(Burgruine Neu-und Alt Wildon) auf den Wildoner Schlossberg in der Südsteiermark

Bunker Ratte

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#1
Bei meinem Wochenendtrip in der Steiermark durfte ein Besuch einer Ruine nicht fehlen. Ein wunderschöner schattiger Weg durch eine Schlucht, oben angekommen präsentierte sich mir ein landschaftliches Bild umgeben von verwachsenen Ruinenresten. Auch eine Höhle kreuzte unseren Weg

Zur Legende....
Die Burgruine Neu-Wildon, auch als Ober-Wildon bezeichnet, ist die Ruine einer Höhenburg auf dem Wildoner Schlossberg im Süden der österreichischen Gemeinde Wildon in der Südsteiermark. Die Geschichte der Burg reicht bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts zurück, als sie von den Herren von Wildon errichtet wurde. Sie war Teil der vier Wehranlagen umfassenden Befestigung des strategisch günstig an der Mur und der alten Reichsstraße gelegenen Wildoner Schlossberges.

Die Siedlungsspuren auf dem Wildoner Schlossberg reichen bis 4600 vor Christus, also in das Mittelneolithikum und die Urnenfelderzeit zurück. Im Mittelalter lag Wildon an der Reichsstraße, und beim Ort befand sich einer der wenigen Übergänge über die Mur. Vermutlich stand auch die nicht genau lokalisierbare und 1053 erstmals urkundlich erwähnte Hengistburg auf dem Schlossberg. Zumindest lässt sich durch Keramikfunde eine karolinigisch-ottonische Wehranlage ab dem 9. oder dem späten 10. Jahrhundert nachweisen. Der Archäologe Diether Kramer sah in den Funden vom Wildoner Schlossberg Hinweise, um die Hengistburg dort zu lokalisieren.

Die Burg Neu-Wildon wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts von den Herren von Wildon auf erzbischöflich-salzburgischem Grund errichtet. Sie entstand damit etwa hundert Jahre nach der vermutlich um 1170 erbauten Burg Alt-Wildon. Der Historiker Hans Pirchegger nahm an, dass sie am alten Standort der Hengistburg errichtet wurde. Ein novum castrum, also eine neue Burg am Schlossberg, wird erstmals 1260 erwähnt. Die auch als new haus zu Wildony bezeichnete Burg wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts von Ulrich von Wildon an Otto von Liechtenstein, Sohn des Minnesängers Ulrich von Liechtenstein abgegeben. Der Liechtensteiner hatte Agnes, die Tochter von Ulrichs bereits 1249 verstorbenen Bruder Leutold von Wildon, geheiratet, und die Burg war vermutlich eine Mitgift.Der Wildoner saß selbst vermutlich auf Alt-Wildon. Otto von Liechtenstein und Ulrichs von Wildons Sohn Herrand II. waren nach dem Aussterben der Babenberger Anhänger des rechtlichen Erben Friedrich von Baden-Österreich und sahen den böhmischen König Ottokar II. Přemysl, der ab 1261 auch Herzog der Steiermark war, nicht als ihren rechtmäßigen Herrscher an. Aus diesem Grund brachte Ottokar um 1262 die Burg Neu-Wildon in seinen Besitz, wobei unklar ist, ob ihm dies durch Gewalt oder einen rechtlichen Anspruch gelang. Spätestens 1265 scheint die Burg aber bereits als landesfürstlicher Besitz in einem Urbar auf.

