Elektrisch betriebene "Autonomous Aerial Vehicle"

josef

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#1
Einmal mit dem Flugtaxi in die Stadt

foto: china stringer network
Ein Lufttaxi von Ehang.

Geht es nach dem Luftfahrtkonzern FACC, ist die heimische Flugtaxiproduktion bis 2020 serienreif und bald für Konsumenten nutz- und leistbar
Wien / Ried im Innkreis – Einmal durch die Luft in die Innenstadt: Geht es nach Felix Lee und Robert Machtlinger, dauert es nicht mehr lange, bis Otto Normalverbraucher in ein Flugtaxi steigen kann. Und das zu einem Preis, der sich nicht von jenem eines Taxis auf vier Rädern unterscheiden soll, nur zehnmal so schnell wie dieses soll es sein. Robert Machtlinger, Vorstandsvorsitzender des oberösterreichischen Luftfahrtzulieferers FACC, und Felix Lee, Manager des chinesischen Partners Ehang, sind sich sicher, dass Lufttaxis bald Realität werden.

Schon 2020 sollen der Bevölkerung erste Flüge angeboten werden, erklärten die Partner in Wien. Ermöglichen soll das eine Allianz aus FACC, Ehang sowie ProSiebenSat.1Puls4, wie am Donnerstag auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben wurde. In den nächsten zwei Jahren sollen im Innviertel 300 Einheiten gebaut und weltweit ausgeliefert werden.

Wachsender Markt
Machtlinger will sich vom wachsenden Markt "Urban Air Mobility" ein gutes Stück vom Kuchen abschneiden. Der Standort in Österreich soll von den Fluggeräten, designt in China, made in Austria, wie Felix Lee es beschreibt, profitieren. ProSiebenSat.1Puls4 will die Werbetrommel rühren. Bis 2025 sollen sich laut Machtlinger 3.000 elektrisch betriebene Passagierdrohnen in der Luft befinden und rund 100.000 Passagiere pro Jahr befördern. 25 Jahre später werde die Anzahl der im Einsatz befindlichen Flugtaxis dreißig Mal höher sein. Vor allem in großen Städten sollen sie – so die einhellige Meinung – verkehren.

Der elektrisch betriebene Prototyp des "Autonomous Aerial Vehicle" (AAV) von Ehang ist bereits in China im Testeinsatz. Zwei Personen und kleinere Gepäckstücke finden Platz. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt laut Lee 160 km/h. Maximale Flugdauer: 25 bis 30 Minuten. Innerhalb einer Viertelstunde sollen rund 80 Prozent der Batterie aufgeladen werden können. Leise sind die Geräte offenbar nicht. Derzeit seien sie zwar leiser als eine Fotodrohne, allerdings soll die Lärmentwicklung noch verbessert werden, "die Flugtaxis aus einer Distanz von 15 bis 20 Metern "so gut wie nicht gehört werden", sagte Lee.
(rebu, 28.2.2019)

Eine Möglichkeit, das Ehang-Modell genauer unter die Lupe zu nehmen, besteht beim 4Gamechangers-Festival von 9. bis 11. April in Wien. Dort wird eines der Flugtaxis ausgestellt und lädt zum Probesitzen ein.
Einmal mit dem Flugtaxi in die Stadt - derStandard.at
 

josef

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#4
Hoffentlich kommt dieser Lufttaxi nie in Betrieb. Zu gefährlich, und viel leiser werden sie auch nicht werden.
Und wo werden die Start- und Landeplätze, Zusteigstellen usw. sein?
- Auf der öffentlichen Straße,
- am Gehsteig,
- reservierte Flächen auf Parkplätzen,
- auf Flachdächern,
- oder, oder...???

Verkehrs- bzw. Flugregeln???
Schutz der Privatsphäre, grauenhaft wenn ich im Garten auf der Liege die Sonne genieße und ständig fliegen solche Dinger in geringer Höhe über das Grundstück...

Fragen über Fragen...
 
