäudes ist die originale Erscheinungsform weitgehend erhalten geblieben.
Das Gebäude befindet sich - mitsamt seinen baulichen und gestalterischen Details - insgesamt in einem nahezu unveränderten Zustand und ist damit wohl das letzte authentisch überlieferte Aufnahmsgebäude seines Typus sowie ein bedeutendes Denkmal der österreichischen Eisenbahngeschichte.

Die Strecke Gramatneusiedl– Wampersdorf wurde am 29.September 1974 vollelektrisch in Betrieb genommen, wird aber seit 2002 nur mehr für Lastzüge genutzt. Der Personenverkehr dieser Strecke wird seither von einem Busdienst durchgeführt.
Die alte Bahnstrecke des Bahnhofs Gramatneusiedl, welche bereits während des Ersten Weltkriegs zweigleisig ausgebaut wurde, wurde zwischen September 1972 und September 1974 elektrifiziert; die offizielle Eröffnung der vollelektrischen Ostbahnlinie Wien – Hegyeshalom fand am 22.Mai 1976 statt.
Die Strecke Gramatneusiedl– Wampersdorf wurde am 29.September 1974 vollelektrisch in Betrieb genommen, wird aber seit 15.Dezember 2002 nur mehr für Lastzüge genutzt. Der Personenverkehr dieser Strecke wird seither von einem Busdienst durchgeführt.

1997 wurde der Bahnhof von der Stadtgemeinde Ebreichsdorf von der ÖBB als Heimatmuseum gemietet und befindet sich noch immer im Besitz der ÖBB.
Quelle: Bahnhof Unterwaltersdorf - Heimatmuseum

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