#21
josef hat geschrieben:
Nach der vorliegenden Karte aus 1939 endete der Planungsverlauf der Südautobahn, heute A2, damals bei Lanzenkirchen, südlich WN! Anscheinend war damals ebenso wie Jahrzehnte später, die Trassenfindung über den Wechsel Richtung Süden nicht klar.
Was mich an der Stelle interessiert haette:

Gabe es in der NS Zeit konkrete Planungsvarianten der heutigen A2 richtung Graz?

Haben Sie aus dieser Zeit auch noch Kartenmaterial?

Ich habe mal etwas von einer Trassenfuehrung durch das heutige Burgenland, weit oestlicher als heute, gehoert.


Wie sieht es im Raum Wien aus? Gab es zur NS-Zeit auch schon Plaene ueber eine Autobahnverbindung Richtung Prag, Brno oder Bratislava-Budapest?
 
#22
A1-Trasse Steinhäusl-Auhof

Allgemein ist auch das ein für mich sehr interessantes Thema!

Da hab ich gleich mal eine Frage: In irgendeinem Buch, weiß leider nicht mehr welches, zur Umfassung Wiens im April 1945 ist davon die Rede, dass Kämpfe an der Reichsautobahntrasse bei Preßbaum (!) stattgefunden hätten bzw. sich irgendeine Einheit dorthin o. von dorthin zurückgezogen hätte. Dies würde allerdings bedeuten, dass auch die Trasse Steinhäusl-Auhof schon zumindest teilweise in Bau war.

Mir war bekannt, dass die eigentliche Trasse der heutigen A21 entspricht, und die direkte Verbindung nach Auhof erst später geplant worden sein soll. Bei der Lektüre des obigen Buchs stellte sich für mich natürlich die Frage, ob doch auch die Verbindung Auhof-Steinhäusl damals schon in Bau war.

Weiß da jemand etwas dazu?
 
#23
karli1140 hat geschrieben:
Allgemein ist auch das ein für mich sehr interessantes Thema!


Mir war bekannt, dass die eigentliche Trasse der heutigen A21 entspricht, und die direkte Verbindung nach Auhof erst später geplant worden sein soll. Bei der Lektüre des obigen Buchs stellte sich für mich natürlich die Frage, ob doch auch die Verbindung Auhof-Steinhäusl damals schon in Bau war.

Weiß da jemand etwas dazu?
Was die A21 betrifft, kann ich nur ungenaue Angeben machen:

Lt. Berichten meines Vaters zufolge duerfte die A21 bis 1967 - 68 zumindest noch teilweise in Bau befindlich gewesen sein. Mein Vater war zu dieser Zeit beim oesterreichischen Bundesheer und hatte im Wienerwald oefter mal Uebungen.

Interessant finde ich auch den "Schwenk nach Norden und Sueden" an der A1 bei Boeheimkirchen. Welche Plaene hat man damals gehabt? Eine Verbindung nach Prag im Norden bzw. Graz im Sueden?

Die Strecke in Richtung Sueden haette bedeutet, die Autobahn durch das Bergland des Wienerwaldes bzw. die Auslaeufer der Alpen zu bauen. Hatte man damals schon die notwendigen technischen Grundvoraussetzungen?

Eine andere Vermutung ware dass dieser "Schwenk nach Sueden" spaeter mal nach Sued-Osten und Richtung Burgenland bzw. Ungarn fuehren sollte oder koennte, oder auch eine Art grossraeumige Umfahrungsautobahn haette werden sollen, fuer den Fall, dass Wien angegriffen werden koennte. Autobahnen hatten ja zu der NS Zeit mehrheitlich militaerischen Zweck.
 
Zuletzt bearbeitet:

josef

Administrator
Mitarbeiter
#24
@Ian123:
Zuerst einmal Willkommen im Forum!