Die Wildoner wurden dadurch Feinde des böhmischen Königs. So unterstützte Hartnid III. beim Augsburger Reichstag die Königswahl Rudolfs I. Nach dem Tod König Ottokars II. 1278 bei der Schlacht bei Dürnkrut nahmen die Wildoner die Burg ein und Herrand II. von Wildon erhielt das Neuhaus, welches er von seinem Burggrafen Ulrich verwalten ließ. Herrand II. geriet aber in Streit mit seinen Bruder Hartnid III. und musste schließlich Neu-Wildon an diesen abtreten. Die Burg kam anschließend anscheinend wieder in den Besitz der Salzburger Erzbischöfe, da sie Herzog Albrecht I. nach 1282 als Lehen von diesen erhielt. Albrecht übergab sie zur Sicherung und Verwaltung an Leopold I., den Bischof von Seckau. Im Dezember 1291 versuchte Hartnid III. von Wildon, den vom Seckauer Bischof eingesetzten Burggrafen zur Übergabe der Burg zu überreden. Als dieser ablehnte, stürmten Hartnids Truppen die Burg und nahmen den Burggraf gefangen. Hartnid selbst war unzufrieden mit der Herrschaft von Albrecht I. und verbündete sich am 1. Jänner 1292 mit Konrad IV. von Fohnsdorf, dem Salzburger Erzbischof, im Landsberger Bund gegen den Herzog. Im Gegenzug erhielt Hartnid noch 1292 Neu-Wildon als Lehen vom Erzbischof verliehen. Neu-Wildon wurde daraufhin immer wieder von Anhängern Albrechts I. angegriffen, aber erst als der Truchsess von Emmerberg die Burg 1293 mit einer hölzernen Mauer einkreiste, gab sie Hartnid auf und bat den Herzog um Frieden. Als Bedingung für den Frieden musste Hartnid eine Ablöse zahlen sowie die Burgen Eibiswald und Waldstein den Landesherren übergeben.

Der Salzburger Erzbischof versuchte in den folgenden Jahren mehrmals vergeblich, Neu-Wildon vom Herzog zurückzubekommen. Nachdem Albrecht I. 1297 aber siegreich aus den Streitigkeiten mit seinen Widersachern hervorgegangen war und mit dem Erzbischof Frieden geschlossen hatte, blieb die Burg in seinem Besitz. Die Burg blieb schließlich auch bis 1625 in landesfürstlichem Besitz. Die Landesfürsten setzten vor allem kleine und eher unbedeutende Rittergeschlechter als Burggrafen ein. Auch saßen diese Burggrafen nie lange auf der Burg, vor allem um zu verhindern, dass diese zu große Macht anhäuften. So werden 1344 ein Dietrich von Graschach und 1359 ein Ulrich Reisacher als Burggrafen genannt. Als der ungarische König Ludwig I. gegen Ende des 14. Jahrhunderts die Steiermark angriff, wurde Neu-Wildon für kurze Zeit zum Schutz den Grafen von Cilli übergeben. Ihnen folgten aber bereits nach kurzer Zeit erneut vom Landesfürsten eingesetzte Burggrafen nach. Als weitere Burggrafen werden 1402 Andree der Puchser, 1406 Wolfhart der Chitzwell, 1411 Friedrich der Hollenecker, 1423 Conrad der Pesnitzer und 1433 Erhart Herberstorffer genannt. Um an Geld zu kommen, verpfändete Herzog Friedrich V., der spätere Kaiser Friedrich III., die Burg 1435 für sechs Jahre an Christof Wolfsauer, der sich im Gegenzug verpflichtete, die Anlage auszubauen. In den Streitigkeiten zwischen Friedrich und Albrecht II. schlug Wolfsauer sich auf die Seite Albrechts und verweigerte die Herausgabe der Pfandschaft an Friedrich. Erst 1440 gelang es einem steirischen Aufgebot, die Burg zu stürmen. Sie wurde 1441 an Leuthold von Stubenberg und dessen Sohn Friedrich, welche sich an der Eroberung beteiligt hatten, verliehen. Kaiser Friedrich III. löste die Stubenberger aber schon nach wenigen Jahren aus und übergab die Anlage 1445 an Friedrich den Herberstorffer.