#5
Als gelernter Flugtechniker kann ich Euch beruhigen, alle diese Dinger werden (nach der Typisierung und Genehmigung(auch Lärm wird berücksichtigt)) als Luftfahrzeuge behandelt und benötigen deshalb:

.) einen zertifizierten Piloten (so ab 10.000 Euro Minimum für die Schulung, 2jährliche Verlängerung mit ärztlicher Untersuchung, etc)
.) einen genehmigten Landeplatz (gibt es in Wien geschätzte 10 bis 20 - Stichwort Hubschrauberlandeplatz)
.) Und eine Genehmigung (pro Flug) in die Flugverbotszone Wien einzufliegen (bekommen momentan üblicherweise fast nur der ÖAMTC und das Innenministerium und soll lt. Insiderberichten für die allgemeine Luftfahrt noch schwieriger werden)
.) Mindestflughöhe bebautes Gebiet immer mindestens 150m

Unser Stadtbild werden diese Lufttaxis in Zukunft also genau so sehr prägen wie die Hubschrauber heutzutage
 

josef

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#6
Dazu ein weiterer Artikel aus den O.Ö.Nachrichten:
STARTSEITE > WIRTSCHAFT > WIRTSCHAFTSRAUM OÖ

Flugtaxis aus dem Innviertel sollen bis 2020 serienreif sein - RIED/WIEN.

Schon im kommenden Jahr könnten der Bevölkerung erste Flüge mit Flugtaxis angeboten werden. Bis 2025 sollen sich 3000 Passagierdrohnen in der Luft befinden – zum Preis von einer Taxifahrt, aber zehnmal so schnell.

So oder so ähnlich könnten die Flugtaxis made im Innviertel aussehen. Bild: (FACC AG)
Ermöglichen soll das eine Allianz aus dem Rieder Luftfahrtkonzern FACC, der chinesischen Air Mobility Gruppe EHang sowie ProSiebenSat.1PULS4, wie am Donnerstag auf einer Pressekonferenz bekanntgegeben wurde. In den nächsten zwei Jahren sollen 300 Einheiten hergestellt und weltweit ausgeliefert werden.

"Wir wollen die Mobilität der Zukunft aktiv mitgestalten", erklärte Robert Machtlinger, Vorstandsvorsitzender der FACC AG, den Einstieg des Luftfahrtkonzerns in den Markt der "Urban Air Mobility". Der Markt werde erst vergeben und man dürfe die Möglichkeit, von diesem "signifikanten Kuchen" abzubekommen, nicht ungenützt lassen, sagte Machtlinger. Er prophezeite: "Wir werden definitiv früher autonom fliegen als autonom fahren." Zurückzuführen sei das auf eine weniger komplexe Ausgestaltung der Verkehrswege in der Luft.

3000 Elektro-Passagierdrohnen bis 2025
Bis 2025 sollen sich laut Machtlinger 3.000 elektrisch betriebene Passagierdrohnen in der Luft befinden und rund 100.000 Passagiere pro Jahr befördern. 25 Jahre später werde die Anzahl der im Einsatz befindlichen Flugtaxis dreißig Mal höher sein - 98.000 Passagierdrohnen dürften dann vor allem in großen urbanen Gebieten verkehren und einen schadstoffarmen, schnellen und leisen Weg der Mobilität darstellen. Der Prototyp des "Autonomous Aerial Vehicle" (AAV) von EHang wird bereits aktiv geflogen. Rund 7.000 Testflugstunden - davon 2.000 mit Menschen an Bord - wurden laut Felix Lee, Overseas Manager von EHang, bisher absolviert.

Video: So könnte ein Flugtaxi aussehen
Die Passagierdrohnen sind weniger für Privatkunden, sondern eher für Fluglinien, Verkehrsverbunde oder auch Start-Ups gedacht, die sie zur gemeinsamen Nutzung anbieten sollen. Eine noch zu bewältigende Herausforderung stellt die Luftraumregulierung dar. Um die Flugtaxis in Österreich zu ermöglichen, gibt es laut Machtlinger bereits intensiven Austausch mit Industriepartnern, Politik und Luftfahrtbehörden. Aber auch die Infrastruktur müsse noch ausgebaut werden, um etwa Landungen auf Einkaufszentren, Parkgaragen oder Bahnhöfen zu ermöglichen, erklärte Lee.

FACC übernimmt die Produktion
Das Luftfahrzeugunternehmen EHang ist für die Erfindung und die technologische Entwicklung des Prototypen verantwortlich und positioniert sich als Experte für alle Fragen rund um das autonome Fliegen. FACC entwickelt den Prototypen zur Serienreife und übernimmt die Produktion. ProSiebenSat.1PULS4 kümmert sich schließlich um die gesamte Kommunikation rund um das Projekt.