Nun zu den Fragen:
Gabe es in der NS Zeit konkrete Planungsvarianten der heutigen A2 richtung Graz? Ich habe mal etwas von einer Trassenfuehrung durch das heutige Burgenland, weit oestlicher als heute, gehoert.
Ja, es war eine Verbindung nach Graz u. Klagenfurt vorgesehen, aber es gab dazu noch keine konkreten Trassenfestlegungen! Darum sollte ja der Südast (A2) vorläufig kurz nach Wr.Neustadt (=> Anbindung B17 über Semmering), bei Lanzenkirchen (=> Anbindung Wechselbundesstraße), enden. Es gab noch in den 60iger Jahren Variantendiskussionen zwischen einigen Trassen zwischen Burgenland und Wechselgebiet...bis dann der heutige Verlauf über den Wechsel festgelegt wurde.
Wie sieht es im Raum Wien aus? Gab es zur NS-Zeit auch schon Plaene ueber eine Autobahnverbindung Richtung Prag, Brno oder Bratislava-Budapest?
Auch diese Trassen waren vorgesehen, wobei der östliche Ast nach Budapest in den mir bekannten groben Übersichtskarten keine Anbindung von Pressburg aufwiesen. Der Nordast sollte in den schlesischen Raum nach Breslau führen, auf manchen Karten mit einer Aufsplittung in Richtung Brünn - Prag - Dresden.
Haben Sie aus dieser Zeit auch noch Kartenmaterial?
Leider nur die schon zitierte Continental-Karte vom Norden Österreichs.

@Ian123 + @karli1140:
Trasse Steinhäusl-Auhof
Diese war damals nicht vorgesehen!
"Schwenk nach Norden und Sueden" an der A1 bei Boeheimkirchen
Die auf der Continental-Karte eingezeichneten Verläufe dürften auch nur Planungsvarianten gewesen sein. Die angedeutete Abzweigung Richtung Süden bei Böheimkirchen könnte eine Trassenvariante zur Überwindung der Höhen des Wienerwaldes gewesen sein. Statt wie ausgeführt über Steinhäusl-Hochstraß mit 657 m am Scheitelpunkt wäre eine niedrigere Variante von Böheimkirchen-Kasten-Stössing-Brand Laaben nach Klausenleopoldsdorf mit nur 581 m (Hametberg) möglich gewesen... Der angedeutete Abzweig nach N könnte für einen Nordring von Wien gedacht gewesen sein...

lg
josef
 
Zuletzt bearbeitet:
#25
@josef,

Danke fuer die Antworten.

Mit der Fuehrung der Strecke ueber Kasten, Stoessing, Brand und Laaben haette man Hochstrass ueberwunden. Ist Hochstrass der hoechste Punkt an der A21?

Anfangelich dachte ich dass man in der NS Zeit ( groessenwahnsinnig wie man war ) auch den Ring um Wien groesser geplant haette.

Ich vermutete, dass man nach Brand irgenwie weiter suedlich wollte, Richtung Kaumberg (moeglw. via Tunnel) und Altenmarkt nach Berndorf, und von dort an die A2....

Eine Nordumfahrung, bzw. einen Nordring gibt es meines Erachtens bis heute noch nicht in den Plaenen bzw. Projekten. Selbst der neue Ring, welcher an die A23 in Voesendorf ansetzt und quasi bis Schwechat fuehrt und in weiterer Folge den Nord-Osten der Stadt umschliessen soll, sollte an der A22 enden?

Oder gibts hier noch eine Weiterfuehrung um den Aussenring vollkommen zu schliessen?

@A2

Was mir bei der Streckenfuehrung der A2 nicht ganz einleuchten will ist das "Knie" bei Ilz bzw. Ausfahrt Fuerstenfeld. Wie kam es dazu? Es ist ja schliesslich nicht gerade die kuerzeste Verbindung...
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#26
@Ian123:
Ist Hochstrass der hoechste Punkt an der A21?
Ja!
Eine Nordumfahrung, bzw. einen Nordring gibt es meines Erachtens bis heute noch nicht in den Plaenen bzw. Projekten. Selbst der neue Ring, welcher an die A23 in Voesendorf ansetzt und quasi bis Schwechat fuehrt und in weiterer Folge den Nord-Osten der Stadt umschliessen soll, sollte an der A22 enden?
Der Ring wird jetzt großräumig geschlossen! Von der A22 ab Stockerau nach Westen weiter über S5 bis Grafenwörth/Jettsdorf, dort über neue Donaubrücke (=> Bauvorbereitungen dazu haben bereits begonnen, zufällig heute ein Thema dazu in ORF-NÖ: http://noe.orf.at/stories/166090/ ) nach Traismauer/Hollenburg zur S33 und auf dieser zum Knoten St.Pölten an der A1.