Während der Baumkircherfehde wurde die Burg Neu-Wildon zu Beginn des Jahres 1469 von Andreas Baumkircher als Stützpunkt in der Mittelsteiermark eingenommen. Den kaiserlichen Truppen gelang aber noch im selben Jahr die Rückeroberung. Diese konnten die Burg aber nicht lange halten, so dass sie am 2. Februar 1470 wieder an Baumkircher fiel. Nach einem vereinbarten Waffenstillstand gelangte der Wehrbau wieder in den Besitz des Kaisers und der kaiserliche Rat und Hauptmann Graf Wilhelm von Diernstein wurde Verwalter. Während der Ungarnkriege, aber spätestens ab 1490, saß Lienhart Harracher auf Neu-Wildon. Auf Harracher folgte 1509 Christof Glojacher, 1521 Ulrich sein Bruder Maximilian Leysser. Die Brüder Leysser bekamen die Burg 1532 gegen ein Baugeld verpfändet und begannen mit einem Umbau der Anlage. Auf die Brüder folgte 1586 Georg Leysser mit dessen Brüdern, welche die Burg ebenfalls gegen ein Baugeld und die in Wildon eingehobene Maut verpfändet bekamen. Trotz der eingenommenen Baugelder und des erfolgten Umbaus wurde die Anlage 1591 als verfallen bezeichnet. Nach dem Tod Georgs 1595 brachte Hans Christof von Gera, der Vormund seiner Erben, die Pfandherrschaft an sich. Auf Hans Christof folgte 1598 Wilhelm von Gera im Besitz nach. Auf die Familie von Gera folgten in kurzen Abständen zahlreiche neue Besitzer der Pfandherrschaft, so 1600 Ulrich Christof von Scherffenberg, 1602 Alban von Mosheim, 1612 Wolf Globitzer. Zu jener Zeit findet auch der Name Ober-Wildon erstmals für die Burg Verwendung.

Kaiser Ferdinand II. löste Wolf Globitzer aus und verkaufte Ober-Wildon am 15. Februar 1624 an Hans Ulrich von Eggenberg, der die bisherige Burg zu einem Schloss ausbauen ließ. Die Eggenberger ließen das Schloss allerdings auch von Dienstmannen verwalten. Da der Ort Wildon zu Beginn des 18. Jahrhunderts stark verschuldet war, wurde das Schloss 1715 vom zuständigen Kurator Sigmund Rudolf Graf von Wagensperg zur Geldgewinnung an Johann Friedrich Freiherrn von Stampfer verkauft. Nach Johann Friedrichs Tod folgte zuerst seine Witew Maria Anna, geborene Freiin von Königsbrunn, und schließlich 1751 sein Sohn Leopold im Besitz nach. Bei der Besitzübergabe an Leopold war das Schloss aber bereits stark baufällig und die zugehörige Herrschaft war nach Leopolds Tod 1775 stark verschuldet. Das verfallene Schloss mitsamt der Herrschaft wechselte in der Folge erneut mehrmals den Besitzer. So gehörte sie 1780 einem Gewerken Mayerhofer, 1792 den Rechtsanwalt Josef Ritter von Griendl, 1803 Griendls Sohn Franz Xaver und 1866 Josef Edler von Neupauer. Die Herrschaft wurde schließlich 1880 aus der Landtafel gelöscht. Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen der Wildoner Schlossberg und damit auch die Reste von Ober-Wildon in den Besitz des Landesbaudirektors Lui von Frizberg über, dessen Familie heute noch die Eigentümerin ist.

Im Areal der Burg gab es bisher (Stand: 2023) keine archäologischen Grabungen. Von H. Siegert wurden 2011 einzelne Streufunde aufgesammelt die in die Zeit vom 13./14. bis in das 16./17. Jahrhundert datiert werden können. Im Rahmen eines LEADER-Projektes wurde das Burgareal 2019 und 2020 vom Baumbewuchs befreit und digital vermessen.
Quelle: Burg Neu-Wildon – Wikipedia

Die erste Bildserien zeigen die Wehrmauer und die Ruinen Neu-Wildon....
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Ruinen Neu-Wildon....
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Bunker Ratte

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#6
Wilder Mann Höhle....

Auf dem Wildonerberge hauste einst ein Riesengeschlecht. Es waren wilde Männer, welche große Bäume entwurzelten, mächtige Felsblöcke umher' schleuderten und als Keule Baumstämme führten.

Der letzte dieses Geschlechtes, insgemein der wilde Mann genannt, trieb es am ärgsten, so daß die Bewohner der Ortschaft Wildau am Fuße des Berges sich weder zu raten noch zu helfen wußten. Wohl dachten sie daran, den schrecklichen Riesen unschädlich zu machen, aber sie konnten ihm in keiner Weise beikommen. Sobald er nur im geringsten etwas merkte, daß die Leute gegen ihn Schlimmes im Schilde führten, trieb er es um so ärger und wütete so schrecklich, daß die ganze Gegend verwüstet wurde und die Bewohner immer mehr und mehr verarmten.