Die AAVs bieten Platz für zwei Personen und etwas Gepäck. Ihre Höchstgeschwindigkeit beträgt laut Lee 160 km/h. Die maximale Flugdauer beziffert er mit 25 bis 30 Minuten. Innerhalb einer Viertelstunde sollen rund 80 Prozent der Batterie aufgeladen werden können. Hinsichtlich der Lärmerzeugung sei es das Ziel, dass die Flugtaxis aus einer Distanz von 15 bis 20 Metern "so gut wie nicht gehört werden", sagte Lee. Derzeit arbeite man noch daran, wobei die Flugtaxis bereits jetzt leiser als eine Fotodrohne seien.

Flug etwa so teuer wie eine Taxifahrt
Kosten solle ein Flug mit den Passagierdrohnen ähnlich viel wie eine Fahrt mit einem herkömmlichen Taxi, sagte Markus Breitenecker, Geschäftsführer der ProSiebenSat.1PULS4-Gruppe. Nur werde man sich zehnmal so schnell fortbewegen. Bis zur Realisation müssten laut Breitenecker Ängste abgebaut und Akzeptanz geschaffen werden. Eine Möglichkeit dafür besteht beim kommenden "4Gamechangers"-Festival von 9. bis 11. April in Wien. Dort wird eines der Flugtaxis ausgestellt und lädt zum Probesitzen ein.
Flugtaxis aus dem Innviertel sollen bis 2020 serienreif sein
 

Varga

Mann aus den Bergen
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#10
Nicht frech werden!
Ich fliege seit 30 Jahren, und das immer noch. Ich habe eine Privat- und Berufspilotenlizenz.
Früher war intensives Fallschirmspringen mein Hobby.

Varga
 
S

Senator74

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#11
Mit dir kann man nicht diskutieren. Erstens weißt du alles besser, zweitens lässt du gegenteilige Meinungen nicht gelten. Drittens bist du argumentativ armselig. Wenn dir nichts mehr einfällt, drohst du mit dem Rauswurf. Typisch ungarisch schweizerische Präpotenz.
 

josef

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#12
Auch der Fahrdienstvermittler Uber und die Flugzeugbauer Airbus und Boeing arbeiten an eigenen kleinen Maschinen für Lufttaxi-Dienste

Zeit reif für unbemannte Fliegerei: Heimische Betriebe wollen abheben


Mit der bemannten Luftfahrt haben Betriebe Erfahrung. Das nächste große Ding sollen unbemannte Fluggeräte werden

Mit Zweifeln schlagen sich Start-ups oft gar nicht erst lange herum. "Wir ändern die Welt", sagt etwa Felix Lee selbstbewusst. Lee ist nach Österreich gereist, um gemeinsam mit Austro-Partner FACC in Wien zu erklären, wie städtische Mobilität der Zukunft aussehen wird. Und dass man dabei eine wichtige Rolle zu spielen gedenke. Der Manager von EHang, dem chinesischen Start-up, mit dem sich der Innviertler Luftfahrtzulieferer FACC zusammentat, will bei der Revolution, die sich im Luftraum abspielen soll, ganz vorne dabei sein. Mit autonom fliegenden Lufttaxis.


foto: facc/ehang
Wenig Verkehr in der Luft. Das könnte sich mit Lufttaxis und Drohnen ändern. Dieses Fluggerät von EHang und FACC kann zwei Menschen befördern – und etwas Gepäck. Ein großer Koffer passt in dieser Konfiguration nicht hinein. Leise sind die Gerätschaften vor allem beim Starten nicht.

"Wir hoffen, dass wir in diesem Bereich Game-Changer sind", sagt auch FACC-Chef Robert Machtlinger und schwärmt vom Wachstumspotenzial, das den unbemannten Fluggerätschaften von Experten zugetraut wird. 3000 Passagierdrohnen könnten demnach 2025 durch die Lüfte schweben, 2050 geht man von einer dreimal so großen Zahl aus. Ein Marktpotenzial, das Machtlinger mit 30 Milliarden US-Dollar im Jahr taxiert. An dem wollen die Österreicher mitnaschen.