Siehe auch Link der ASFINAG mit Übersichtskarte: http://www.asfinag.at/index.php?module=Pagesetter&func=viewpub&tid=287&pid=50
...das "Knie" bei Ilz bzw. Ausfahrt Fuerstenfeld...
Stammt aus der Zeit der Variantensuche! Wenn "Burgenlandvariante" gekommen wäre, sollte es dort noch weiter in den Osten und dann nach N gehen (Sicht Fahrtrichtung Stmk. - Wien). Da wäre die Strecke länger geworden aber dafür nicht so hoch hinauf wie über den Wechsel...

lg
josef
 
#27
Lieber Josef,

Danke fuer die Antworten. Meine Fragen duerften vielleicht seltsam fuer Sie anmuten, dies liegt darann, dass ich schon laenger nichtmehr in Wien lebte.

Was die Trassenfuehrung des geplanten Autobahn-Ringes (S1) um Wien betrifft, bin ich aber etwas verwundert.

Ich kenne aeltere Wien Karten, welche bei Strebersdorf, (A22) einen breit ausgebauten Anschluss zeigenn. (frueher war dort die Fa. Alcatel, Sandvik und andere ansaessig).

Weiteres kenne ich noch Karten die geplante Trassenfuehrungen von Neujedlersdorf (Donau-Ufer-Autobahn) in grossem Bogen um Grossjedlersdorf ziegen, und dann in die Bruenner Strasse muenden.

Ich ging eigentlich immer davon aus, dass die Autobahn Abfahrt Strebersdorf ein Teil der Nordumfahrung sein wird, und dass die Donau-Ufer-Autobahn irgendwie bei Grossjedlersdorf einmuenden wird.

Anstelle dessen geht die neue geplante Trassenfuehrung der Nordumfahrung bei Korneuburg an die A22. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

---------

Die S5 bzw. die bestehende S33 duerften dann die letzten Luecken schliessen, soweit habe ich dies verstanden.

Was mich an der Stelle jetzt auch noch interessiert haette:

Gab es jemals Plaene einer Autobahnverbindung von Heiligenstadt, (Nordbruecke), oder auch von Strebersdorf aus, mit Bruecke ueber die Donau, in Richtung Auhof, (Hadersdorf, Huetteldorf) und dergleichen?
Mir ist wohl im Bewusstsein, dass man ein solches Unterfangen nur mit einem Tunnel loesen kann, aber das gibts ja in einigen oesterreichischen Staedten, unter anderm auch in Graz der Plabutschtunnel.
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#28
Mondsee - Attersee, weitere Abweichung zu heute bei der RAB-Planung

Im Link von @koka http://members.a1.net/wabweb/frames/abaltaf.htm fand ich eine weitere Abweichung der ursprünglich geplanten RAB-Trasse zur später ausgeführten Strecke. So war der damalige Verlauf in Hanglage entlang des Westufers des Attersees geplant und nicht wie nach dem Krieg tatsächlich gebaut über Oberwang, St.Georgen im Attergau... Bilder beim vorgenannten Link zeigen, dass dort auch schon mit dem Bau begonnen wurde!

Dazu auch der betreffende Kartenausschnitt aus meiner alten "Continental-Sonderkarte 20T" aus 1939 (RAB = hellgraues Band):
 

Anhänge

T

tunnelratte

Guest
#29
Hallo zusammen! Hab beim stöbern eine Karte des DDAC aus dem Jahr 1940 gefunden. Sie umfasst gesamt Deutschland, Österreich, Slowakei, Böhmen u. Mähren und Polen. Das ganze im Maßstab 1: 1,100000
Ich hab nur ein Problem, ich hab keinen Scanner........
 
#30
tunnelratte hat geschrieben:
Hallo zusammen! Hab beim stöbern eine Karte des DDAC aus dem Jahr 1940 gefunden. Sie umfasst gesamt Deutschland, Österreich, Slowakei, Böhmen u. Mähren und Polen. Das ganze im Maßstab 1: 1,100000
Ich hab nur ein Problem, ich hab keinen Scanner........
Verzeihung, der etwas direkten Frage meinerseits, aber hast Du schon einen Scanner gefunden? Die Karte haette mich sehr interessiert.
 
#31
Ian123 hat geschrieben:
--------
Gab es jemals Plaene einer Autobahnverbindung von Heiligenstadt, (Nordbruecke), oder auch von Strebersdorf aus, mit Bruecke ueber die Donau, in Richtung Auhof, (Hadersdorf, Huetteldorf) und dergleichen?
Mir ist wohl im Bewusstsein, dass man ein solches Unterfangen nur mit einem Tunnel loesen kann, aber das gibts ja in einigen oesterreichischen Staedten, unter anderm auch in Graz der Plabutschtunnel.