Einst stieg ein Wirtstöchterlein aus dem Tale zu des Riesen Behausung hinauf. Es wollte Schwämme suchen, nebenbei aber auch auskundschaften, was der wilde Mann tue. Dieser fand das Mädchen alsbald auf einer kleinen Ebene, redete es an und verlangte, es solle zu ihm ins Schloß kommen und ihm da die Wirtschaft führen. Anfangs entsetzte sich die Wirtstochter über die Zumutung, aber da sie sonst beherzt und schlau war, so dachte sie sich: "Wenn ich es ihm abschlage, so behält er mich mit Gewalt zurück; bleibe ich aber, so kann es mir vielleicht gelingen, den furchtbaren Mann unschädlich zu machen und so uns alle von diesem Schrecklichen befreien." Also sagte das Mädchen zu, jedoch wollte es früher noch die Eltern fragen, ob sie damit einverstanden seien, daß es bei ihm in den Dienst trete. Der Riese hatte nichts dagegen, und so eilte das mutige Mädchen den Abhang hinab, setzte den Eltern alles auseinander und stieg des andern Tages wieder den Wildonerberg hinan, um fortan in der Nähe des Riesen zu verweilen.

Mehrere Tage und Wochen vergingen, ohne daß es dem Mädchen möglich gewesen wäre, sein Vorhaben auszuführen. Aber als dann einmal der wilde Mann sehr ermüdet von einer Jagd zurückkam und sich niederlegte, um zu schlafen, verwundete ihn das Mädchen mit einer Stricknadel an der Schläfe. Anfänglich verspürte der Riese gar nichts, denn sein Schlaf war ein sehr tiefer, aber nach und nach nahm der Schmerz doch so überhand, daß er aufwachte, wie toll nach dem Mädchen herumfahndete und, als er dieses nicht mehr im Schlosse vorfand, in seiner Wut einen großen Steinklotz nach dem anderen vom Berge losriß und in das Tal hinabschleuderte. Doch die Wunde war tödlich, und es konnte der wilde Mann nicht lange seinem Zorne auf solche Weise Luft machen. Erschöpft sank er zu Boden und hauchte bald darauf seinen Geist aus. Als die Ortschaft Wildau später zu einem Markte erhoben wurde, nahmen die Bewohner desselben zur Erinnerung an das Geschlecht der Riesen, welches hier gehaust hatte, den wilden Mann in das Marktwappen auf, und aus dem Worte Wildau entstand dann auch der Name Wildon, wie der Ort noch heutzutage heißt.

Zuweilen zeigte sich der wilde Mann auf dem Wildonerberge, doch nicht als Plagegeist, sondern als Beschützer der Bergbewohner. So erschien er einmal als ein riesengroßer Greis mit weißem, herabwallendem Barte einem Knaben, der anstatt zur Kirche, den Berg hinangegangen war. Er führte ihn in eine Höhle und zeigte ihm hier einige große, mit Moos bewachsene Fässer, welche voll des besten Weines waren. Der Knabe sollte davon kosten, doch er weigerte sich dessen, und da führte ihn der Geist wieder aus der Höhle und verschwand hierauf plötzlich.
Sagen aus der grünen Mark, Hans von der Sann, Graz 1911
Quelle: SAGEN.at - DER WILDE MANN VON WILDON

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#8
Die Naturbühne am Wildoner Schlossberg....
Die Naturbühne wurde um 1970 von zusammengetragenen Ziegeln und Bruchsteinen der ehem. Sägewerke auf dem Schlossberg errichtet. Meine Emma bekam eine kleiner Führung eines netten Herren der hier anfallende Arbeiten erledigt. Er zeichnete uns auch einen Plan mit der Wegbeschreibung zu den Ruinen, vielen lieben Dank an den netten Herren des Schlossbergtheaters.

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Heutige Aufführung mit der Hauptdarstellerin Emma auf der Naturbühne....
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hier der extra für Emma gezeichnete Plan....
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