Konkurrenzkampf
Aber auch der Fahrdienstvermittler Uber oder die Flugzeugbauer Airbus und Boeing arbeiten an eigenen kleinen Maschinen für Lufttaxi-Dienste. Die Passagierdrohne – designt in China, made in Austria -, wie Felix Lee erklärt, soll im kommenden Jahr zur Serienreife gebracht werden. Wobei EHang sich für Fragen rund um das autonome Fliegen, wie Connectivity, Softwarelösungen, Ladestationen oder Systemsteuerung zuständig erklärt. FACC verantwortet den Zusammenbau der Komponenten. 300 Fluggeräte sollen in den kommenden zwei Jahren in Ried im Innkreis vom Band laufen, 2025 wollen die Österreicher die Fertigungslinien verdoppeln.


foto: ho
An Lufttaxis arbeiten auch andere. Hier ist der Prototyp vom US-Flugzeugbauer Boeing.

Zur Hälfte werde die Wertschöpfung in Österreich generiert, so Machtlinger. 50 Leute sind im Innviertel derzeit für den EHang abgestellt, siebenmal so viele sollen es 2023 sein. Mit dem Betrieb werde man nicht in Ländern wie Österreich oder Deutschland starten, räumt Machtlinger ein. Noch fehle es an entsprechenden Regularien. "In China sind wir schneller", sagt Felix Lee. Hierzulande ist Verkehrsminister Norbert Hofer emsig auf der Suche nach Testgebieten für die unbemannten Luftfahrzeuge. Die Einreichfrist endet im März. Neben dem Truppenübungsplatz Allensteig ist in der Steiermark die FH Joanneum unter den Bewerbern.

Von der unbemannten Luftfahrt profitieren
Dass die Österreicher mit der unbemannten Luftfahrt auf das richtige Pferd setzen, davon ist Holger Friehmelt überzeugt. Der Leiter des Studienganges Luftfahrt an der FH Joanneum in Graz glaubt fest, dass die Zeit für die unbemannte Fliegerei reif ist. "Die Technologie ist fast so weit", sagt er.


foto: apa/afp/akmen
So sieht das Modell EVTOL aus, dass sich die Designer von Rolls-Royce ausgedacht haben.

Betreiber könnten künftig Fluglinien, Verkehrsverbünde oder auch Start-Ups sein, die sie zur gemeinsamen Nutzung anbieten sollen. Der deutsche Autobauer Daimler ist etwa an Volocopter beteiligt, einem deutschen Start-up, das ebenfalls ein Luftgefährt entwickelt hat. Daimler und BMW denken für ihre gemeinsame Mobilitätsfirma Lufttaxis jedenfalls schon mit.

Dass das Konzept sich als Flop erweist, glaubt Friehmelt nicht. Anwendungsgebiete sieht er jedenfalls und nennt den Geschäftsmann, der gerne ein bisschen mehr bezahlt, um rasch mit dem Lufttaxi vom Meeting in der City zum Flughafen zu surren.


foto: reuters
Schiebel baut in Wiener Neustadt unbemannte Hubschrauber. Im Herbst vergangenen Jahres gab man bekannt, die Werksfläche zu erweitern.

Auch für heimische Zulieferer sei dies ein Feld, das sich zu beackern lohnt, sagt der Luftfahrtingenieur. Einige hundert Betriebe mit 8000 Beschäftigten tummeln sich in Österreich als Lieferanten für die bemannte Luftfahrt, wie Friehmelt sagt. Sie alle wollen vom Wachstum in der Branche profitieren – Rückschläge wie die Einstellung der Airbus A380-Produktion, die FACC eine Gewinnwarnung einbrockte, inbegriffen.

Nicht wenige der Zulieferer beliefern auch die Autoindustrie wie etwa Miba oder Rübig, letzterer versteht sich auf die Wärmebehandlung von Bauteilen, in Oberösterreich. Auch andere, wie der ebenfalls in Oberösterreich beheimatete Kunst- und Schaumstoffspezialist Greiner oder der oststeirische Lederspezialist Wollsdorf haben schon lange die Luftfahrt neben anderen Geschäften entdeckt.


foto: apa/afp/robyn beck
Auch der US-Fahrdienstvermittler Uber hat seine eigenen Ideen in Sachen Flugtaxi.

Das Kernland der heimischen Luftfahrtindustrie ist Oberösterreich, wo die meisten Umsätze erwirtschaftet werden, aber auch die Steiermark legt sich mächtig ins Zeug.