Dazu kann ich vielleicht etwas sagen: Es gab zumindest Pläne, den Flötzersteig als Stadtautobahn Richtung Westautobahn auszubauen, mit einem "Talübergang" direkt über Hütteldorf. Davon zeugt noch heute bei der Westeinfahrt in Auhof eine erkennbare Abzweigung, dort wo die beiden Richtungsfahrbahnen der Westein- und Ausfahrt auf dem rechten Wienufer zusammenkommen.

Als direktes Resultat dieser Planungen erfolgte der Bau des Hanappi-Stadions, da der alte Sportplatz des SK Rapid, die Pfarrwiese unmittelbar neben der alten Brauerei Hütteldorf, direkt auf dieser geplanten Trasse gelegen war.

Wo das östliche Ende dieser Stadtautobahn geplant war, kann ich leider nicht sagen.

Näheres dazu siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Flötzersteig#Die_geplante_Fl.C3.B6tzersteig-.22Autobahn.22

Nach damaligen Plänen wäre auch eine direkte Autobahnverbindung zwischen Gürtelbrücke (Spittelau) und dem jetzigen A4-Ende bei der Stadionbrücke in Erdberg entlang des Donaukanals entstanden, diese Route hätte also auch zur durchgehenden Autobahn ausgebaut werden sollen.
 
Zuletzt bearbeitet:

josef

Administrator
Mitarbeiter
#32
Ergänzend zum Beitrag von @karli1140:
Die Planungen zur Verlängerung der A1 "Westeinfahrt" als Stadtautobahn (=> siehe auch Link Wikipedia) stammen aus den 1970iger und Anfang 1980iger-Jahre. Seitens der Reichsautobahn gab es keine Projekte ab Steinhäusl Richtung Auhof - Wiental! Damals war nur die heutige A21 "Außenring-AB" über Alland zum Knoten Vösendorf vorgesehen. Für dieses AB-Teilstück über Preßbaum konnte man auf keine Planungen aus der Zeit von 1938-45 zurückgreifen wie bei einem Großteil der Trasse von Steinhäusl bis Salzburg.

lg
josef
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#33
Shell-Straßenkarte 1939

Hier ein Link zu der Shell-Straßenkarte Nr. 22 "Niederdonau-Wien-Mähren", M 1:470.000, Erscheinungsjahr 1938/39:
http://www.landkartenarchiv.de/shell22_1939.htm

Nach dieser Karte war damals der Verlauf der heutigen Ostautobahn (S1/A4) bis zum Darstellungsende bei Bruck a.d.Leitha weiter südlich, etwa parallel zur B10, geplant!

lg
josef

P.S.: Bitte Nutzungsbestimmungen beachten, Karte(n) nur zum Ansehen verwenden, KEINE VERÖFFENTLICHUNG von Kartenblättern!
 
#34
@josef

hochinteressante Sache

Bemerkenswert auch, die Karte von 1938 in welcher der Verlauf der heutigen A21 bereits geplant vorkommt, und die A1 bereits oestlich von St. Poelten geplant wurde.

Zu diesem Zeitpunkt ist die A1 bei Salzburg offenbar noch nicht realisiert.
 
#36
RAB Tauernautobahn

Hallo,

ich habe meinen Urlaub genutzt um auch nach den RAB-Tunnels durch Katschberg und Tauern (Mosermandl-Massiv) zu suchen:

Tauerntunnel: es wurden ca. 1938 Vermessungsarbeiten durchgeführt und die genaue Trasse festgelegt. Ein Baubeginn auf Lungauer Seite hat aber nicht stattgefunden. Die Pongauer Seite konnte ich wegen des Schnees :huch nicht wirklich untersuchen.

Katschbergtunnel: hier gab es tatsächlich von beiden Seiten schon Probebohrungen. Auf Kärntner Seite ist davon noch eine Senke im Hang erhalten, auf Lungauer Seite ist eine beachtliche Schneise in die Felswand zu sehen, der Probestollen wurde allerdings vor einigen Jahren verschlossen.

Markus
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#37
Katschbergtunnel

@Markus schrieb:
Katschbergtunnel: hier gab es tatsächlich von beiden Seiten schon Probebohrungen. Auf Kärntner Seite ist davon noch eine Senke im Hang erhalten, auf Lungauer Seite ist eine beachtliche Schneise in die Felswand zu sehen, der Probestollen wurde allerdings vor einigen Jahren verschlossen.
Da gab es ja noch etwas, oder?