In NÖ expandiert die Wiener Neustädter Firma Schiebel, um die Nachfrage nach Aufklärungsdrohnen befriedigen zu können.

Neben den großen Leitbetrieben wie Voestalpine Böhler Aerospace oder Pankl Aerospace sind es laut Friehmelt viele kleinere Spezialisten, die sich mit viel Know-how bei Präzisionsteilen, Inneneinrichtung, Sensoren, Antriebs- oder Wärmetechnik hervortun. Friehmelt hält große Stücke auf sie: "Da wird viel Hirnschmalz hineingesteckt. Mit großem Erfolg."
(Regina Bruckner, 2.3.2019)
Zeit reif für unbemannte Fliegerei: Heimische Betriebe wollen abheben - derStandard.at
 
#15
Also bei Wind fliegen sie lieber nicht ;-) Bericht der Futurezone:
Testflug mit Flugtaxi Ehang 216 vom Wind verblasen

Testflug mit Flugtaxi Ehang 216 vom Wind verblasen


© Bild: Kurier / Juerg Christandl
Wegen zu starken Windes im Wiener Austria-Stadion wurden die Demonstrationsflüge mit dem autonomen Flugtaxi leider vorzeitig abgebrochen.






Der Wind hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Eigentlich hätte ich am Donnerstag einen Flug mit dem Ehang 216 AAV (Autonomous Aerial Vehicle) machen sollen. Das autonome Flugtaxi feierte unter großer medialer Anteilnahme im Austria-Stadion seine Europapremiere. An der Mittelauflage des Fußballrasens durften Journalisten das 5,6 Meter lange und 360 Kilogramm schwere Fluggerät mit 16 elektrisch betriebenen Rotoren besteigen.
Pfeifende Pylonen
Das Flugtaxi erhob sich sodann einige Meter senkrecht in die Luft, verharrte dort für ein paar Sekunden und landete anschließend wieder. Zugegeben, nicht für alle Zuschauer sah das von außen besonders aufregend aus. Ärgerlich war es für mich trotzdem, als der Flugbetrieb aus Sicherheitsgründen gerade dann abgebrochen wurde, als ich an die Reihe kam. Ich wäre schon neugierig gewesen, wie sich ein Flug so ganz ohne Piloten angefühlt hätte.

Flugtaxitest: Vom Winde verweht

Die Windstärke nahm nach den ersten Flügen allerdings hörbar zu. Um die Pylonen mit den Stadionflutlichtern begannen es laut zu pfeifen. Windverwirbelungen im Stadion veranlassten die Flugtechniker von Hersteller Ehang zum Einlenken. Wie Andreas Perotti, Sprecher des oberösterreichischen Luftfahrt-Zulieferers und Ehang-Partners FACC meinte, wollte man ausgerechnet am Premierentag "nicht nur 0,0001 Prozent Risiko eingehen, sondern gar keines". Das ist schon verständlich, geht es doch gerade bei autonomen Flugtaxis ganz stark darum, die Öffentlichkeit von der Zuverlässigkeit der Maschinen zu überzeugen.
Laut Derrick Xiong, Mitbegründer und CMO von Ehang, wäre das Modell 216 durchaus in der Lage, mit den Wiener Windverhältnissen zurechtzukommen: "Wir haben zahlreiche Tests unter sehr schwierigen Bedingungen durchgeführt und sind selbst bei Taifunen (tropische Wirbelstürme in Südostasien) geflogen."

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Arbeit am Serienmodell im Gange

Als Trost für den knapp verpassten Flug wurde der futurezone immerhin von FACCin Aussicht gestellt, mit dem Ehang 216 Serienmodell fliegen zu dürfen, sobald dieses fertig sei. Das könnte noch heuer soweit sein, meint FACC-Geschäftsführer Robert Machtlinger. Gegenüber dem Prototyp, der in Wien anlässlich des 4Gamechangers Festivals von Ehang-Medienpartner ProSiebenSat.1Puls4 demonstriert wird, soll es einige Veränderungen geben. Unter anderem soll der Einstieg in das Flugtaxi etwas umgestaltet werden. Einigen Journalisten fiel der Einstieg nicht ganz leicht. Die Kabine des AAV ist nicht sehr geräumig. Der vorhandene Platz entspricht nicht einmal jenem in einem Smart Fortwo. Viel geräumiger wird auch die Kabine des Serienmodells nicht werden.
Regelbetrieb in Ferne
Bis das Serienmodell einmal im realen Luftfahrtbetrieb geflogen werden darf, werden allerdings noch einige Jahre vergehen. Zunächst gehe es einmal darum, internationale Standards für den Umgang mit AAVs in der zivilen Luftfahrt zu finden. Robert Machtlinger ist optimistisch, dass es innerhalb der nächsten zwei Jahre diesbezügliche internationale Vereinbarungen geben kann. Danach müsse man Wege finden, um die aktuelle Flugverkehrskontrolle an autonome Luftfahrzeuge anzupassen. Laut Derrick Xiong gibt es in diesem Bereich Fortschritte. In Aserbaidschan werde etwa eine Hybrid-Lösung getestet, bei der sowohl Sprechfunk mit zivilen Flugzeugen als auch ein neues Luftraum-Management-System für unbemannte Luftfahrzeuge eingesetzt werden.
Selbst wenn regulatorische Hürden genommen worden sind - Verkehrsminister Hofer will hier Druck machen - wird es wahrscheinlich noch viele Jahre dauern, bis autonome Flugtaxis ihren kommerziellen Dienst antreten können. Denn nicht nur für Journalisten sind 0,0001 Prozent Risiko zu viel.
 

josef

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#16


Erste Teststrecke für E-Lufttaxis in Linz
Die Linz AG will 2020 über der Stadt mit einer Teststrecke für E-Lufttaxis starten. Dazu unterzeichnete Generaldirektor Erich Haider am Dienstag mit dem Flugzeugkomponentenhersteller FACC und dem chinesischen Unternehmen EHang einen Vertrag.
Der „EHang 216“, der zur Pressekonferenz auf dem Dach der Linz AG ausgestellt war, geht bei FACC in Serie. Rund 300.000 Euro kostet ein 360 Kilo schweres, mit 16 Elektromotoren und 16 Rotoren ausgestattetes autonomes Fluggerät, das zwei Personen befördern kann. Die Akkus für diese achtarmige Drohne reichen für rund 50 Kilometer. In einer eigenen Fertigungslinie in Ried sollen bis Ende nächsten Jahres 300 Stück ausgeliefert werden. Damit sie in Europa und auch für die Linz AG abheben können, arbeite man mit Austro Control an den „Regularien für die Zulassung“, erklärte FACC-CEO Robert Machtlinger.


fotokerschi.at/Kerschbaummayr
EHang 216

Bereits 2.000 bemannte Flugstunden
Bei dem von seinem Unternehmen entwickelten „Air-Vehicle“ handle es sich nicht um ein „Showcase“, wie EHang-CEO Felix Lee betonte. Das in Linz präsentierte Lufttaxi-Modell 216 habe bereits 7.000 Flugstunden hinter sich, 2.000 davon bemannt. Auch Haider sieht diese Art der Personenbeförderung als Ergänzung zu Bus und Bahn. Die Luft ermögliche die schnellste Verbindung von A nach B in urbanen Gebieten. Bevor jedoch die erste Teststrecke in Linz für diese autonome Beförderung eingerichtet wird, müsse erst 5G-Mobilfunk installiert werden, was im Frühjahr 2020 geplant sei.

„Leistbar und anschaffbar“
Für den Eigentümervertreter der städtischen Linz AG, Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) ist der Einstieg in diese umweltschonende, zukunftsweisende Technologie ein Beweis dafür, dass seine 2015 vorgegebene Parole „Linz soll die innovativste Stadt Österreichs werden“ auch in die Realität umgesetzt werde. Infrastrukturstadtrat Markus Hein (FPÖ) begrüßte, dass in einer Stadt wie Linz mit mehr Arbeitsplätzen wie Einwohnern der öffentliche Verkehr auch in die Luft gehen werde.

Laut Haider seien fixe Verbindungen, etwa vom Hauptbahnhof oder vom Flughafen ins Industriegebiet Hafen, angedacht. Wie viele Lufttaxis die Linz AG ankaufen werde, dazu machte er keine genauen Angaben. Nur so viel: Sie seien „leistbar und anschaffbar“.

Links:
Publiziert am 14.05.2019
Erste Teststrecke für E-Lufttaxis in Linz
 
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