Steinkauz: U – Fertigung (Me262 Tragflächen)

War das auf der Lungauer- oder Kärntner Seite?

lg
josef
 
#38
...da gabs noch mehr. Sowohl für Tauern- als auch für Katschbergtunnel gab es geplante U-Verlagerungen. Beim TT ist nachträglich vermerkt, das er ungeeignet sei. Das kann jetzt heißen, dass es keinen Tunnel gab oder dass der Probestollen nicht geeignet war.

Bei KT gibt es ebenfalls nachträgliche Anmerkungen, dass er nicht geeignet sei....
Welche Seite jeweils gemeint war, ist nirgends zu finden...

Markus
 

josef

Administrator
Mitarbeiter
#39
Lubi Baustelle Achnschluss St.Pölten-Süd

Fand auf der HP der "450th Bombardment Group (H), 47th Wing, 15th Air Force" Lubi, welche Teile der Trasse der damaligen RAB-Baustellen im Bereich St. Pölten-Spratzern samt Anschlussstelle (Mariazellerstraße) => heute "St.Pölten-Süd", zeigen.

Aufnahmen dürften lt. Einsatzliste vom 23.03.1945 stammen => "St.Poelten, South Marshalling Yards". Damals gab es in Spratzern den Verschubbahnhof "St.Pölten-Süd", die starke Rauchentwicklung stammt von einem getroffenen Munitionszug...

Am 2. Bild ist rechts der Anschlussstelle die Kaserne Spratzern, heutige "Kopalkaserne", zu erkennen.
 

Anhänge

josef

Administrator
Mitarbeiter
#40
Projekt St.Pölten - Krems

Wie schon an anderer Stelle geschrieben, gab es neben den Hauptrouten der damaligen Reichsautobahn einige weitere Projekte, so auch eine Verbindung aus dem Raum St. Pölten (von RAB Linz – Wien) zur damals als Gauhauptstadt von Niederdonau vorgesehenen Stadt Krems. Auf einem Teilstück nördlich St. Pölten, zwischen Klein Hain und Rottersdorf wurde mit dem Bau begonnen (Karte => GRÜN)! Bis zur Durchführung von großflächigen Grundstückskommassierungen ca. 1969-1970 war der Unterbau der begonnenen Autobahntrasse noch zu erkennen, auch ein paar kleine Brückenbauwerke über Nebenstraßen und Feldwege waren fertiggestellt. Vom Gelände her wies dieser Abschnitt die geringsten Schwierigkeiten auf. Die mit massiven Granitblöcken verkleideten Brückenbauwerke wurden von Pionieren des ÖBH gesprengt, heute ist davon nichts mehr zu erkennen.

Der Anschluss an die RAB (heutige A1) sollte südlich des damaligen Fliegerhorstes Markersdorf, zwischen Nenndorf und Poppendorf erfolgen. Von dort verlief die geplante Trasse über den sogenannten „Prinzersdorfer Berg“ in einem großen Bogen westlich St. Pölten vorbei um im Norden der Stadt, bei Kl. Hain, die Landesstraße nach Krems zu kreuzen um dann etwa parallel zu dieser Richtung N nach Krems zu führen. Nach dem begonnenen Teilstück, nach Rottersdorf, führte die projektierte Straße dann östlich Statzendorf auf den Höhenrücken bei Maria Ellend, von dort bis zur im Kremser Hafenbereich vorgesehenen Donaubrücke gab es mehrere Varianten zur Überwindung der Erhebungen östlich von Göttweig. Lt. Zeitzeugenberichten waren die Trassenvarianten zwischen Maria Elend und der vorgesehenen Donauquerung mit Holzpflöcken abgesteckt. Durch die Kriegsereignisse wurden die Bau- und Planungsarbeiten, wie bei den meisten anderen österreichischen RAB-Vorhaben, eingestellt. Der strichlierte Trassenverlauf bzw. die Varianten sind auf der Karte nur ungenau eingezeichnet...

Laut im Anhang ersichtlichen Literaturauszug aus "Enteignete Kunst" v. Verena Pawlowsky u. Harald Wendelin, ISBN 3-85476-185-6, Seite 147 ff., war sogar kurzfristig die Verwendung der damals enteigneten Baulichkeiten des Stiftes Göttweig als Autobahnraststätte mit Kongresshaus im Gespräch...
 

Anhänge

Zuletzt bearbeitet:
Oben